Apr 192013
 
Psychohygiene

Psychohygiene: essentiell für das Wohlbefinden – Bild: © Mopic – Fotolia.com

Zähneputzen, Duschen, Haare kämmen – all diese Dinge gehören wie selbstverständlich zu unserem Alltag, wir halten unseren Körper und unser Umfeld sauber, damit wir uns besser und rein fühlen. Genauso sorgfältig sollten wir unsere Psyche pflegen, diese wird jedoch in unserer Gesellschaft nach wie vor vernachlässigt. Dabei trägt die Pflege der Psyche, ein Vorhaben, das sich unter Psychohygiene zusammenfassen lässt, einen großen Teil zur seelischen Gesundheit bei. Wie man Psychohygiene betreibt um mehr Zufriedenheit, Gelassenheit und seelisches Wohlbefinden im Leben zu erreichen, kann mit ein bisschen Übung gelernt und mit den richtigen Tipps gefördert werden.

Was ist Psychohygiene?

Unsere Psyche ist ebenso ein Teil von uns, wie unser Körper und dementsprechend sorgfältig sollten wir sie behandeln, vor allem wenn bestimmte Sorgen immer wieder an unserem Wohlbefinden nagen. Die Psychohygiene soll daher in erster Linie dazu dienen, die seelische Gesundheit zu erhalten oder wieder herzustellen, indem Stress und schlechte Erfahrungen ausreichend bewältigt werden. Die Psychohygiene strebt die Reinigung der Psyche von Sorgen, Ängsten, Wut, Neid oder ähnlicher negativer Gefühle, die unser Wohlbefinden beeinträchtigen, an. Um das zu erreichen, müssen wir negative Gedanken, Selbstkasteiung und immer wieder kehrende Sorgen lernen loszulassen und mit mehr Gelassenheit zu betrachten.

Ziele der Psychohygiene

Durch eine ausreichende Psychohygiene soll ein Zustand der Entspannung und Gelassenheit und ein inneres Gleichgewicht hergestellt werden. Dabei sollen natürlich nicht jede Form der Sorge und Gefühle verdrängt oder abgelegt werden. Mit Hilfe der Psychohygiene können Menschen jedoch lernen, Teufelskreise zu durchbrechen, Stress und Traumata zu bewältigen und dem Körper und der Psyche eine Pause zu gönnen. Durch die Befreiung von unnötigem Ballast können auf Dauer die seelische Gesundheit erhalten und ein zufriedener Alltag erreicht werden. Dies ist oft auch eine Lösung für körperliche Probleme wie Kopf-, Bauch- oder Rückenschmerzen, die einen immer wieder plagen und für die es keine krankheitsbedingten Ursachen gibt.

Vorgehen der Psychohygiene

Ein Schlüsselbegriff der Psychohygiene ist Achtsamkeit. Bevor die Psyche von Sorgen und negativen Gedanken gereinigt werden kann, müssen diese erst ausfindig gemacht werden. Der Ursache schlechter Gefühle sollte auf den Grund gegangen werden. Dafür müssen die eigenen Stimmungen achtsam beobachtet und analysiert werden. Es kann helfen, die schlechten Gefühle schriftlich festzuhalten. Um Achtsamkeit zu erreichen, ist ein entspannter Zustand Voraussetzung.

Um Psychohygiene effizient nutzen zu können, sollte also zunächst versucht werden Entspannung zu erreichen. Dies kann durch körperliche Methoden wie Atemübungen und Übungen zur Muskelentspannung unterstützt werden. Um schlechte Gefühle und Sorgen in einem Zustand der Entspannung richtig zu identifizieren, können auch bestimmte Leitfragen helfen. Schon das Aufspüren und bewusst machen bestimmter negativer Gefühle tragen einen großen Teil zur Reinigung bei. Mit der Zeit findet jeder das Vorgehen und die Methoden, die ihm persönlich am meisten helfen. Um vom Effekt der Psychohygiene zu profitieren ist schließlich wie bei der körperlichen Hygiene, eine regelmäßige Wiederholung der Psychohygiene der Schlüssel.

Tipps für den Alltag

Viele negative Gefühle, Sorgen und auch kleinere Traumata können durch wenige Tipps im Alltag schon bereinigt werden. Tiefer liegende Probleme, die sich nicht durch eigene Psychohygiene bereinigen lassen, sind jedoch häufig nur im Rahmen einer Psychotherapie wirklich zu lösen. Die folgenden Tipps zur Psychohygiene können jedoch bereits zu einem besseren Wohlbefinden, mehr Gelassenheit und Zufriedenheit im Alltag führen:

Leitfragen und Antworten schriftlich festhalten: Um die negativen Gefühle, die auf die körperliche und seelische Gesundheit schlagen zu identifizieren, sollte man täglich oder mehrmals die Woche Leitfragen wie „Was hat mich heute glücklich/unglücklich gemacht?“, „In welcher Situation war ich heute traurig/ängstlich/nervös/zufrieden/entspannt?“ und die dazugehörigen Antworten auf einem Zettel oder in einem kleinen Notizbuch festhalten. Mit etwas Abstand kann man die einzelnen Situationen bewerten und Wiederholungen aufspüren. So entwickelt man mit der Zeit ein Gespür für die negativen Gefühle, die einen unberechtigter Weise zu viel beschäftigen.

Übungen zur körperlichen Entspannung: Verschiedene Atemübungen und Entspannungstechniken schulen durch einen entspannten Allgemeinzustand gleichzeitig die Achtsamkeit, die eine wichtige Voraussetzung für die Psychohygiene ist. Welche Methoden individuell entspannend sind, kann jeder Mensch für sich selbst herausfinden – manche gehen gern spazieren, machen Yoga oder kommen einfach ein paar Minuten in einem gemütlichen, stillen Raum zur Ruhe.

Ablenkung finden: Wenn man merkt, wie sich Gedanken im Kreis drehen und zu keinem Ende kommen, kann es helfen bestimmte Ablenkungen zu finden, die die Aufmerksamkeit fordern und sich wiederholenden Sorgen zumindest für ein paar Stunden oder Minuten ein Ende setzen. Mit der Zeit kann man lernen „Stopp“ zu sagen und das hin und her wälzen immer gleicher Gedanken zu unterbrechen.

Wiederholung: Die Psychohygiene ist kein Verfahren, das von heute auf morgen sein volles Potential entfaltet. Wie beim Zähneputzen, Duschen und Sport machen ist es deshalb wichtig, sie regelmäßig zu wiederholen. Mit der Zeit werden die einzelnen Methoden und Entspannungstechniken zum Alltag dazu gehören und es wird sich merklich mehr Zufriedenheit einstellen.

Wenn man diese Tipps versucht im Alltag zu beherzigen und ausreichend zu wiederholen, wird sich schon nach kurzer Zeit ein reinigender und beruhigender Effekt einstellen und man lernt, ähnlich wie bei der Meditation, ungesunde Gedanken und Gefühle besser zu bewältigen – für einen zufriedenere und ausgeglicheneren Allgemeinzustand.

Feb 152013
 
Helfersyndrom

Wenn helfen zur Sucht wird – Bild: © Robert Kneschke – Fotolia.com

Der Begriff Helfersyndrom wurde erstmals 1977 von Wolfgang Schmidbauer eingeführt und bezeichnet in zwischenmenschlichen Beziehungen den Hang einer Person, sich immer als Helfer anzubieten. Auch wenn der Wunsch anderen zu helfen per se nichts Schlechtes ist, entwickelt sich dieser Wunsch bei Menschen mit Helfersyndrom zu einer Sucht, die Person ist auf das Helfen fixiert. Diese Art von Hilfsbereitschaft übertritt die körperlichen und geistigen Grenzen der Betroffenen und schädigt die seelische Gesundheit.

Entstehung des Helfersyndroms

Ein Helfersyndrom entsteht oft schon durch frühe Prägungen der Psyche. Menschen, die schon in der Kindheit gelernt haben ihren Wert von der Anerkennung anderer abhängig zu machen, entwickeln ein geringes Selbstwertgefühl und häufig auch ein Helfersyndrom. Wenn Kinder für schwierige Situationen in der Familie und Probleme der Eltern verbal oder subtil verantwortlich gemacht werden oder aber die Anerkennung der Eltern stets an Leistungen geknüpft wurde, lernen sie sich nur dann wertvoll zu fühlen, wenn sie anderen helfen, da sie sich so unabdingbar machen. Sie fühlen sich verantwortlich für die Gefühle anderer und versuchen sich durch ihre Hilfsbereitschaft aufzuwerten. Sie lernen, sich nur dann als guten Menschen zu sehen, wenn sie nicht egoistisch sind, sondern anderen helfen.

Symptome und Folgen des Helfersyndroms

Ein ungesundes Helfersyndrom erkennt man daran, dass die Hilfsbereitschaft einer Person ihre seelische Gesundheit oder körperliche Befindlichkeit beeinflusst. Ein gesunder Egoismus ist von jedem Menschen zu erwarten, auch hilfsbereite Menschen kennen ihre Grenzen. Ein Mensch mit Helfersyndrom beachtet diese Grenzen nicht und überfordert sich. Erschöpfung und sogar Depressionen sind oft die Folge. Gleichzeitig lehnen Betroffene die Unterstützung Dritter ab und achten oft nicht mehr auf die Bedürfnisse derer, denen sie helfen möchten. Die eigenen Wünsche der Betroffenen sind nur noch an die Gefühle anderer geknüpft, sie koppeln ihren Wert an das Wohl und die Anerkennung einer anderen Person.

Dieser Selbstverlust bedeutet eine schwere Belastung für die Psyche. Betroffene leben oft in unglücklichen Beziehungen – sie hängen sich an Menschen in der Hoffnung diese zu ändern oder zu „retten“ und hoffen dadurch ihren eigenen Selbstwert zu steigern. Auch ein übermäßiges schlechtes Gewissen, wenn man sich selbst etwas Gutes tut, kann ein Zeichen für ein Helfersyndrom sein. Menschen mit Helfersyndrom haben daher Schwierigkeiten nein zu sagen und sich den Bitten anderer zu entziehen. Gleichzeitig halten sie andere Menschen oft für undankbar und neigen zu Weltschmerz. Die Folgen dieser ständigen Überforderung gepaart mit einem schlechten Gewissen und einem Selbstverlust münden häufig in Depression und Burn-out.

Das Helfersyndrom überwinden

Eine tief liegende Erkrankung der Psyche allein zu bewältigen, ist nicht leicht. Spätestens bei einer Depression als Folge eines Helfersyndroms sollte man daher die Hilfe eines Psychologen oder Psychotherapeuten einholen. Ein Ansatz, das Helfersyndrom zu überwinden, liegt darin das kindliche Trauma, das für dieses Syndrom verantwortlich ist aufzuarbeiten. Darüber hinaus ist vor allem die Verbesserung des Selbstbildes des Betroffenen nötig, damit er aus seiner Zwickmühle gelangt. Betroffene müssen lernen, dass ihr Wert nicht nur an die Anerkennung und das Wohl anderer geknüpft ist, dass es erlaubt ist, auch mal egoistisch zu sein und das eigene Wohl im Blick zu haben und dass man dadurch kein schlechter Mensch ist und auch nicht von Freunden und Verwandten verlassen wird. Eigene Stärken, fernab von der Hilfsbereitschaft müssen gefunden und gefördert werden.

Wenn Betroffene zum Beispiel Anerkennung im Sport, in der Kunst oder im Beruf erfahren, merken sie, dass sie auch andere Talente haben, die sie „wichtig“ und wertvoll machen. Auch können Betroffene sich ihrer Angst direkt aussetzen, indem sie sich dazu zwingen auch mal nein zu sagen. Auch wenn dies am Anfang besonders schwierig sein wird, wird man mit der Zeit merken, dass man keine schwerwiegenden Konsequenzen fürchten muss. Zeit für sich selbst, das Pflegen eigener Interessen und das Finden der Balance zwischen Hilfsbereitschaft und Egoismus sind der Schlüssel zu einer Überwindung des Helfersyndroms. Literatur, Gespräche und eine Therapie können dabei helfen, die seelische Gesundheit wieder herzustellen.

Tipps für den Alltag

Auch wenn in schweren Fällen eine Psychotherapie angeraten wird, gibt es kleine Experimente und Tipps im Alltag um ein Helfersyndrom zu überwinden und das eigene Selbstwertgefühl zu stärken:

  • Sich zwingen, auch mal nein zu sagen
  • Eigene Hobbys finden und Zeit für sich selbst frei machen
  • Die Unterstützung anderer annehmen
  • Körperliche Signale wie Erschöpfung wahrnehmen
  • Die Perspektive wechseln: Durch Gespräche und Literatur den Unterschied zwischen Hilfsbereitschaft und Aufopferung kennen lernen

Wenn Betroffene lernen, ihre Hilfsbereitschaft zu dosieren und ihre eigenen Bedürfnisse nicht zu vernachlässigen, können Sie ihren hilfsbereiten Charakter nutzen und positiv umsetzen: helfen ohne sich aufzuopfern.

Aug 182012
 
Seelische Gesundheit bedeutet Lebensqualität

Seelische Gesundheit bedeutet Lebensqualität – Bild: © Mopic – Fotolia.com

Es ist eine Selbstverständlichkeit, den Körper zu pflegen und zu stärken. Doch wie oft denkt man eigentlich an die Förderung und Erhaltung der seelischen Gesundheit? Natürlich erscheint das Bewahren des psychischen Wohls im ersten Moment nicht so einfach wie die Erhaltung der körperlichen Gesundheit. Doch gerade in einer schnelllebigen und stressigen Zeit ist es besonders wichtig, der psychischen Gesundheit die nötige Aufmerksamkeit und Beachtung zukommen zu lassen. Wer sich nicht regelmäßig um seine seelische Gesundheit kümmert, läuft Gefahr, den alltäglichen Anforderungen nicht mehr standhalten zu können. Die immense Wichtigkeit der seelischen Gesundheit wird vielen Menschen erst dann bewusst, wenn sie bereits an psychischen Beschwerden leiden. Andauernder Stress, Belastungen und das damit verbundene seelische Ungleichgewicht können letztendlich zu ernstzunehmenden seelischen sowie körperlichen Erkrankungen führen. Doch was ist eigentlich seelische Gesundheit und kann man sie wirklich so einfach beeinflussen?

Die Seele im Gleichgewicht

Seelische Gesundheit bedeutet nicht nur die Abwesenheit von Erkrankungen. Dahinter verbirgt sich viel mehr ein komplexes Gleichgewicht zwischen dem Individuum und der Umwelt. Wer seelisch gesund ist, folgt seinen Bedürfnissen und Interessen und bringt diese in Einklang mit der Umwelt. Wird man sich selbst nicht gerecht, führt dies zu unangenehmen inneren Spannungszuständen. Dies kann der Seele schaden und die persönliche Entwicklung hemmen – Stress, Ärger und Irritationen sind die Folge.

Seelischen Belastungen können sehr vielschichtig sein und verschiedene Lebensbereiche beeinflussen. Gerade in den zwischenmenschlichen Beziehungen, der Familie und am Arbeitsplatz kann sich das seelische Ungleichgewicht negativ auswirken.

Seelisches Wohlbefinden steigern

Genauso wie man die körperliche Gesundheit fördern kann, ist es auch möglich, die seelische Gesundheit zu stärken. Hierfür sollte man für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anspannung und Entspannung sorgen. Man sollte auch um genügend Freiräume neben all den Anforderungen des alltäglichen Lebens kümmern und nicht darauf vergessen, dass der Arbeit immer genügend Freizeit folgen sollte.

Es sind die Familien und Partnerschaften, welche Liebe, Sicherheit und Geborgenheit spenden. Diese Dinge sind für die Erhaltung und Förderung der seelischen Zufriedenheit unentbehrlich. Aber auch die Arbeit, Freunde und sozialen Netzwerke bieten Raum für Selbstentfaltung und Selbsterkenntnis, welche für die Stärkung der seelischen Gesundheit förderlich sind. Diese Lebensbereiche sollten regelmäßig gepflegt werden sodass sie nicht zu kurz kommen.

Wer auf seine seelische Gesundheit achtet, wird mit innerer Zufriedenheit und Lebensqualität belohnt. Für das perfekte seelische Gleichgewicht gibt es jedoch kein allgemein gültiges Rezept. Jeder ist aufgefordert, sich im Sinne des seelischen Wohls besser kennen zu lernen; das bedeutet die eigenen Grenzen zu erfahren und individuelle Bedürfnisse auszuloten. Durch Selbsterfahrung und Achtsamkeit muss man für sich selbst bestimmen, was für das seelische Wohlbefinden benötigt wird.

Apr 062012
 
Burnout Prävention

Viele Faktoren beeinflussen das Burnout – Bild: © DOC RABE Media – Fotolia.com

Die Anforderungen an die Menschen im Berufs- und Familienleben steigen in unserer heutigen Welt immer weiter an. Die Aufgabengebiete und der Leistungsdruck wachsen stetig und bringen die Menschen an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Erschöpfung, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen sind das Ergebnis dieser Entwicklung. Die Menschen fühlen sich einfach nicht mehr den einfachsten Anforderungen des Tages gewachsen und erkranken an einem Burnout. Doch wie erkennt man, dass man unter Burnout leidet und wie kommt es eigentlich dazu? In unserer Gesellschaft ist es wichtiger denn je zu wissen, wie man das Burnout verhindern kann oder an wen man sich wendet, wenn bereits alles für ein sogenanntes Burnout-Syndrom spricht.

Was ist Burnout und welche Symptome machen es erkennbar?

Betroffene, die am Burnout-Syndrom erkrankt sind, leiden an einer starken körperlichen, geistigen und seelischen Erschöpfung. Erkrankte können ihre Aufgaben nicht erfüllen, sie fühlen sich einfach leer und kraftlos und können ihrem Wunsch zu arbeiten nicht mehr nachkommen. Burnout trifft Menschen, die in ihrem Alltag stark eingespannt sind und eine hohe Verantwortung tragen. Dazu gehören nicht nur Manager, sondern auch Angestellte in der Medizin und Pflege oder in pädagogischen Berufen. Aber auch Angestellte aller anderen Berufszweige können gefährdet sein.

Es gibt ganz typische Symptome für das Burnout-Syndrom. Sie müssen nicht alle sofort vorliegen, sondern entwickeln sich mit dem Krankheitsverlauf. Viele Erkrankte leiden an Lustlosigkeit und dem Gefühl des Versagens. Die Angst, die gestellten Aufgaben und Anforderungen nicht mehr erfüllen zu können, begleitet sie ständig. Alles wird sinnlos und das Interesse am Beruf oder den Aufgaben nimmt ab. Sie leiden an einer ständigen Müdigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung und an Konzentrationsstörungen. Depressionen entwickeln sich und Stimmungsschwankungen bestimmen den Alltag der Betroffenen. Nicht selten klagen Burnout-Erkrankte über körperliche Beschwerden wie Kopf-, Rücken- oder Magenschmerzen.

Die Erkrankung der Psyche erfolgt langsam

Der Zeitpunkt des Beginns der Erkrankung mit Burnout ist nicht einfach zu definieren. Das Burnout-Syndrom ist eine Krankheit, die schleichend beginnt. Stress ist ein Auslöser der Krankheit. Der Erkrankte hat das Gefühl, nicht mehr nachzukommen und die gestellten Anforderungen nicht mehr erfüllen zu können. Um Anerkennung und Erfolg für seine Arbeit zu bekommen, übernimmt er immer mehr Aufgaben. Er hat das Gefühl zu arbeiten und nie fertig zu werden, einfach nur zu funktionieren. Er erledigt die Aufgaben mechanisch und gerät zunehmend unter Stress. Hinzu kommen dann die typischen Symptome des Burnouts: ständige Müdigkeit und Schlafstörungen, Angstgefühle und Stimmungsschwankungen. Alles wird auf den Stress geschoben, die eigentliche Ursache bleibt unerkannt. Emotionale Erschöpfung macht sich breit, die Psyche erkrankt. Es beginnt ein Kreislauf aus Selbstzweifeln, Unzufriedenheit und Angst. Betroffene des Burnout-Syndroms erkennen häufig nicht, dass sie erkrankt sind.

Nicht nur Stress und Termindruck begünstigen Burnout

Die Anforderungen an die Menschen im Beruf und im Alltag steigen immer weiter an. Ein Termin jagt den Nächsten, der Erfolgsdruck wächst und der Arbeitstag dauert oft bis in den Abend. Viele Aufgaben können in der normalen Arbeitszeit nicht mehr erledigt werden. Durch Internet und Telefon ist man für Kunden ständig erreichbar und eine kontinuierliche Arbeitsweise ist nur noch selten möglich. Stress gehört dazu und ist ein ständiger Begleiter. Betroffene erkranken durch Überforderung, Überreizung und der Überlastung der Psyche am Burnout.

Die eigene Persönlichkeit spielt ebenfalls eine Rolle beim Burnout und kann den Ausbruch der Krankheit begünstigen. Perfektionismus und Ehrgeiz ergänzen sich häufig. Aufgaben können von diesen Menschen schlecht delegiert werden. Alles soll perfekt sein und daher erledigen sie die Aufgaben lieber selbst. Dieses andauernde Streben führt bei Überforderung der Psyche schnell zum Burnout. Sie übernehmen zusätzliche Aufgaben, nur weil sie nicht nein sagen können und gehen an ihre psychischen und körperlichen Belastungsgrenzen. Bleibt nicht mehr genug Raum zu Erholung ist die Erkrankung am Burnout vorprogrammiert.

Es gibt kein Muster zur Behandlung

Die Behandlung der Betroffenen erfordert zunächst einen Aufenthalt in einer psychosomatischen Einrichtung. Die körperliche Erholung geht mit einer psychischen Erholung Hand in Hand. Die Betroffenen müssen lernen, auf ihren Körper zu hören und Leistungsgrenzen neu zu definieren. Mit Hilfe einer Psychotherapie werden Ursachen aufgearbeitet und Lösungswege gesucht. Dies ist ein langer und individueller Weg zurück zu alten Kräften.

Prävention bevor es zu spät ist

Einem Burnout kann vorgebeugt werden. Zur Prävention gehört es den Alltag zu betrachten. Wer ständig unter Anspannung und Stress steht, sollte unbedingt einen Ausgleich schaffen. Konzertbesuche, Sport oder Spaziergänge sollten fest eingeplant und auch eingehalten werden. Und zwar nicht mit schlechtem Gewissen, sondern im Bewusstsein abschalten zu wollen. Entspannungsübungen lassen sich gut im Alltag unterbringen und helfen gegen Burnout. Yoga oder andere Entspannungsprogramme helfen Ruhe zu finden und den Stress bewusst außen vor zu lassen. Ein fester Feierabend gehört ebenso zur Prävention gegen Burnout. Feste Zeiten für Mahlzeiten und bestimmte Rituale am Abend geben dem Tag einen Rahmen und helfen die gesetzten Prioritäten einzuhalten.

Eine geordnete Terminplanung und Zuteilung von Aufgaben und Zuständigkeiten helfen im Beruf Stress zu vermeiden. Nur wenn ausreichend Zeitpuffer vorhanden ist, können zusätzliche Aufgaben übernommen werden.

Burnout ist eine ernsthafte Erkrankung, die immer mehr Menschen betrifft. Solange noch keine ernsthafte Erkrankung vorliegt, kann mit Prävention gegengesteuert werden. Gerade Menschen, die immer unter Stress stehen, sollten sich Auszeiten schaffen und gut auf ihren Körper hören. Wer mit sich selbst sorgsam umgeht und die Symptome rechtzeitig erkennt und etwas dagegen tut, wird nicht so schnell am Burnout erkranken.

Mrz 302012
 

Wer beim Stichwort “Mentaltraining” an Spitzensport denkt, liegt nicht ganz richtig – wenngleich die im Mittelpunkt stehenden Elemente beim Mentaltraining als auch beim Sport der Geist und die Psyche des Menschen ist. Mithilfe des mentalen Trainings soll es möglich sein die Selbstwahrnehmung zu schärfen und so schwierigen Lebenssituationen besser zu bewältigen. Mittels Mentaltraining soll eine positive Grundhaltung zum Leben entwickelt werden und ein Mentalcoaching soll Betroffene dabei unterstützen, alte, teilweise hinderliche Denkmuster aufzubrechen, um neue Perspektiven zu erschließen.

Es geht beim Mentaltraining um eine alltagstaugliche Lebenshilfe und das Erkennen und Lösen von blockierendem Verhalten, wie es beispielsweise bei der Rauchentwöhnung hilfreich ist, bei der Umstellung eingefahrener Mechanismen und dem Umgang mit schwierigen, beängstigenden Situationen wie angstbesetzten Prüfungen. Oder anders gesagt: Manchmal hilft das Mentaltraining dabei, den inneren Schweinehund zu besiegen, manchmal ist es eine Stütze für die Psyche, manchmal ist es Alltagshilfe, aber immer ist es gut.

Mentaltraining ist für jeden geeignet

Beispiele für die Anwendung von Mentaltraining gibt es viele. Jeder, der bemüht ist, sich ein oder zwei Tage im Alltag etwas aufmerksamer zu beobachten, mag feststellen dürfen, dass es Situationen gibt, in denen ein wenig Unterstützung auf mentaler Ebene hilfreich wäre.

Wer damit kämpft, nicht zur Schokolade zu greifen und stattdessen lieber eine Runde Joggen zu gehen, wer abends Gedanken und Probleme wälzt, statt in die Entspannung und den erholsamen Schlaf zu finden, wer unliebsame Aufgaben stets bis zum letzten Zeitpunkt aufschiebt, mag mentales Training durchaus als probate Hilfe im Alltag betrachten können. Denn die mentale Stärke, die man benötigt, um den inneren Schweinehund zu bändigen oder innere Schwächen zu überwinden, kann mit Hilfe von Mental-Coaching durchaus trainiert werden. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Mentaltraining als Selbsthilfe-Programm

Handelt es sich bei der Situation, in der Unterstützung notwendig wird, um eine eher alltägliche Problemstellung, genügt es möglicherweise, sich mittels akustischer Autosuggestionsverfahren von der CD unterstützen zu lassen. Fachverlage haben ein oftmals erprobtes und in der Wirkung überprüftes Angebot an Mentaltrainingsprogrammen beispielsweise zur Förderung des Selbstbewusstseins, zum Einüben von Entspannungstechniken wie dem autogenen Training oder von Lehrgängen zur Stressbewältigung. Über vorgesprochene Formeln der Autosuggestion, meist unterlegt mit entspannenden Klängen und die Psyche öffnender Musik, haben die Trainingsprogramme zum Ziel, in der geschützten häuslichen Umgebung eine Veränderung der Denk- und Verhaltensmuster herbeizuführen.

Mentalcoaching: Begleitet zur Veränderung

Manchmal allerdings ist durchaus der Einsatz von geschulten Mentaltrainern mit Kenntnissen aus der Psychologie hilfreich, da diese sich auf den Einzelfall einzustellen vermögen. Eingefahrene Demotivationsstrategien wie “Ich kann das sowieso nicht”, die am Glücklichsein hindern, konstantes Misstrauen gegenüber dem eigenen Instinkt und damit verbundene tiefer wirkende Selbstzweifel oder ganz konkrete Krisensituationen können bei Nichtbewältigung langfristig mehr als nur Blockade sein und zu schwerwiegenden Belastung der Psyche werden.

Hier ist möglicherweise der punktuelle oder langfristige Einsatz eines Trainers für Mental-Coaching das Richtige. Beginnend mit einer ausführlichen Anamnese des konkreten Problems und der Frage, wo der Hilfesuchende steht, wird ein gemeinsames Trainingsprogramm für die Psyche erarbeitet. Dabei hilft der Trainer in der Regel dabei, eine Übereinstimmung von Körper, Seele und Geist herbeizuführen, indem individuelle Körper- und Entspannungsübungen trainiert werden. Außerdem hilft der Mentaltrainer dabei, das zu erreichende Ziel abzustecken und eingefahrene Denk- und Verhaltensmuster aufzuspüren und zu durchbrechen. Hilfreich ist dabei die Funktion des Trainers als außenstehende Person, die durch die geschulte Wahrnehmung im geschützten Raum das eigene Verhalten spiegeln und thematisieren kann.

Den inneren Mentaltrainer entdecken

Mentaltraining kann aber letztlich jeder von uns ganz einfach im Alltag testen und sich dabei von der Wirkung der Selbstbeeinflussung überzeugen. Wer die Selbstwahrnehmung trainieren und sich ab und zu gewissermaßen von außen betrachten möchte, kann dies schon bei der gleich anstehenden Busfahrt oder dem nötigen Einkauf tun und die Umwelt als Übungsfeld benutzen. Hierzu stellt man sich einfach darauf ein, bei der nächsten Begegnung mit anderen Menschen positiv zu reagieren, anstatt sich zu ärgern – egal, was passiert. Und wenn man sich trotzdem ärgert, sollte man es sich nicht übel nehmen, sondern versuchen herauszufinden, was den Ärger verursacht hat und wo man ihn spürt. Wenn man dann noch einmal mehr als einmal zu wenig lächelt und sich vornimmt, sich beim nächsten Mal nicht wieder ärgern zu lassen – und wenn man sich dann auch noch gut fühlt – hat man den eigenen Mentaltrainer in sich für den Alltag schon entdeckt.

Das mentale Training ist eine empfehlenswerte Technik um die Gesundheit der Psyche zu fördern und zu erhalten. Es ermöglicht das Lösen von inneren Blockaden und sorgt somit für ein seelisches Gleichgewicht. Dadurch kann die eine oder andere psychische Problematik vorgebeugt werden. Ob Mentaltraining nun angeleitet oder per Selbsthilfe-CD durchgeführt wird, ist Geschmackssache und jedem selbst überlassen.

Jan 272012
 

Bei körperlichen Beschwerden vertrauen viele ihre Symptome zuallererst der Suchmaschine an. Doch auch bei seelischen Problemen ist es sehr einfach, mehr Informationen und Tipps von Dr. Google zu erhalten. Schnell sind die Symptome eingegeben und augenblicklich sind eine Vielzahl von Informationen und Ratschläge verfügbar. Doch ist es überhaupt ratsam gerade bei seelischen Problemen und psychologischen Fragen Dr. Google zu konsultieren? Eine zu rasch gestellte Selbstdiagnose kann besonders bei seelischen Leiden negative Folgen haben. Jedoch bietet das Internet auch viel Hilfreiches für die Selbsthilfe und Ratsuchende können schnell Unterstützung erhalten. Dabei ist es aber wichtig zu wissen, wie man mit dem enormen Informationsangebot richtig umgeht.

Informationssuche im Netz ersetzt nicht den Experten

Wer bei seelischen Problemen auf Ratschläge oder Beratungsangebote im Internet zurückgreift muss sich in erster Linie bewusst machen, dass diese den Gang zum Mediziner, Psychologen oder Psychotherapeuten nicht ersetzen können. Besonders bei komplizierten oder akuten Problemen ist auf die Hilfe aus dem Netz kein Verlass. Leider ist es aber auch oft der Fall, dass aufgrund von Scham oder Angst die Unterstützung aus dem Netz der Hilfe von Experten vor Ort vorgezogen wird. Man sollte sich bei der Heranziehung von Hilfe aus dem Netz Folgendes bewusst machen: Informationen und psychologische Beratungsangebote aus dem Internet sollen nur der ersten und allgemeinen Orientierung oder der zusätzlichen Unterstützung einer professionellen Begleitung dienlich sein.

Der richtige Umgang mit Informationen verhindert Cyberchondrie

Bei Problemen seelischer Natur spricht nichts gegen eine Informationssuche im Internet. Dabei sollte man aber den Informationsgehalt immer kritisch hinterfragen. Problematisch kann es auch sein, wenn dem Internet mehr Glauben geschenkt wird als dem Experten vor Ort. Besonders wichtig ist dies bei seelischen Beschwerden. Hier ist es aufgrund der komplexen Zusammenhänge für den Betroffenen oft schwer, sich ein objektives Bild über seinen Zustand zu verschaffen. Im schlimmsten Fall kann es durch die vermehrte Beschäftigung mit den eigenen Problemen und emotionalen Thematiken zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes kommen. Besonders ängstliche Menschen, die zur Hypochondrie neigen, finden bei der Informationssuche im Netz schnell den passenden Beweis für ihre schlimmsten Vermutungen. So ist es nicht selten der Fall, dass sich diese Personen nach der Befragung von Dr. Google schlechter fühlt als zuvor. Für dieses Phänomen benutzt man in Expertenkreisen bereits das neu erfundene Fachwort „Cyberchondrie“.

Besonderes Augenmerk auf Seriosität setzen

Bei der Auswahl von Informationen im Internet sollte deshalb immer darauf geachtet werden, dass man es mit einem seriösen Anbieter zu tun hat. Ob es sich um ernstzunehmende und hilfreiche Inhalte handelt, merkt man beispielsweise daran, dass sich Online-Anbieter bemühen, einem bestimmten seelischen Thema sensibel zu nähern. Stehen lediglich plakative Versprechen, unglaubwürdige Erfolgsgeschichten oder Kaufaufforderungen im Vordergrund, sollte von dem entsprechenden Informationsanbieter im Netz Abstand gehalten werden.

Vor- und Nachteile von Foren, Communities und der Online-Beratung

Neben dem klassischen Angebot von Informationen zur Bewältigung besonderer Lebenssituationen, beispielsweise in Fachlexika oder auf Gesundheitsportalen, bietet das Internet außerdem zahlreiche Communities zu den unterschiedlichsten Themen und Problembereichen. Neben klassischen Foren bestehen auch professionell moderierte Selbsthilfegruppen im Netz. Einen besonderen Mehrwert bilden sogenannte Ratgeber-Communities. In diesen Communities kann jeder seine Fragen stellen und von der Lebenserfahrung und dem Wissen der anderen profitieren. So entsteht eine Wissensbasis, die auch für andere nützlich sein kann. Abseits dieser Communities besteht auch die Möglichkeit der persönlichen Online-Beratung. Diese Angebote der psychologischen Lebensberatung werden je nach Anbieter kostenfrei, zum Teil aber auch kostenpflichtig angeboten.

Wie sich gezeigt hat, sollte man verantwortungsvoll mit den Informationen zur Bewältigung seelischer Probleme von Dr. Google umgehen. Jedoch ist es unumstritten, dass das Internet viele wertvolle Quellen, die Menschen bei der Überwindung ihrer Probleme und Sorgen unterstützen können, bietet. Das reichliche Angebot an Informationen ermöglicht Betroffenen einen selbstverantwortlichen und selbstfürsorglichen Umgang mit ihrer Situation. Die zusätzliche Unterstützung durch Communities kann sich positiv auf die Problembewältigung auswirken. Somit ist das Internet eine wichtige und unabdingbare Quelle der Hilfe zur Selbsthilfe.

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