Okt 312012
 
Eifersucht überwinden

Eifersucht läßt die Gefühle erstarren – Bild: © Lachfix – Fotolia.com

„Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft“ – ein lustiges Wortspiel, mit einer jedoch sehr ernst zu nehmenden Emotion, die bereits viele Beziehungen in die Brüche gehen ließ. Eifersucht ist ein Gefühl, das fast jeder kennt – die meisten haben es bereits bei sich selbst oder beim Partner erlebt. In einer gesunden Beziehung ist ein Funken Eifersucht sogar normal und hilfreich. Bei einigen ist dieses Gefühl jedoch so ausgeprägt, dass die betroffene Person und auch ihr Partner stark darunter leiden. In diesem Fall ist es an der Zeit, etwas gegen die übertriebene Eifersucht zu unternehmen und das eigene Selbstwertgefühl zu stärken.

Symptome von übertriebener Eifersucht

Wenn wir einen Menschen lieben, ist die Angst diesen Menschen zu verlieren eine natürliche Begleiterscheinung. Vor allem die Angst davor, dass der Partner einen betrügt oder für eine andere Person verlässt, ist bis zu einem gewissen Grad normal. Wenn sich die Eifersucht jedoch in Kontrollzwang verwandelt ist es an der Zeit sich Hilfe zu suchen. Den Partner ständig zu verdächtigen, ihm hinterher zu spionieren, Vorschriften und Vorwürfe zu machen und grundsätzlich zu misstrauen, sind Anzeichen einer übertriebenen Eifersucht. Auch körperliche Symptome wie Panikattacken, Schlafstörungen, allgemeine innere Unruhe und Wut können den Betroffenen heimsuchen.

Mit dem übertriebenen Kontrollzwang erreichen betroffene Personen schließlich das, was sie eigentlich verhindern wollen: Sie setzen die Partnerschaft aufs Spiel. Der Partner leidet unter dem mangelnden Vertrauen und der Kontrolle und zieht sich immer weiter zurück. Um eine durch Eifersucht geschädigte Beziehung zu retten, ist gegenseitiges Verständnis, eine aufrichtige Kommunikation und Zeit nötig. Wenn beide Partner aber bereit sind die Beziehung zu retten, kann das Vertrauen Stück für Stück wieder aufgebaut werden. Dafür ist es wichtig, zunächst die Ursachen für die eigene Eifersucht oder die des Partners zu erkennen.

Ursachen von übertriebener Eifersucht

Die Ursachen für Eifersucht sind nicht etwa darin begründet, dass der Partner die Eifersucht durch übertriebenes Flirten provozieren würde, sondern fast immer in mangelndem Selbstwertgefühl und daraus resultierender Verlustangst. Fehlendes Selbstvertrauen und Verlustängste können bereits in der Kindheit durch eine frühe Scheidung der Eltern oder frühe Verluste durch Tod und Trennung verursacht werden. Die individuellen Gründe sind jedoch von Betroffenem zu Betroffenem verschieden. In vielen Fällen hilft eine Psychotherapie um die Gründe für die starke Verlustangst zu finden und dagegen vorzugehen. Oft können aber schon im Alltag bestimmte Verhaltensweisen helfen, die Eifersucht selbst in den Griff zu kriegen.

Selbstvertrauen und Vertrauen zum Partner stärken

Eifersüchtige Partner vernachlässigen über ihren Kontrollzwang oft ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse und opfern ihren Alltag dem Partner. Dadurch fühlt sich dieser nicht nur bedrängt, sondern das eigene Selbstwertgefühl wird weiter geschwächt. Eigene Hobbys und Interessen, die unabhängig vom Partner ausgelebt werden, sind daher wichtig für eine funktionierende Partnerschaft, die Luft zum Atmen lässt. Eine stark eifersüchtige Person sollte daher versuchen, womöglich mit der Hilfe von guten Freunden oder der Familie, den eigenen Interessen nachzugehen und ein Hobby zu finden, mit dem sie sich verwirklichen kann. Auch die Verwirklichung im Beruf kann dabei helfen, das Selbstvertrauen zu stärken. Mindestens einmal die Woche sollte man außerdem Zeit für sich und Freunde oder Freizeitaktivitäten einplanen und dies auch einhalten. In diesem Zusammenhang können auch Gespräche mit guten Freunden helfen, die eigene Eifersucht zu relativieren. Auch aufrichtige Gespräche mit dem Partner, sofern sie nicht ausufern, können das Vertrauen wieder aufbauen. Das eigene Problem zu erkennen und formulieren zu können ist bereits ein erster Schritt zur Besserung. Sollte das Problem jedoch anhalten und das Selbstwertgefühl sich nicht auf Dauer stärken lassen, ist eine Psychotherapie womöglich doch der richtige Weg.

Was tun wenn der Partner zu eifersüchtig ist

Auch Partner können stark unter der Eifersucht ihres Partners leiden. Sie fühlen sich unter Druck gesetzt, nicht vertrauenswürdig, in die Ecke gedrängt und reagieren dadurch oft mit Rückzug und Notlügen. Wenn man das Gefühl hat, dass egal wie man sich verhält und was man sagt, der Partner einem misstraut, kann das für Psyche und Körper zu einer großen Belastung werden. Natürlich möchte man den Partner nicht verletzen oder die Eifersucht verstärken, jedoch sollte man ihn dennoch nicht nur mit Samthandschuhen anfassen und die eigenen Grenzen formulieren. Dazu gehört auch keine Konfrontation zu scheuen und zu Notlügen zu greifen, nur weil man Angst vor einer Eifersuchtsszene hat. Wenn man dem Partner die Wahrheit sagt und dennoch zu jeder Zeit das Gefühl gibt, geliebt zu werden, bleibt man sich selbst treu. Gleichzeitig sollte man den Partner motivieren, sich auch unabhängig von der Partnerschaft zu verwirklichen und in seinen Interessen unterstützen. Aufrichtige Gespräche, in denen man das eigene Leiden unter der Eifersucht des Partners ausdrückt, helfen die Balance in der Beziehung wiederherzustellen. Wenn die Kommunikation allerdings allein nicht gelingt, sollten gute Freunde oder ein Paartherapeut mit einbezogen werden.

Aug 032012
 
Umgang mit Kritik lernen

Kritik ist nicht zwingend negativ – Bild: © gwt52hkxd8z – Fotolia.com

Niemand wird gern kritisiert und die meisten Menschen wissen nicht, wie sie mit kritischen Worten umgehen sollen. Dabei sollte man sich vor wohlwollender Kritik nicht fürchten, im Gegenteil, konstruktive Kritik kann sogar sehr hilfreich sein. Um dies für sich zu nutzen, muss man aber erst mal lernen mit Kritik umzugehen und sie nicht als Angriff misszuverstehen. Wie man Kritik nicht zu persönlich nimmt, akzeptieren lernt, konstruktiv einsetzt und für das persönliche Wachstum gebraucht soll im Folgenden erklärt und beschrieben werden.

Nicht immer ist Kritik konstruktiv. Manchmal richtet sich ein Angriff direkt gegen die eigene Persönlichkeit und nagt dann ganz schön am Selbstwertgefühl. Diese Art von Kritik sollte man sich allerdings nicht unbedingt zu Herzen nehmen. Die Person, die einen auf beleidigende Weise angreift, tut dies vielleicht nur um sich selbst besser zu fühlen oder aber vergreift sich aus Versehen im Ton. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man das Gespräch mit dieser Person suchen und offen und ehrlich zugeben, dass man die vorgebrachte Kritik nicht versteht, beziehungsweise den Ton unangemessen findet.

Sollte ein offenes Gespräch nicht weiter helfen, kann man auch direkt auf den Angriff reagieren, indem man klar und deutlich zu verstehen gibt, dass man so nicht mit sich umgehen lässt. Dies kann man auch klarstellen, wenn sich zum Beispiel auf der Arbeit noch weitere Kollegen im Raum befinden. Souveränität und Selbstbewusstsein ist hier die beste Verteidigung.

Kritik nicht zu persönlich nehmen

Viele Menschen nehmen selbst konstruktive Kritik als persönliche Kritik auf, die den eigenen Charakter in Frage stellt. Oft hat der Kritiker es jedoch gar nicht so gemeint, wie es beim Kritisierten ankommt. Um das eigene Selbstwertgefühl zu stärken, sollte man daher lernen, Kritik nicht als persönlichen Affront, sondern als Verbesserungsvorschlag zu sehen. Wenn der Chef ein vorgeschlagenes Konzept kritisiert, heißt das nicht, dass man als Mensch nichts wert ist, sondern lediglich, dass es an der eigenen Arbeit noch Dinge zu verbessern gibt. Niemand ist perfekt, die Wahrscheinlichkeit, dass die eigene Arbeit nie kritisiert wird ist daher ohnehin verschwindend gering. Persönliche Kritik kann auch angebracht sein, wenn unser Gegenüber sich falsch behandelt fühlt.

Manchmal sagt und tut man Dinge, die einen Anderen verletzen. Vor allem in einer Partnerschaft wird dann oft Kritik geäußert. Deshalb sollte man seine Beziehung nicht komplett in Frage stellen. Die Kritik sollte lieber ein willkommener Grund sein, an sich und der Beziehung zu arbeiten und Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Wenn man nicht sicher ist, wie eine Kritik genau gemeint ist, sollte man sich nicht scheuen nachzufragen. So entsteht bereits ein Gespräch, das zur Besserung beiträgt.

Ohne Kritik kein Fortschritt

Um mit Kritik richtig umzugehen, kann man sich auch regelmäßig vor Augen führen, dass konstruktive Kritik nichts Negatives ist, sondern im Gegenteil einen positiven Beitrag zur persönlichen Weiterentwicklung leistet. Nur durch Rückmeldungen – positive wie negative – können Leistungen überprüft, geändert und verbessert werden. Dies gilt im beruflichen wie im privaten Bereich gleichermaßen. Wir Menschen lernen aus unseren Fehlern, manchmal jedoch brauchen wir jemanden, der uns auf diese Fehler aufmerksam macht. Auf Kritik sollte man deshalb mit Offenheit reagieren. Konkret nachzufragen hilft, den eigenen Fehler zu finden. Wenn man ihn entdeckt hat, sollte man auch dazu stehen und die Bereitschaft signalisieren etwas zu ändern. Sollte man mit der Kritik ganz und gar nicht einverstanden sein, hat man in einem Gespräch außerdem die Möglichkeit den eigenen Standpunkt deutlich zu machen.

Nicht vorschnell verteidigen

Die meisten reagieren auf Kritik zuerst mit Verteidigung. Dies ist allerdings nicht der richtige Weg um eine konstruktive Diskussion einzuleiten, sondern führt oft dazu, dass der Konflikt eskaliert. Frei nach dem Motto „Getroffene Hunde bellen“, zeigt man seinem Gegenüber mit einer vorschnellen Verteidigung, dass man verletzt und die Kritik möglicherweise berechtigt ist. Die Wahrscheinlichkeit ist außerdem groß, dass man nicht durchdachte Antworten nachher bereut. Der Andere fühlt sich durch die Reaktion vielleicht nicht ernst genommen und wird wütender. Deshalb sollte man sich zunächst in Ruhe anhören, was er zu sagen hat. Möglicherweise kann man die Kritik auch in eigenen Worten wiederholen um zu signalisieren, dass man sie verstanden hat. Dann erst sollte man seine eigene Sicht der Dinge darlegen.

Oft ist es jedoch auch ratsam, die Kritik einfach zu akzeptieren ohne sich groß zu rechtfertigen. Man kann dem Anderen antworten, dass man die Kritik annimmt und darüber nachdenken wird. Wenn man eine Nacht darüber geschlafen hat, sieht die Kritik vielleicht schon ganz anders aus und sollte man dann immer noch das Bedürfnis haben, etwas zu entgegnen, kann man das auch zu einem späteren Zeitpunkt tun.

Apr 242012
 

In einer schnelllebigen Gesellschaft haben sich auch die Wertigkeiten vieler Lebensbereich geändert. Hier gehören definitiv auch die Bereiche Partnerschaft und Beziehung dazu. Althergebrachte Konzepte wie zum Beispiel die Ehe oder das klassische Familienleben haben für viele nicht mehr die Wichtigkeit und Bedeutung wie früher. Stattdessen stehen vielleicht andere Dinge im Mittelpunkt und möchten verwirklicht werden. Es ist also kein Wunder, dass Beziehungen oft nur von kurzer Dauer sind und die Scheidungsrate in die Höhe schnellt.

Doch was bedeutet das nun für das partnerschaftliche Miteinander? Obwohl dieser Wertewandel im ersten Augenblich bedrohlich erscheint, birgt er auch eine Chance in sich. Wer früh genug beginnt, die Muster der eigenen Beziehungen und das damit verbundene Verhalten zu verstehen, hat die Möglichkeit den Partnerschaften eine neue Qualität zu geben. Durch die Betrachtung des Verhaltens innerhalb der Beziehung können Partnerschaftsprobleme aufgedeckt und bearbeitet werden. Ziel ist es, so Partnerschaften im eigenen Ermessen zu gestalten und die Partnerschaftszufriedenheit zu erhöhen. Hierzu ist es vorerst wichtig, festzustellen, in welcher Art von Partnerschaft man sich befindet.

Impulsive Paare

Kommt es bei impulsiven Paaren zu Konflikten in der Partnerschaft, sind meist beide Partner bemüht, den anderen von den eigenen Argumenten zu überzeugen. Dabei kann die Diskussion auch sehr negativ ausfallen obwohl im Großen und Ganzen ein Schlagabtausch bei impulsiven Paaren von positiven Emotionen dominiert wird. Bei Konflikten zwischen impulsiven Persönlichkeiten stehen meist Themen rund um die eigene Individualität und Eigenständigkeit im Mittelpunkt. Generell sind solche Beziehungen aber durch Intensität und Leidenschaftlichkeit gekennzeichnet.

Für impulsive Paare ist es besonders wichtig, für Ruhephasen innerhalb der Beziehung zu sorgen. Die erlebte Leidenschaftlichkeit ist zwar intensiv und positiv, kann aber auch aufreiben und ermüden. Impulsive Paare müssen für Rituale innerhalb der Beziehung sorgen. Beispielsweise könnte man einmal im Monat einen Beziehungsabend speziell für Gespräche einplanen.

Wertschätzende Paare

Derartige Paare führen häufig Konfliktdiskussionen, welche von einem Übermaß an Einfühlungsvermögen und Verständnis getragen werden. Die Ansichten und Gefühle des Partners werden akzeptiert, sogar dann wenn sie nicht geteilt oder direkt nachempfunden werden können. Wertschätzende Paare versuchen auch in schwierigen Konfliktsituationen eine gemeinsame Lösung zu finden und dadurch sind Auseinandersetzungen meist von Ruhe und Mühelosigkeit geprägt. Diese unterstützende Haltung führt zu einer besonders intimen Beziehung.

Wertschätzendes Verhalten kann unter gewissen Bedingungen in ein kontraproduktives Aufopferungsverhalten kippen. Deshalb sollten wertschätzende Paare dafür sorgen, sich bei Entscheidungen innerhalb der Beziehung auch als eigenständiges Individuum gerecht zu werden. Ansonsten droht trotz Übermaß an Verständnis früher oder später das Ungleichgewicht.

Vermeidende Paare

Sind Paare kaum oder nur sehr unengagiert mit der Lösung ihrer Beziehungskonflikte beschäftigt, können sie als vermeidende Paare bezeichnet werden. Differenzen oder Uneinigkeiten in der Beziehung werden anstatt sie zu behandeln lieber als unbedeutend bezeichnet oder einfach abgetan. Nur selten werden Probleme wirklich ausdiskutiert. Außerdem laufen diese Diskussionen sehr emotionsarm ab. Dieses Verhalten setzt sich in der alltäglichen Kommunikation meist fort. So vermeiden die Paare das Aufkommen von Auseinandersetzungen und Konflikten.

Paare, die vermeidendes Konfliktverhalten aufweisen, müssen ähnlich wie die impulsiven Paare für Regelmäßigkeit in der Beziehungsarbeit sorgen. So kann es nicht dazu kommen, dass wichtige Themen vermieden und ausgeklammert werden. Oft kann es helfen, die Gründe, welche die Angst vor der Konfrontation auslösen, näher zu beleuchten.

Feindselige Paare

Bei diesen Paaren ist eine erhöhte Trennungsrate zu beobachten. Diese lässt sich durch die geringe Partnerschaftszufriedenheit, die geringe Konfliktlösefähigkeit und den nicht aufgebrachten Respekt für den Partner erklären. Neben der fehlenden Achtung des Partners ist die Kommunikation von feindseligen Paaren von Kritik, Uneinigkeit, Verächtlichkeit und Abwehr geprägt. Innerhalb der Beziehung von feindseligen Paaren überwiegen generell negative Gefühle.

Durch die permanente Negativität zwischen feindseligen Paaren kann die Beziehung stark auslaugen oder im schlimmsten Fall zu seelischen Verletzungen führen. Hier ist intensive Beziehungsarbeit angesagt, denn sonst bricht eine derartige Beziehung höchstwahrscheinlich bald auseinander.

Feindselig-losgelöste Paare

Hier besteht das Problem, dass zusätzlich zur vermehrten Negativität in der Beziehung eine starke emotionale Distanziertheit hinzukommt. Das bedeutet, dass bei feindselig-losgelösten Paaren bereits Kleinigkeiten reichen, um Konflikte eskalieren zu lassen. Die fehlende Zuneigung und Liebe führt zu einer inneren Distanziertheit und so wird es schwer, bei Uneinigkeiten Konflikte positiv abzufangen.

Beziehungen von feindselig-losgelösten Paaren sind in ihrer Dynamik meist sehr beunruhigend. Durch die vorherrschende Provokation und Kühle zwischen den Paaren sind seelische Verletzungen nicht ausgeschlossen. Das Verhalten ist jedoch für die Beteiligten nur schwer zu durchschauen und zu durchbrechen. In solchen Fällen ist es ratsam, Hilfe in Form von Psycho- oder Paartherapie einzuholen.

Um zufriedene Beziehungen leben zu können ist es wichtig, die typischen Kommunikations- und Verhaltensstile innerhalb der Partnerschaft zu kennen. Hierbei kann es hilfreich sein, zu wissen, ob man zu den impulsiven, wertschätzenden, vermeidenden, feindseligen oder feindselig-losgelösten Paaren gehört. Ist man sich den wiederkehrenden Mustern dieser unterschiedlichen Beziehungstypen bewusst, können auch Veränderungen vorgenommen werden und so die Partnerschaftszufriedenheit angehoben werden. Oft ist es schon hilfreich, regelmäßig das Gespräch mit dem Partner zu suchen. Klappt die Kommunikation können auch Ungereimtheiten in Beziehungen schnell und erfolgreich aus der Welt geschaffen werden.

Mrz 012012
 

Jedes Jahr, wenn der Winter vorübergeht, die Tage wieder länger werden und die Natur ihr allererstes Grün hervorbringt, widerfährt vielen ganz ein besonderes Gefühl. Scheinbar unbegründet hebt sich die Laune und der Stimmungsbarometer steigt auffallend an. Die Frühlingsluft bringt einen ganz besonderen Duft mit sich und allerorts wird plötzlich wieder mehr gelacht und geflirtet. Dieses Hoch der guten Laune wird den berühmten Frühlingsgefühlen zugeschrieben. Doch was ist wirklich dran an diesem jahreszeitbedingten seelischen Wohlbefinden? Welche Auswirkungen hat der Frühlingsbeginn auf die Psyche und wie und für was kann man diese Zeit am besten nutzen?

Ein Phänomen der guten Laune

Parallel zum Erwachen der Natur wächst auch im Menschen nach dem Winter der Wunsch nach mehr Aktivität. Nach den düsteren und tristen Wintermonaten sorgt der Frühling für einen frischen Wind und mehr Energie. So manche Winterdepression verblasst und wird im schlimmsten Fall gegen eine Frühjahrsmüdigkeit eingetauscht. Der Mensch ist jahreszeitfühliger als er denkt. Dies ist am Drang nach Bewegung und Kontakt im Frühling nicht zu übersehen. Außerdem sinkt das Schlafbedürfnis und die Empfänglichkeit für erotische oder romantische Reize steigt. Der Frühling ist die Zeit der plötzlichen Glücksgefühle, des besonderen Frühlingsduftes und der Schmetterlinge im Bauch.

Mehr Licht sorgt für ein seelisches Hoch

Als wichtiger Auslöser für die Frühlingsgefühle wird das vermehrte Sonnenlicht im Frühling angesehen. Dadurch wird die Produktion von Melatonin gehemmt. Dieses Hormon ist unter anderem an der Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus beteiligt und überwacht außerdem die jahreszeitlich bedingten Veränderungen im Körper. Der hohe Melatoningehalt, welcher im Winter oft müde und antriebslos macht, wird im Frühling, beeinflusst durch das vermehrte Tageslicht, gegen einen niedrigen Melatoninspiegel eingetauscht. Dieser ist unter anderem für das Hochgefühl und die vermehrte Aktivitätsbereitschaft verantwortlich. Außerdem sorgt die vermehrte Lichtzufuhr für die Stabilisierung des Dopamin- und Serotoninhaushaltes. Diese Hormone sind für Glücksgefühle, Lebensfreude und gute Laune verantwortlich.

Der besondere Duft des Frühlings

Jedes Jahr wenn der Frühling Einzug hält, liegt ein ganz spezieller Duft in der Luft. Dieser Geruch ist oft der Anlass genug, um plötzlich in romantischen Erinnerungen zu schwelgen. Viele nehmen an, dass es sich bei dieser zarten Briese um den Geruch der ersten Blüten handeln muss. Jedoch täuscht diese Wahrnehmung, da es sich in Wirklichkeit um den modrigen Geruch des Mooses und des Laubes handelt. Die Mischung aus Blättern und Moos beginnt durch das vermehrte Sonnenlicht im Frühling zu faulen und ist somit die Ursache des sonderbaren Geruchs. Doch kann dieser Geruch ausreichen, um Frühlingsgefühle auszulösen. Der komplexe Geruchsappart des Menschen nimmt die Geruchsmoleküle über die Geruchsrezeptoren in der Nase auf. Von dort gelangen die Informationen ins Riechhirn und weiter ins limbische System, welches stark mit den Erinnerungen verknüpft ist. So ist es möglich, dass dieser besondere Geruch Jahr für Jahr wieder eine psychische Bewegtheit und intensive Empfindungen auslöst.

Die Zeit des Flirtens und des Verliebens

Doch kann der Frühling auch für ein regelrechtes Auf und Ab der Gefühle sorgen. Aufgrund der hormonellen Veränderungen in dieser Jahreszeit wird gerne geflirtet. Beim Mann kann im Frühling ein erhöhter Testosteronwert festgestellt werden. Dieses Hormon ist auch für das psychische Wohlbefinden wichtig und steigert somit die Kontaktbereitschaft. Bei Frauen konnte jedoch kein derart jahreszeitabhängiger Rhythmus der weiblichen Hormone festgestellt werden. Dass im Frühling jedoch vermehrt für Nachwuchs gesorgt wird, ist nicht wahr. Dies geschieht eher in den Monaten, welche aufgrund des Wetters und der Temperaturen zum Kuscheln einladen. Der Frühling ist jedoch die Zeit des Kennenlernens und Verliebens.

Weitere Gründe für das vermehrte Flirten und Daten in den Frühlingsmonaten sind wohl auch die wieder vermehrt auftretenden optischen Reize bei den potentiellen Flirtpartnern. Jeder zeigt im Frühling wieder gern etwas mehr Haut wenn die dicke Winterkleidung gegen figurbetonte oder luftige Kleidung eingetauscht wird. So kann es leicht passieren, dass man sich im Frühjahr verguckt und vielleicht sogar kennen- und lieben lernt.

Frühlingsgefühle verstärken

Zusammengefasst kann man sagen, dass Frühlingsgefühle etwas ganz besonderes sind und für die psychische Gesundheit sehr bereichernd sein können. Wenn man diese verstärken möchte, kann es hilfreich sein, sportliche Aktivitäten und sonnenreiche Spaziergänge in den Alltag einzuplanen. Psychotherapeuten raten außerdem dazu, sich den aufkommenden Gefühlen gegenüber zu öffnen und hinzugeben. Durch das Zulassen der Frühlingsgefühle könne Neues entstehen und eine seelische Reinigung stattfinden. Durch die aufkommende Aktivität könnten alt eingesessene Muster aufgebrochen und neu überdacht werden, so die Meinung der Experten.

Der Frühling bringt ein wunderbares Lebensgefühl mit sich, dass ausgekostet werden will. Am besten beginnt man sofort damit und genießt die frische und lebendige Brise, welche diese Jahreszeit mit sich bringt. Jetzt heißt es erst mal fühlen, genießen und die Seele baumeln lassen.

Nov 282011
 
Verlassenheit

Die Angst vor dem Verlassenwerden und Verlust – Bild: © BeTa-Artworks – Fotolia.com

Menschen, deren Leben vom Gefühl der Verlassenheit dominiert wird, glauben, dass sie alle Menschen, die sie lieben, verlieren werden. Sie haben das Gefühl, dass es ihr Schicksal ist, alleine gelassen zu werden und alleine zu bleiben. Dies geht soweit, dass diese Personen auch in gut funktionierenden Beziehungen davon überzeugt sind, dass auch diese Verbindung scheitern wird. Sogar kurze und zeitlich begrenzte physische Trennungen vom Partner werden als problematisch erlebt und von der Überzeugung begleitet, dass der Partner möglicherweise nicht zurückkehren könnte. Diese Menschen klammern sich sehr an jene, die ihnen wichtig sind und machen sich dadurch von ihren Partnern oft emotional abhängig. Letztendlich mündet diese Einstellung im Gefühl der Verzweiflung.

Wie die Angst vor dem Verlassenwerden entsteht

In den meisten Fällen entwickelt sich die Angst vor dem Verlassenwerden bereits im frühen Kindesalter, häufig in der Zeit vor dem Spracherwerb. Dies ist auch der Grund, warum Menschen, welche an dieser Angst leiden, keine Erklärung für diese finden. In Situationen, in denen sie mit ihren Befürchtungen konfrontiert werden, reagieren sie völlig kindlich und sind davon überzeugt, dass sie völlig alleine sind und niemand für sie da ist.

Personen, die von der Befürchtung des Verlassenwerdens ständig begleitet werden, wurden als Kind oft vernachlässigt oder auch schlecht behandelt. In der Psychologie wird heute angenommen, dass sich Menschen in der Art des Umgangs mit Trennungen unterscheiden. Der Stand der Forschung lässt vermuten, dass es eine biologische Anlage für die Entwicklung solcher Verlustängste gibt. Erlebt ein solches Kind jedoch eine stabile Beziehung zur Mutter und anderen Bezugspersonen, sinkt die Wahrscheinlichkeit, solch starke Verlustängste und Gefühle der Verlassenheit im Erwachsenenalter zu entwickeln.

Das Gefühl der Verlassenheit in intensiven Beziehungen

Derartig starke Gefühle der Verlassenheit treten in der Regel nur in intensiven und intimen Beziehungen auf. Menschen mit solchen Ängsten haben diese Probleme auch in Freundschaften. Natürlich treten dann die Ängste meist in einer weniger starken Form als in intensiven Beziehungen auf. Doch das Verlaufsmuster ist in Freundschaften sowie in Beziehungen sehr ähnlich. Personen, welche das starke Gefühl der Verlassenheit in sich tragen, haben meist emotional unruhige und unbeständige Beziehungen oder vermeiden diese ganz. Schon die kleinste Veränderung beim Partner wird dramatisiert und schürt den Gedanken, verlassen zu werden. Gerade zu Beginn der Beziehung wird oft geklammert und im Laufe der Zeit spielen auch Eifersucht und Besitzgier eine große Rolle. So oder so steht die Gefahr, vom Partner verlassen zu werden, im Mittelpunkt des emotionalen Geschehens.

Aus gewohnten emotionalen Mustern ausbrechen

Auffällig ist, dass Menschen mit derartigen Verhaltensmustern, nach Partnern Ausschau halten, bei denen die Hoffnung auf eine stabile Beziehung zwar gerechtfertigt ist, jedoch nicht zwingend in Erfüllung gehen muss. Zweifel sind weiterhin angebracht und es macht oft den Anschein, als ob sich die gemeinten Personen von instabilen Liebesbeziehungen angezogen fühlen. Der Zustand der Instabilität ist ihnen seit der Kindheit bekannt und vertraut. Paradoxerweise ermöglichen sich die Betroffenen durch derartige Beziehungen, dass aus der Kindheit stammende Gefühl, immer wieder zu erleben. Dieses immer wiederkehrende Muster hat eine starke Anziehungskraft auf die Betroffenen und wird als sehr leidenschaftlich erlebt. Doch diese Leidenschaft wird mit dem erfüllenden Gefühl der Liebe verwechselt.

Die Bewältigung von nicht förderlichen emotionalen Mustern

Personen, welche oft mit dem Gefühl der Verlassenheit konfrontiert werden, müssen verstehen lernen, dass die Ursache dieses Gefühls weit zurück liegt. Wahrscheinlich ist es wie bereits erwähnt in der Kindheit entstanden. Es kann helfen, zu versuchen, sich diese vergangenen Bilder ins Bewusstsein zu rufen. Gleicht man das Vergangene mit aktuellen, vom Gefühl der Verlassenheit geprägten Ereignissen ab, wird man eine Verbindung herstellen können. Durch die Bewusstwerdung eines immer wiederkehrenden Musters, ist man letztendlich in der Lage, derartige Lebenssituationen besser zu erkennen und zu ändern. Auch bei der Wahl des Partners sollte auf Stabilität und Zuversicht Wert gelegt werden. So kann sich der Glaube, nicht mehr verlassen zu werden, mehr und mehr festigen.

In den meisten Fällen wird es hilfreich sein, sich bei der Bewältigung des Gefühls der Verlassenheit durch einen Psychotherapeuten begleiten zu lassen. Macht es den Anschein, dass sich bestimmte nicht förderliche Muster immer wieder wiederholen, sollte man das Angebot psychologischer Hilfe nicht ausschließen. Ein Therapeut kann diesen Veränderungsprozess unterstützen, der schließlich zu emotionaler Stabilität und Sicherheit sowie erfüllten Beziehungen führt.

Jul 282011
 

Die drei folgenden zwischenmenschlichen Aspekte sind der Psychotherapie entliehen: Empathie, Wertschätzung und Echtheit. Diese Aspekte können sich aber auch in alltäglichen Beziehungen als wertvolle und bereichernde Grundpfeiler der Zwischenmenschlichkeit bewähren. Gerade in der Beziehung oder Kommunikation mit Menschen, die man als schwierig, unangenehm oder destruktiv erlebt, kann es von besonderer Bedeutung sein, dem Gegenüber mit der Grundhaltung bestehend aus Empathie, Wertschätzung und Echtheit entgegenzutreten.

Unter Empathie versteht man das Einfühlungsvermögen, welches einem befähigt, die Gefühle des anderen nachzuempfinden. Dabei geht es nicht um die Übernahme dieser fremden Gefühle. Viel wichtiger ist es, dass man seinem Gegenüber durch die eigene einfühlende Haltung vermittelt, dass man versteht, was der andere emotional erlebt. Dies hat einen sehr verbindenden Charakter.

Durch eine gegenseitige Wertschätzung, entsteht zwischen den Gespräch- oder Beziehungspartnern eine Atmosphäre der Akzeptanz. Dabei geht es nicht darum, die Meinung des anderen einfach hinzunehmen. Man kann den anderen niemals zur Gänze verstehen, wenn man ihn oder das Gesagte nicht akzeptiert. Durch diese akzeptierende Haltung gibt man jemanden oder etwas Wert, man wertschätzt somit.

Erst wenn das eigene Auftreten und Verhalten durch Echtheit geprägt ist, kann es zu nahen zwischenmenschlichen Begegnungen kommen. Das Gegenüber erfährt durch diese Haltung, wer man wirklich ist. Man sollte keine Fassade aufbauen oder eine Rolle spielen. Wenn man nicht man selbst ist, macht es auch nur wenig Sinn, sich wertschätzend oder einfühlsam zu zeigen.

Gelingt es die Grundhaltungen der Empathie, Wertschätzung und Echtheit in das persönliche Verhalten zu integrieren, wird dies nicht nur zu mehr positiver Resonanz im Gegenüber führen. Man selbst wird sich durch die adäquaten Reaktionen von außen besser kennenlernen. Die dadurch ausgelöste Selbsterfahrung führt schließlich zu mehr Selbstverwirklichung und Lebenszufriedenheit.

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