Nov 052011
 

Wenn die Tage kürzer werden, die Temperaturen absinken und die Landschaft im Nebel versinkt, klagen viele Menschen über psychische Verstimmtheit und eine verminderte Antriebskraft. Oft verspüren Menschen in der kalten Jahreszeit eine schwere Last auf ihren Schultern und verfallen in einen trübseligen Gemütszustand. Die Rede ist von der Winter- oder Lichtmangeldepression, welche auch als saisonal abhängige Depression (SAD) bekannt ist. Da es sich hierbei um eine belastende psychische Veränderung handelt, sollte man sich früh genug mit vorsorglichen und lindernden Maßnahmen auseinandersetzen.

Das typische Erscheinungsbild der Winterdepression

Die Winterdepression beginnt meist schleichend und äußert sich durch schlechte Laune und zunehmende Stimmungsschwankungen. Im Gegensatz zur typischen Depression, welche unter anderem mit Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Schlaflosigkeit einhergeht, zeichnet sich die Winterdepression im Speziellen durch vermehrten Heißhunger auf Kohlenhydrate, Gewichtszunahme und ein verstärktes Schlafbedürfnis aus. Wie bei der klassischen Depression wird dies von Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Freudlosigkeit begleitet. Jedoch sind diese drei Grundsymptome bei der Winterdepression weniger stark ausgeprägt.

Auf der sozialen Ebene kann während der Winterdepression ein Rückzugsverhalten und eine Isolationsneigung beobachtet werden. Dabei steht die sogenannte saisonal abhängige Depression nicht im direkten Zusammenhang mit psychosozialen Stressfaktoren wie beispielsweise der Weihnachtshektik. Im Frühjahr kann dann meist eine vollständige Rückbildung der Symptome erwartet werden.

Die Ursachen der saisonal abhängigen Depression

Als Ursachen für die Winterdepression werden die Störung des Tagesrhythmus und der einhergehende Lichtmangel angenommen. Durch das mäßige Licht in den Wintermonaten verändert sich der Melatoninstoffwechsel. Der Melatoninspiegel steigt auf Kosten des Serotonins an und der Serotoninspiegel sinkt, da Melatonin ein Abbauprodukt des Neurotransmitters Serotonin ist. Der niedrige Serotoninspiegel kann letztendlich für die depressive Symptomatik verantwortlich gemacht werden.

Tipps für die Behandlung einer Winterdepression

Die Herbst- sowie die Winterdepression wird wie beschrieben durch einen Lichtmangel ausgelöst. Meist gesellt sich hier auch noch ein Mangel an Aktivität hinzu. Die Behandlungskonsequenz ist also, das Licht- und Aktivitätsdefizit auszugleichen.

Nicht umsonst boomt der alljährliche Wintertourismus. Sowohl auf der Skipiste als auch im Urlaub in fernen Ländern kann reichlich Sonnenlicht getankt werden. Derartige Reisen müssen aber nicht sein. Wer das beschränkte Lichtangebot beispielsweise durch regelmäßige Spaziergänge bei Tageslicht richtig nutzt, kann der Winterdepression ebenfalls entgegenwirken. Diese Spaziergänge sind bestens dazu geeignet, die depressionsspezifische Müdigkeit und Mattheit zu vertreiben.

Neben dem natürlichen Tageslicht kann man außerdem zu künstlichem Licht mittels Lichttherapie greifen. Bei mittelstarken Winterdepressionen kann man die künstliche Licht- und Fototherapie einsetzen. Dabei setzt man sich einem speziellen Licht, welches eine spektrale Zusammensetzung wie das Sonnenlicht und mindestens die zehnfache Intensität der Zimmerbeleuchtung aufweist, aus. Bei einem rechtzeitigen Behandlungsbeginn im Herbst können depressive Rückfälle oft vermieden werden. Ansonsten führt die Lichttherapie in den meisten Fällen zu einer Abmilderung der Symptome.

Eine sehr gute und mittlerweile auch wissenschaftlich bestätigte antidepressive Wirkung kann mit dem Pflanzenheilmittel Johanniskraut erzielt werden. Besonders bei leichteren depressiven Verstimmungen ist dieses Pflanzenmedikament in seiner Wirkung sehr erfolgreich. Jedoch sollte von einer Selbsttherapie abgeraten werden. Obwohl es sich um ein Pflanzenheilmittel handelt, sollte man die genaue Einnahme zuvor mit einem Arzt absprechen. Johanniskraut erweist sich bei langfristiger und hochdosierter Einnahme als sehr vielversprechende Behandlungsmöglichkeit bei Winterdepressionen.

Kann eine Winterdepression bereits im Herbst verhindert werden?

Es hat sich gezeigt, dass regelmäßige Aktivitäten bei Tageslicht die beste vorbeugende Wirkung gegen Winterdepressionen haben. Man sollte es sich bereits im Herbst zur Routine machen, eine tägliche „Lichtstunde“ in den Tagesablauf einzubauen. Körperliche Aktivitäten wirken besonders bei Personen in den mittleren Lebensjahren stimmungsaufhellend, angstlösend und entspannend.

Wie bereits erwähnt kann man einer saisonal abhängigen Depression durch Lichttherapie oder die Einnahme von Johanniskraut vorbeugen. Doch ist es letztendlich auch die positive Einstellung zum Leben, welche eine Winterdepression weniger wahrscheinlich macht. Ein achtsamer Umgang mit sich selbst durch gesunde Ernährung, reichlich Schlaf und erfüllende soziale Kontakte kann hierfür hilfreich sein.

Ist trotz aller Bemühungen keine Besserung der Winterdepression in Sicht sein, sollte der Gang zum Arzt auf keinen Fall gescheut werden. In manchen Fällen ist eine medikamentöse Therapie notwendig, um die Symptome der saisonal abhängigen Depression zu lindern.

Aug 032011
 

Klassische Symptome der Depression sind das Gefühl der Traurigkeit, Niedergeschlagenheit oder innere Leere. Neben diesen emotionalen Erscheinungen ist die Depression auch an psychophysiologischen Merkmalen wie Schlafstörungen, Appetitminderung oder Gewichtsverlust erkennbar. Genau dieselben Symptome findet man bei der typischen Trauerreaktion nach dem Tod eines geliebten Menschen wieder. Ist also die Trauer der Depression gleichzusetzen oder ist man als Trauernder gefährdet, depressiv zu werden?

Wie lange und in welcher Form jemand trauert ist unter anderem von der Persönlichkeit und dem kulturellen Hintergrund des Betroffenen abhängig. Obwohl sich sehr viele Symptome der Trauer und der Depression gleichen, wird aus psychologischer Sicht auch bei schweren Trauerreaktionen nicht gleich eine Depression angenommen. Erst wenn nach zwei Monaten keine Besserung zu erwarten ist, sollte eine depressionsspezifische Behandlung in Betracht gezogen werden.

Diese Zeitspanne von zwei Monaten soll sicherstellen, dass auch aus gesellschaftlicher Sicht genug Zeit für den so wichtigen Trauerprozess bleibt und die normale Trauerarbeit einer Person nicht als krankhaft angesehen wird.

Komplizierte Trauerreaktionen, welche einen in der Depression mündenden Verlauf haben, sollten keinesfalls verharmlost sondern unbedingt psychotherapeutisch behandelt werden. Studien haben gezeigt, dass bei Personen, welche sehr früh belastenden Lebensereignissen ausgesetzt waren, für eine spätere Entwicklung einer Depression anfälliger sind. In solch einen Fall kann der Tod einer nahestehenden Person als Auslöser für die Depression eine Rolle spielen.

Apr 182011
 

Faktoren aus Sicht der Psychologie, die zur Entstehung einer Depression beitragen können, sind beispielsweise schwierige Entwicklungen in der Kindheit. Dazu kann unter anderem ein überfürsorglicher, zu ängstlicher Erziehungsstil der Eltern gehören, welcher zu einer in der Psychologie so genannten „erlernten Hilflosigkeit“ führen kann. Risikofaktoren für die Entstehung einer Depression sind auch mangelnde Stressbewältigungsstrategien. Traumatische Erfahrungen in der frühesten Kindheit wie der Verlust eines Elternteils, eine gestörte Mutter-Kind-Beziehung, ein gestörtes Selbstwertgefühl oder auch Erfahrungen im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch oder Katastrophen können aus Sicht der Psychologie zur Entstehung einer Depression beitragen.

Zwischen depressiven Episoden gibt es bei etwa zwei Drittel der Betroffenen auch Phasen völliger Gesundheit. Bei manchen Depressiven tritt auch eine nur teilweise Besserung ein, 15 % der Depressionen gestalten sich chronisch. Bei einer guten Behandlung dauern depressive Episoden nur einige Monate, 15 – 20 % aber auch länger als ein Jahr. Meist bestehen aber sehr gute Heilungschancen. Die Rückfallquote nach der ersten Episode liegt zwar bei 50 %, dies hängt aber auch von der Behandlung und Prävention ab.

Trotzdem sich die Symptome ähneln, gibt es bereits bei einer groben Einteilung vier Formen der Depression: Bei der endogenen Depression nimmt man an, dass für diese Stoffwechselstörungen im Gehirn und/oder genetische Faktoren wesentlich sind. Somatogene Depressionen haben unmittelbare körperliche Ursachen, während psychogene Depressionen als Folge seelisch belastender Ereignisse auftreten. Bei einer Depression in besonderen Lebenslagen besteht ein konkreter Zusammenhang zwischen dem Auftreten der Depression und den Lebensumständen.

Möglichkeiten, dem Auftreten einer Depression vorzubeugen und die psychologische Gesundheit zu bewahren, sind beispielsweise der verantwortungsvolle Umgang mit Krisen. Um die psychologische Gesundheit zu erhalten, sollten diese angegangen und nicht verdrängt oder schöngeredet werden. Eine sinnvolle Lebensplanung, besonders in Bezug auf tiefgreifende Veränderungen wie beispielsweise den Ruhestand, ist ebenso wichtig für die psychologische Gesundheit.

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