Jan 302013
 
Gewaltfreie Kommunikation

Gewaltfrei kommunizieren als Lebensstil – Bild: © Petr Vaclavek – Fotolia.com

In Zeiten internationaler Krisen und regelmäßiger Schreckensnachrichten von Überfällen, familiärer Gewalt und anderen Beispielen gewaltvoller Konflikte, wird der Ruf nach gewaltfreien Lösungen, nach gewaltfreier Kommunikation lauter. Gewaltfreie Kommunikation ist aber nicht nur Thema internationaler und nationaler Politik, sondern fängt im Kleinen an. Sobald zwei Menschen aufeinander treffen, eine Art von Beziehung entsteht, findet Kommunikation statt – und dementsprechend entfaltet sich auch das Potential von Konflikten. Dabei findet sich in jedem Menschen neben einem grundlegenden Streben, eigene Bedürfnisse zu befriedigen, auch das Bedürfnis nach Harmonie und einem friedlichen Zusammenleben. Das Konzept der gewaltfreien Kommunikation gründet auf diesem Bedürfnis und möchte einen Kommunikations- und Lebensstil fördern, der auf Einfühlungsvermögen und Wertschätzung basiert.

Gewaltfreie Kommunikation als Lebenshaltung

Die gewaltfreie Kommunikation als Konzept wurde von Dr. Marshall Rosenberg entwickelt und bezeichnet einen einfühlsamen Kommunikationsstil, der nicht nur die Bedürfnisse einzelner, sondern die Bedürfnisse aller im Blick behält. Im Mittelpunkt steht dabei eine Veränderung der Kommunikation in Form von veränderter Sprache und verändertem Zuhören. Die gewaltfreie Kommunikation ist jedoch nicht lediglich ein sprachliches Konzept, sondern verändert mit der Sprache auch die Lebenshaltung, indem durch eine wertschätzendere Kommunikation die innere Haltung gegenüber sich selbst und anderen transformiert werden kann.

Ziel der gewaltfreien Kommunikation ist nicht, einen anderen Menschen zu anderem Handeln zu bewegen, sondern langfristig durch Empathie ein vertrauensvolles Miteinander und friedliche Konfliktlösungen zu ermöglichen.

Die vier Pfeiler gewaltfreier Kommunikation

Das Erlernen gewaltfreier Kommunikation basiert auf vier Grundschritten: Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte. Die Beobachtung beschreibt das wert- und interpretationsfreie Beschreiben einer Handlung oder Unterlassung. Diese Beobachtung löst wiederum ein Gefühl aus, ein Gefühl das mit Bedürfnissen in Verbindung steht.

Bedürfnisse sind individuell und subjektiv, aber dennoch ein allgemeines Gefühl, das in jedem Menschen präsent ist. Menschen können das Bedürfnis nach Verständnis, Akzeptanz, Freiraum, Sicherheit, Kontakt und vielem mehr haben. Sind ein oder mehrere Bedürfnisse nicht erfüllt, löst dies Gefühle aus. Gefühle können also als Indikator für unerfüllte Bedürfnisse interpretiert werden. Wenn die Interpretation eines Gefühls zum Erkennen des eigenen Bedürfnisses geführt hat, kann in einem vierten Schritt eine Bitte formuliert werden.

Die Bitte verlangt eine konkrete Handlung und sollte daher positiv formuliert werden, da dies die Chance auf Erfolg steigert. Mit diesen vier Schritten können eigene Handlungen, Gefühle, Bedürfnisse und Bitten interpretiert und formuliert werden – durch einfühlsames Zuhören können diese vier Schritte außerdem in Kommunikationsprozessen mit anderen herausgefiltert werden. Was zunächst nach abstrakter Theorie klingt, lässt sich auch im Alltag konkret und erfolgsversprechend anwenden.

Gewaltfreie Kommunikation im Alltag

Das Konzept der gewaltfreien Kommunikation ist ein Konzept, das zu mehr Verständnis und Respekt und zu einem friedvollen Miteinander führen soll. Dafür ist es notwendig, eigene Verhaltensmuster zu hinterfragen und gegebenenfalls zu ändern. Eine ständige Unzufriedenheit und konfliktgeladene Beziehungen können auch dadurch zustande kommen, dass man nicht gelernt hat Bitten zu formulieren und die Schuld immer bei seinem Gegenüber sucht. Wenn man sich selbst besser kennenlernt, die eigenen Bedürfnisse erkennt und versteht, kann man diese Bedürfnisse einfordern ohne seinen Partner, seine Verwandten oder Freunde unter Druck zu setzen, beziehungsweise zu manipulieren.

Wenn das Verhalten des Anderen Wut oder Trauer auslöst, sollte man sich zunächst fragen, warum dieses Verhalten einen so wütend macht. Schnell wird man so merken, dass der Andere einen weder mit Absicht verletzten wollte, noch prinzipiell etwas falsch gemacht hat, sondern dass die Handlung des Anderen eigenen Bedürfnissen widersprochen hat. Kommt der Partner oder Kollege zum Beispiel immer zu spät, dann macht dies einen wütend, weil man großen Wert auf Pünktlichkeit legt oder aber sich durch die Unpünktlichkeit des Anderen nicht respektiert fühlt. Eine offene und ehrliche Bitte an den Anderen, doch bitte pünktlich zu kommen, da man selbst sehr viel Wert auf diese Tugend legt, führt dann schneller zum Erfolg als der allgemeine Vorwurf „Du bist schon wieder zu spät“.

Bevor man anderen einen Vorwurf macht, sollte man einen Blick zu sich selbst wagen – beobachten, fühlen, das Bedürfnis herausfinden – und dann eine positiv formulierte Bitte wagen, die mit den eigenen Bedürfnissen und Wünschen begründet wird. Auch wenn das Gegenüber diese Bitte nicht unbedingt erfüllen muss, ist so der Weg zu einer gewaltfreien Kommunikation geebnet.

Bitten richtig formulieren

Wenn man die eigenen Gefühle interpretiert hat und die dahinter stehenden Bedürfnisse kennt, ist es dennoch nicht immer leicht, die daraus resultierende Bitte zu formulieren. Sprachliche Missverständnisse sind oft die Quelle von Konflikten, genauso gut kann Sprache jedoch auch einen Konflikt entschärfen. Wer Bitten positiv und klar formuliert, läuft weniger Gefahr von seinem Gegenüber enttäuscht zu werden. Dafür ist es wichtig, klar zu sagen, was man von seinem Gegenüber verlangt. Wichtiger als zu sagen was man nicht möchte ist es zu sagen, was man möchte – am besten so konkret wie möglich.

Wie der Name schon sagt, geht es außerdem darum, jemanden um etwas zu bitten – nicht darum, ihm Vorschriften zu machen. Formulierungen wie „Kannst du bitte…“ und „Ich möchte…“ fruchten daher mehr als Befehle. Zusätzlich sollte man bei all seinen Äußerungen versuchen, so konkret wie möglich zu formulieren – schließlich kann das Gegenüber keine Gedanken lesen.

Mit den vier Schritten der gewaltfreien Kommunikation und einer angemessenen Formulierung der eigenen Bedürfnisse ist so ein friedlicheres und für beide Parteien angenehmes Miteinander ohne gewaltvolle Auseinandersetzungen möglich.

Aug 072012
 
Bewusstes Kommunizieren und Zuhören

Bewusstes Kommunizieren und Zuhören – Bild: © puckillustrations – Fotolia.com

Kommunikation ist ein weit gefasster Begriff unter dem nicht alle dasselbe verstehen. Kurz gefasst kann man Kommunikation als den Austausch von Informationen, aber auch von Gedanken, Gefühlen, Meinungen, Wissen, Erfahrungen – kurz allem was sich verbal oder nonverbal mitteilen lässt, bezeichnen. Das Wort stammt von dem lateinischen Verb communicare und bedeutet „mitteilen, teilnehmen lassen, gemeinsam machen, teilen, vereinigen“. Schon die Wortherkunft setzt also voraus, dass an Kommunikation mehrere Menschen beteiligt sind. Um den Begriff auf die Kommunikation zwischen zwei Menschen zu spezialisieren, spricht man von zwischenmenschlicher Kommunikation, eine Kommunikationssituation, die nicht immer einfach ist.

„Man kann nicht nicht kommunizieren“, stellte schon der bekannte Kommunikationswissenschaftler, Autor und Psychotherapeut Paul Watzlawick fest. Und damit hatte er Recht, denn wir kommunizieren zu jeder Zeit, auch wenn wir gerade nicht sprechen. Wir teilen uns der Umwelt auch durch nonverbale Kommunikation wie Mimik, Gestik, Körperhaltung, Kleidung – eigentlich allein durch unsere Anwesenheit mit. Kein Wunder, dass Kommunikation allgemein nicht nur zu einem besseren Verständnis, sondern auch zu Missverständnissen und Problemen führen kann. Diese entstehen jedoch meistens durch mangelnde oder fehlgeleitete Kommunikation. Die zwischenmenschliche Kommunikation zu verbessern, sollte daher vielen Menschen ein Anliegen sein.

Der Ton macht die Musik

Es ist nicht nur wichtig, welche Dinge man sagt, sondern auch wie man sie sagt. Nicht nur besonders sensible Menschen hören einen gereizten, schnippischen oder arroganten Tonfall heraus. Um Missverständnisse oder einen Streit zu vermeiden, sollte man daher in manchen Fällen versuchen Kritik, Anregungen oder Kommentare so ruhig und neutral wie möglich zu sagen, damit der Gesprächspartner sich auf den Inhalt des Gesagten und nicht auf den Tonfall konzentriert. Oft ist man schließlich einfach nur müde, abgelenkt oder wegen etwas Anderem genervt. Die eigenen Gefühle nicht zu zeigen, ist natürlich schwierig, das gilt auch für nonverbale Kommunikation, wie Mimik und Körperhaltung. Es hilft daher, dem Gesprächspartner diese Gefühle auch verbal mitzuteilen – er wird sich dann wahrscheinlich nicht mehr so sehr über einen gereizten Tonfall ärgern.

Sich klar ausdrücken

Die meisten Probleme zwischenmenschlicher Kommunikation liegen darin, dass der Gesprächspartner das Gesagte anders versteht, als es gemeint war. Dies ist nicht weiter verwunderlich, schließlich sind alle Menschen verschieden und keiner kann Gedanken lesen. Man darf von seinem Gesprächspartner zwar Empathie erwarten, aber man sollte sich trotzdem so klar wie möglich ausdrücken und nicht davon ausgehen, dass er alles zwischen den Zeilen liest. Vor allem in Beziehungen führt diese Art der Kommunikation, bei der erwartet wird, dass Partner sich ohne Worte verstehen, häufig zu Problemen. Zu sagen „Hier sieht es ja wieder aus“ ist nicht dasselbe wie „Ich würde mich freuen, wenn du etwas häufiger aufräumen würdest“. Mit der zweiten Aussage ist ein klarer Wunsch verknüpft, auf den der Partner reagieren kann, während die erste Aussage lediglich etwas feststellt, noch dazu in einem vorwurfsvollen Ton.

Besser zuhören

Zu einer Interaktion gehören zwei Menschen, zwischenmenschliche Kommunikation speist sich daher nicht nur aus aktivem Reden, sondern auch daraus zuzuhören. Wenn man versucht den Partner zu verstehen und auf ihn eingehen will, führt zuhören schneller zum Erfolg als vorschnelle Diskussionen. Gute Zuhörer unterscheiden sich nonverbal von schlechten Zuhörern, indem sie ihr Gegenüber anschauen beim Sprechen. Eventuell nicken gute Zuhörer wenn sie etwas verstanden haben und geben so ihren Gesprächspartnern zu verstehen, dass sie aktiv zuhören und nicht nur warten, bis sie an der Reihe sind mit sprechen. Zuhören heißt nicht, dass man das Gesagte lediglich hört, sondern auch verarbeitet. Gezieltes Nachfragen signalisiert dem Gesprächspartner nicht nur Interesse, sondern außerdem, dass man gewillt ist ihn zu verstehen und auf seine Sichtweisen einzugehen.

Bewusste Kommunikation durch Kommunikationstraining

Die meisten Menschen haben eine Gemeinsamkeit: Sie kommunizieren meistens nicht bewusst. Wenn wir über das Wetter reden oder auf das Gefühl eines anderen Menschen nicht angemessen eingehen, so passiert das weder aus tieferen Gründen, noch aus böser Absicht. Die meisten reagieren so, wie sie es für richtig halten – nach ihrem eigenen Charakter und individuellem Empfinden. In der Interaktion führt dies zum Aufprall unterschiedlicher Meinungen, Interessen, Rollen sowie Erwartungen und Konflikte sind da natürlich nicht auszuschließen. Sollte man allein keinen Weg aus einer schwierigen Kommunikationsebene finden, kann man an einem Kommunikationstraining teilnehmen. Dieser Schritt ist vor allem in Beziehungen interessant, in denen mangelnde Kommunikation zu einer Trennung führen könnte. Auch in Firmen werden Kommunikationstrainings für Chef und Mitarbeiter durchgeführt um das Arbeitsklima zu verbessern.

Apr 242012
 

In einer schnelllebigen Gesellschaft haben sich auch die Wertigkeiten vieler Lebensbereich geändert. Hier gehören definitiv auch die Bereiche Partnerschaft und Beziehung dazu. Althergebrachte Konzepte wie zum Beispiel die Ehe oder das klassische Familienleben haben für viele nicht mehr die Wichtigkeit und Bedeutung wie früher. Stattdessen stehen vielleicht andere Dinge im Mittelpunkt und möchten verwirklicht werden. Es ist also kein Wunder, dass Beziehungen oft nur von kurzer Dauer sind und die Scheidungsrate in die Höhe schnellt.

Doch was bedeutet das nun für das partnerschaftliche Miteinander? Obwohl dieser Wertewandel im ersten Augenblich bedrohlich erscheint, birgt er auch eine Chance in sich. Wer früh genug beginnt, die Muster der eigenen Beziehungen und das damit verbundene Verhalten zu verstehen, hat die Möglichkeit den Partnerschaften eine neue Qualität zu geben. Durch die Betrachtung des Verhaltens innerhalb der Beziehung können Partnerschaftsprobleme aufgedeckt und bearbeitet werden. Ziel ist es, so Partnerschaften im eigenen Ermessen zu gestalten und die Partnerschaftszufriedenheit zu erhöhen. Hierzu ist es vorerst wichtig, festzustellen, in welcher Art von Partnerschaft man sich befindet.

Impulsive Paare

Kommt es bei impulsiven Paaren zu Konflikten in der Partnerschaft, sind meist beide Partner bemüht, den anderen von den eigenen Argumenten zu überzeugen. Dabei kann die Diskussion auch sehr negativ ausfallen obwohl im Großen und Ganzen ein Schlagabtausch bei impulsiven Paaren von positiven Emotionen dominiert wird. Bei Konflikten zwischen impulsiven Persönlichkeiten stehen meist Themen rund um die eigene Individualität und Eigenständigkeit im Mittelpunkt. Generell sind solche Beziehungen aber durch Intensität und Leidenschaftlichkeit gekennzeichnet.

Für impulsive Paare ist es besonders wichtig, für Ruhephasen innerhalb der Beziehung zu sorgen. Die erlebte Leidenschaftlichkeit ist zwar intensiv und positiv, kann aber auch aufreiben und ermüden. Impulsive Paare müssen für Rituale innerhalb der Beziehung sorgen. Beispielsweise könnte man einmal im Monat einen Beziehungsabend speziell für Gespräche einplanen.

Wertschätzende Paare

Derartige Paare führen häufig Konfliktdiskussionen, welche von einem Übermaß an Einfühlungsvermögen und Verständnis getragen werden. Die Ansichten und Gefühle des Partners werden akzeptiert, sogar dann wenn sie nicht geteilt oder direkt nachempfunden werden können. Wertschätzende Paare versuchen auch in schwierigen Konfliktsituationen eine gemeinsame Lösung zu finden und dadurch sind Auseinandersetzungen meist von Ruhe und Mühelosigkeit geprägt. Diese unterstützende Haltung führt zu einer besonders intimen Beziehung.

Wertschätzendes Verhalten kann unter gewissen Bedingungen in ein kontraproduktives Aufopferungsverhalten kippen. Deshalb sollten wertschätzende Paare dafür sorgen, sich bei Entscheidungen innerhalb der Beziehung auch als eigenständiges Individuum gerecht zu werden. Ansonsten droht trotz Übermaß an Verständnis früher oder später das Ungleichgewicht.

Vermeidende Paare

Sind Paare kaum oder nur sehr unengagiert mit der Lösung ihrer Beziehungskonflikte beschäftigt, können sie als vermeidende Paare bezeichnet werden. Differenzen oder Uneinigkeiten in der Beziehung werden anstatt sie zu behandeln lieber als unbedeutend bezeichnet oder einfach abgetan. Nur selten werden Probleme wirklich ausdiskutiert. Außerdem laufen diese Diskussionen sehr emotionsarm ab. Dieses Verhalten setzt sich in der alltäglichen Kommunikation meist fort. So vermeiden die Paare das Aufkommen von Auseinandersetzungen und Konflikten.

Paare, die vermeidendes Konfliktverhalten aufweisen, müssen ähnlich wie die impulsiven Paare für Regelmäßigkeit in der Beziehungsarbeit sorgen. So kann es nicht dazu kommen, dass wichtige Themen vermieden und ausgeklammert werden. Oft kann es helfen, die Gründe, welche die Angst vor der Konfrontation auslösen, näher zu beleuchten.

Feindselige Paare

Bei diesen Paaren ist eine erhöhte Trennungsrate zu beobachten. Diese lässt sich durch die geringe Partnerschaftszufriedenheit, die geringe Konfliktlösefähigkeit und den nicht aufgebrachten Respekt für den Partner erklären. Neben der fehlenden Achtung des Partners ist die Kommunikation von feindseligen Paaren von Kritik, Uneinigkeit, Verächtlichkeit und Abwehr geprägt. Innerhalb der Beziehung von feindseligen Paaren überwiegen generell negative Gefühle.

Durch die permanente Negativität zwischen feindseligen Paaren kann die Beziehung stark auslaugen oder im schlimmsten Fall zu seelischen Verletzungen führen. Hier ist intensive Beziehungsarbeit angesagt, denn sonst bricht eine derartige Beziehung höchstwahrscheinlich bald auseinander.

Feindselig-losgelöste Paare

Hier besteht das Problem, dass zusätzlich zur vermehrten Negativität in der Beziehung eine starke emotionale Distanziertheit hinzukommt. Das bedeutet, dass bei feindselig-losgelösten Paaren bereits Kleinigkeiten reichen, um Konflikte eskalieren zu lassen. Die fehlende Zuneigung und Liebe führt zu einer inneren Distanziertheit und so wird es schwer, bei Uneinigkeiten Konflikte positiv abzufangen.

Beziehungen von feindselig-losgelösten Paaren sind in ihrer Dynamik meist sehr beunruhigend. Durch die vorherrschende Provokation und Kühle zwischen den Paaren sind seelische Verletzungen nicht ausgeschlossen. Das Verhalten ist jedoch für die Beteiligten nur schwer zu durchschauen und zu durchbrechen. In solchen Fällen ist es ratsam, Hilfe in Form von Psycho- oder Paartherapie einzuholen.

Um zufriedene Beziehungen leben zu können ist es wichtig, die typischen Kommunikations- und Verhaltensstile innerhalb der Partnerschaft zu kennen. Hierbei kann es hilfreich sein, zu wissen, ob man zu den impulsiven, wertschätzenden, vermeidenden, feindseligen oder feindselig-losgelösten Paaren gehört. Ist man sich den wiederkehrenden Mustern dieser unterschiedlichen Beziehungstypen bewusst, können auch Veränderungen vorgenommen werden und so die Partnerschaftszufriedenheit angehoben werden. Oft ist es schon hilfreich, regelmäßig das Gespräch mit dem Partner zu suchen. Klappt die Kommunikation können auch Ungereimtheiten in Beziehungen schnell und erfolgreich aus der Welt geschaffen werden.

Nov 242011
 
Verhaltenspsychologie

Verhalten erklären und verstehen – Bild: © raven – Fotolia.com

Immer wieder kann es mal geschehen, dass man im zwischenmenschlichen Kontakt auf Kommunikationsprobleme stößt. Oft hat man einfach das Gefühl, dass das Gesprochene des Gesprächspartners nicht mit seiner Meinung oder mit seinen Gedanken vereinbar ist. In solchen Situationen beginnt man, sowohl bewusst als auch oft unbewusst, anhand der Körpersprache die eigentliche Meinung des anderen herauszufinden. Oder man muss feststellen, dass trotz bester Vorsätze das gewohnte Verhalten nicht so einfach veränderbar ist. Gewohnte Verhaltensweisen sind schwer zu brechen und laufen teilweise automatisch ab. Es stellt sich die Frage, wer oder was bei derartigen Problemen weiterhelfen kann? Was hat es mit nonverbaler Kommunikation und Körpersprache auf sich? Und gibt es Hilfe bei schwer änderbaren und destruktiven Verhaltensweisen?

Menschliches Verhalten besser verstehen

Ein Teilbereich der Psychologie, welcher sich genau mit solchen Fragen auseinandersetzt, ist die Verhaltenspsychologie. Das Bestreben der Psychologie des Verhaltens ist es, Menschliches Verhalten zu erklären, zu beschreiben und vorauszusagen. Die Ursprünge dieser Wissenschaft gehen bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Damals gab es Psychologen, welche sich mit der objektiven Erfassung der Verhaltensweisen von Menschen beschäftigten. Diese psychologische Richtung wird Behaviorismus genannt und in ihrem Zentrum steht die Verhaltensanalyse. Auch damals nahm man bereits an, dass Verhalten aus dem Zusammenspiel von Reizen und Reaktionen resultierte.

Einsatzgebiete der modernen Verhaltenspsychologie

Heutzutage findet man die Verhaltenspsychologie in vielen, oft auch nichtpsychologischen Bereichen wieder. Beispielsweise ist es im Personalwesen besonders wichtig, mithilfe der Verhaltenspsychologie potentielle Mitarbeiter von Beginn an besser kennenzulernen und ihre Arbeitsweise im Berufsalltag vorauszusagen. Aber auch im pädagogischen oder schulischen Bereich leistet die Verhaltenstherapie beste Dienste. Das bekannteste und eingangs bereits genannte Einsatzgebiet der Psychologie des Verhaltens ist wohl das der nonverbalen Kommunikation. Mittels Verhaltensanalyse und einem besseren Verständnis für das Verhalten der Mitmenschen, lassen sich das Zusammenleben und Partnerschaften angenehmer und erfüllender gestalten.

Der besondere Stellenwert der Verhaltenspsychologie

Aus den Theorien der Verhaltenspsychologie hat sich ein psychotherapeutischer Ansatz entwickelt. Gemeint ist die Verhaltenstherapie, deren Wirkweise auf den theoretischen Modellen der Verhaltenspsychologie beruht. Destruktive Verhaltensmuster werden mithilfe spezieller Techniken verändert. Durch diese Umgestaltung des Verhaltens ist es letztendlich möglich, leidbringende Angewohnheiten, Gedanken und Verhaltensformen hinter sich zu lassen. Das Resultat dieses therapeutischen Prozesses ist mehr Lebensqualität und Zufriedenheit.

Jeder sollte sich mindestens einmal mit den Ansätzen der Verhaltenspsychologie auseinandergesetzt haben. Erkennt man erst mal wie menschliches Verhalten zustande kommt, führt dies meist zu mehr Verständnis für das eigene Verhalten und das der anderen.

Mai 122011
 

Kritik anzunehmen ist eine schwierige Sache. Doch viel schwieriger ist es, Kritik zu äußern. Oft befindet man sich in einer Situation, in der man sich über das Verhalten anderer ärgert. Doch hält man sich sehr oft lange zurück und spricht die Kritik nicht aus. Doch warum ist es so schwierig zu kritisieren und warum hält man die eigene Meinung meist so lange zurück?

Das Wort „Kritik“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie unterscheiden, trennen oder prüfen. So betrachtet wirkt das Wort gar nicht mehr negativ und trotzdem ist es nicht leicht, Kritik anzubringen. Aus der Psychologie weiß man, dass Kritik beim Kritisierten sowie beim Kritiker zu negativen Gefühlen führen kann. Kritik wird als persönlicher Angriff erlebt und als Kritiker hat man Angst, dass man durch die direkte Meinungsäußerung zur Zielscheibe für verbale Angriffe werden könnte.

Tipp 1: Ich-Botschaften senden

Doch mit ein paar einfachen Tricks kann man seine Kritik positiv, konstruktiv und für den Kritisierten verständlicher gestalten. Dabei sollte man unbedingt Ich-Botschaften verwenden und das Gegenüber nicht global kritisieren. „Ich fühle mich im Moment nicht verstanden.“ ist besser als „Du hörst nie zu“.

Tipp 2: Verallgemeinerungen meiden

Kritik sollte sich auch immer auf eine bestimmte Situation beziehen. Auch hier sollte man Verallgemeinerungen vermeiden. Nur so weiß das Gegenüber genau, welche Situation gemeint ist und kann sein Verhalten entsprechend verändern.

Tipp 3: Negatives gekonnt verpacken

Durch die sogenannte Sandwich–Methode kann man Kritik konstruktiver gestalten. Man beginnt dabei mit etwas Positiven, führt dann die Kritik an und schließt die Nachricht mit einem weiteren positiven Feedback ab.

Tipp 4: Verständnis trotz Kritik

Durch das Andeuten von Verständnis und Nachvollziehbarkeit, wird Kritik im Allgemeinen beim Kritisierten besser aufgenommen. „Ich verstehe, dass du… jedoch wünsche ich mir, dass…“.

Mit diesen praktischen Tipps fällt es nicht mehr schwer, konstruktive Kritik anzubringen. Missverständnisse und Konflikte werden damit bereits im Keim erstickt.

Apr 142011
 

Mit ein paar sehr effektiven Tipps kann die Kommunikation verbessert werden. Dies hat eine positive Wirkung auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und führt somit zu mehr sozialer Zufriedenheit. Die Kommunikation kann seitens des Senders und seitens des Empfängers der Nachricht verbessert werden.

Seitens des Senders spricht man von der Optimierung der Sprechfertigkeit. Dabei ist es wichtig, sich in Konkretheit zu üben. Das bedeutet, dass man immer von konkreten Situationen oder Ereignissen im Hier und Jetzt berichten sollte.

Verallgemeinerungen durch Worte wie „nie“ oder „immer“ sollten vermieden werden. Außerdem können durch eine gezielte Ich-Form Kritik und Vorwürfe vermieden werden. Die Du-Form hingegen führt zum persönlichen Angriff. Beispiel: „Ich empfinde dein Verhalten als …“ ist besser als „Du verhältst dich immer so …“.

In der Kommunikation ist die Vermittlung von Gefühlen sehr wichtig. Ein Gespräch gelingt besser, wenn man sich emotional öffnet und seine Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche anspricht.

Auch im Zuhören kann man sich üben und so seine Zuhörerfertigkeit schulen. Das aktive und aufnehmende Zuhören ist sehr wichtig. Interesse kann durch Blickkontakt, zugewandte Körperhaltung und positives Feedback angezeigt werden.

Indem man das Gesagte des Partners in seinen eigenen Worten wiederholt, kann man sich vergewissern, ob man die Information richtig verstanden hat. Bei Missverständnis sollten die offenen Fragen den geschlossenen vorgezogen werden. Durch das Fragen nach dem Was, Wo, Wie und Warum entsteht eine breitere Kommunikationsgrundlage als wie durch Fragen, welche durch ein bloßes Ja oder Nein beantwortet werden können.

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