
Meditation: Balance für die Seele – Bild: © Tran-Photography – Fotolia.com
Jeder kennt solche Tage – man fühlt sich schlapp, ausgelaugt, leicht reizbar und möchte sich am liebsten zu Hause verkriechen und nichts hören, nichts sehen. Diese Gefühle sind bis zu einem gewissen Grad normal, wenn sie aber regelmäßig wiederkehren, haben sie Auswirkungen auf den Alltag und man gerät in einen Teufelskreis negativer Gedanken. „Positiv denken“ ist ein Mantra, das nicht einfach umzusetzen ist, dies weiß jeder, der einen stressigen Alltag bewältigen muss und nicht viel Zeit hat, seine eigene Psyche zu pflegen.
Die Psychologie greift daher oft auf eine Methode zurück, die vermutlich so alt ist wie die Menschheit selbst und Sie kann helfen, positive Gefühle und Entspannung zurückzuholen: die Meditation.
Ursprünge der modernen Meditation
Die Meditation ist dem fernöstlichen Buddhismus und Hinduismus als spirituelle Praxis entsprungen. Im westlichen Gebrauch wird sie dagegen nicht zwingend religiös, sondern auch als Methode zur Ruhe zu kommen und im Rahmen der Psychotherapie genutzt. Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass regelmäßige Meditation Einfluss auf die Gehirnstrukturen des Menschen nehmen kann. Es handelt sich also keineswegs um Hokuspokus, sondern um eine wirksame Form der Vorsorge und Therapie. Der Vorteil einer solchen Therapie ist, dass man sie allein zu Hause ohne Hilfsmittel ausüben kann. Der Schlüssel dafür ist, sich frei von seinen Gedanken zu machen und einen Zustand der absoluten Entspannung zu erreichen und dies am besten einmal täglich.
Auch wenn es sich einfach anhört – sich frei von Gedanken zu machen und einen Zustand innerer Ruhe durch das Aufsagen von Mantras zu erreichen ist leider nicht so einfach. Damit die Meditation Resultate zeigt, ist viel Übung und Konzentration nötig. Um Meditationen für sich zu nutzen und in das eigene Leben zu integrieren, lohnt sich daher die Einarbeitung in verschiedene Methoden.
Verschiedene Meditationen und ihre Wirkung
Es gibt viele unterschiedliche Techniken der Meditation. Ganz grob lässt sich jedoch eine Einteilung in zwei Überbegriffe machen: die Kontemplation oder auch passive Meditation und die aktive Meditation. Bei der ersten, der kontemplativen Variante, nimmt man die Haltung ein, die den meisten bei dem Gedanken an Meditation sofort in den Sinn kommt: stilles Sitzen, oftmals im Schneidersitz. Aktives Meditieren erfolgt durch Bewegungen oder auch lautes Sprechen. Dazu werden auch bestimmte Sportarten, zum Beispiel Yoga, Tanz und die fernöstliche Kampfkunst gezählt. Es ist allgemein bekannt, dass Sport oder lange Spaziergänge einen positiven Effekt auf die Seele haben. Zur Einarbeitung in die Meditation als seelische Hilfe ist es aber auch ratsam die stille Meditation in Betracht zu ziehen.
Im Westen sind vor allem drei Methoden der stillen Meditation verbreitet: Vipassana, Zazen und Samatha. Vipassana und Zazen stammen aus dem Buddhismus. Bei dieser Meditation wird eine aufrechte Haltung im Sitzen, die nicht zu entspannt aber auch nicht zu anstrengend ist, eingenommen. Dann versucht man, seine Gedanken fließen zu lassen, darauf zu achten was in einem passiert ohne bewusst an einem Gedanken festzuhalten. Der zentrale Gefühlszustand, der bei dieser Meditation erreicht werden soll, ist im Hier und Jetzt zu verweilen. Bei der ebenfalls sehr bekannten Samatha-Meditation konzentriert sich der Meditierende auf ein bestimmtes Objekt, er sagt im Inneren ein Mantra auf, konzentriert sich auf seinen Atem oder fixiert einen Gedanken. Es ist möglich die verschiedenen Meditationen miteinander zu verbinden.
Meditation kann jedem helfen
Meditation ist nicht nur für esoterisch angehauchte Menschen geeignet. Bei Alltagsstress bis hin zu einer schweren Depression kann Meditation der richtige Weg sein um den inneren Seelenfrieden zu finden oder wiederherzustellen. An der Universität Wisconsin untersuchten amerikanische Forscher den Zusammenhang zwischen Meditation und Psyche, indem sie die Gehirnströme von Mönchen aus Tibet untersuchten. Es wird seither davon ausgegangen, dass regelmäßige und langfristige Meditation Einfluss auf das Gehirn und die Persönlichkeit nehmen kann. Natürlich kann man nicht so intensiv meditieren wie ein tibetischer Mönch, dennoch kann man durch Meditationsübungen bereits großen Einfluss auf den Stress und die negativen Gedanken, die einen bisweilen plagen, nehmen.
Beim Meditieren ruht man ganz in sich selbst und ist gezwungen die Außenwelt für mindestens zehn Minuten auszublenden und Kraft aus sich selbst zu schöpfen. In einem Moment der Ruhe können dem Meditierenden auch regelrechte Geistesblitze in den Sinn kommen. Menschen, die zu Depressionen und Burnout neigen oder mit einem Problem nicht weiterkommen, da die Gedanken zu sehr kreisen, wird in der Psychotherapie daher oftmals die Meditation empfohlen.
Mit der Meditation gleich beginnen
Mit dem Meditieren kann jeder direkt beginnen, es werden keine Hilfsmittel benötigt. Für den Anfang reicht es, sich täglich zu einer bestimmten Uhrzeit – am besten immer zur selben – mindestens zehn bis zwanzig Minuten frei zu nehmen um das Meditieren zu üben. Möglicherweise hilft dabei ein abgedunkelter Raum und Entspannungsmusik, dies muss jeder für sich selbst herausfinden. Am Anfang fällt es nicht leicht, die Gedanken fließen zu lassen oder sich im Gegenteil auf nur einen zu konzentrieren. Mit der Zeit jedoch wird es einfacher und man gelangt schneller in einen Zustand der Ruhe. Das Resultat größerer Ausgeglichenheit und Entspannung kann schon nach wenigen Tagen spürbar sein.
