Sep 132012
 
Gehirntraining

Gehirntraining: in jedem Alter von Nutzen – Bild: © julien tromeur – Fotolia.com

Manchmal trifft man auf Menschen, die auch im hohen Alter nichts an geistiger Fitness und Aufnahmefähigkeit verloren haben. Andere wiederum fragen sich bereits früh, warum sie so vergesslich geworden sind oder Schwierigkeiten haben zu lernen und sich zu konzentrieren. Abgesehen von Krankheiten wie Demenz und Alzheimer, liegt die geistige Leistungsfähigkeit zum Teil in unseren eigenen Händen. Während die meisten ab einem gewissen Alter immer mehr auf ihre körperliche Fitness achten, ist das gezielte Training von Gedächtnis und Konzentration noch nicht in aller Munde. Dabei ist es möglich so genanntes Gehirnjogging zu nutzen um die eigene Aufmerksamkeit zu steigern und die Leistungsfähigkeit des Gehirns bis ins hohe Alter so gut wie möglich zu erhalten.

Wie das Gedächtnis funktioniert und wie es sich trainieren lässt

Unser Gehirn speichert Reize auf drei verschiedene Wege: sensorisch, kurzzeitig und langzeitig. Kurzzeitig gespeichert und verarbeitet werden Reize im so genannten Arbeitsgedächtnis. Dieses Gedächtnis stellt sich im Zusammenhang mit Gedächtnistraining und Intelligenz als besonders relevant heraus, denn mit einem guten Arbeitsgedächtnis ist man in der Lage schneller und effektiver zu denken und Probleme zu lösen. Darüber hinaus wurde ein starker Zusammenhang zwischen einem guten Arbeitsgedächtnis und der Intelligenz nachgewiesen. Die Stabilität des Arbeitsgedächtnisses ist allerdings nicht angeboren, sondern kann bis ins hohe Alter verändert werden, und zwar mit Hilfe von Gedächtnistraining.

Im hohen Alter ist es meistens nicht das Langzeitgedächtnis, das leidet, sondern das Arbeitsgedächtnis: Die Konzentration lässt nach, die Aufmerksamkeit lässt sich nicht lang halten und es kommt zu Vergesslichkeit. Sich nicht mehr auf das eigene Gedächtnis verlassen zu können, hat Auswirkungen auf die Psyche der Betroffenen. Gezieltes Gedächtnistraining in Form von Übungen kann dieses Gefühl von Verwirrung und Angst vermeiden und die geistige Leistungsfähigkeit steigern und erhalten.

Wirksames Gehirnjogging ist individuell und abwechslungsreich

Gehirnjogging ist nicht gleich Gehirnjogging. Damit das Training Früchte trägt, müssen einige Punkte erfüllt werden, die nicht nur kurzfristig, sondern nachhaltig für bessere Aufmerksamkeit und Konzentration sorgen und die individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse der trainierenden Person abgestimmt sind.

Gehirntraining kann auf unterschiedlichen Niveaus ausgeführt werden. Das ist auch ganz logisch: Ein Siebzigjähriger trainiert sein Gehirn schließlich nicht auf dem Niveau eines Dreißigjährigen. Während das Training des Siebzigjährigen vielleicht vor allem auf einfache Übung zum Gedächtnistraining abzielt, möchte der Dreißigjährige sein Gehirn fordern und greift auf komplexere Übungen im Bereich des logischen Denkens zurück. Die einzelnen Übungen sollten daher dem gewünschten Niveau der Trainierenden entsprechen, nicht zu einfach und nicht zu schwierig sein. Mit der Zeit kann der Schwierigkeitsgrad entsprechend dem individuellen Fortschritt gesteigert werden. Darüber hinaus unterscheiden sich die einzelnen Übungen je nach gewünschtem Resultat. Bestimmte Übungen beugen der Vergesslichkeit vor, andere schärfen den logischen Verstand, wiederum andere dienen dazu, die Aufmerksamkeit zu verbessern. Die Übungen sollten gemäß dem aktuellen Forschungsstand entwickelt worden sein.

Natürlich ist auch im Gehirnjogging die nötige Abwechslung erforderlich um Teilnehmer bei Laune zu halten und das Gehirn zu fordern und zu motivieren. Das Gehirn merkt sich immer gleiche Übungen und reagiert beim nächsten Mal zwar schneller, wird aber nicht mehr gefordert. Neue Herausforderungen sind daher nicht nur im Alltag, sondern auch beim Gehirntraining das A und O. Schließlich zielen die Übungen im Moment der Ausführung nicht auf die Entspannung der Psyche, sondern auf ihre Weiterentwicklung ab.

Sofortiger Erfolg nicht immer zu erwarten

Das Prinzip des Gehirntrainings steht vor allem bei einigen Neuropsychologen in der Kritik. Die geistige Leistungsfähigkeit ist äußerst komplex und lässt sich daher nicht so einfach steigern wie die körperliche Fitness. Vor allem die Art und Weise des Trainings spielt deshalb eine große Rolle. Die Komplexität des Gehirns muss stets im Hinterkopf behalten werden – denn im Gegensatz zum Muskelaufbau durch Gewichtheben oder Liegestützen lässt sich das Gehirn nicht durch stures Pauken verändern.

Die neueste Forschung setzt daher vor allem auf den Aspekt der Motivation. Dinge, die mit Begeisterung getan werden, haben einen besseren Effekt auf unser Gehirn als langweilige Aufgaben, die uns nicht interessieren. Wenn man also kein Fan von Sudoko ist, bringt es auch nicht den gewünschten Effekt, sich jeden Tag zum Lösen einer Aufgabe zu zwingen. Macht einem Sudoko allerdings besonderen Spaß, ist dies eine effektive Art von Training zur Steigerung der eigenen geistigen Leistungsfähigkeit.

Möchte man also langfristig geistig fit bleiben, sollte man sich individuelle Übungen suchen, die zu den eigenen Bedürfnissen passen und außerdem Spaß machen. Ungeduldig sollte man dabei nicht sein. Veränderungen im Gehirn passieren nicht von heute auf morgen und sind immer langfristig zu beobachten. Ein sofortiger Erfolg wird sich daher auch nicht bei täglichem Gehirnjogging einstellen. Der Erfolg äußert sich vielmehr in einer allgemein besseren Leistungsfähigkeit, die sich im Laufe des Lebens bis ins hohe Alter zeigen kann.

Online-Übungen für eine bessere geistige Leistung

Im Internet findet man einige abwechslungsreiche Übungen, die als Gehirntraining fungieren. Bei diesen Übungen muss man sich verschiedene Abläufe und Reihenfolgen merken, Ähnlichkeiten und Zusammenhänge erkennen, Rechenaufgaben lösen, Muster nachzeichnen oder bestimmte Wörter finden. Die Übungen sind auf unterschiedliche Bereiche und Leistungen des Gehirns abgestimmt und helfen dabei, die gewünschten Funktionen des Gehirns zu steigern und zu erhalten.

Sep 292011
 

Der Einfluss von Musik auf den Körper und die Psyche ist unumstritten. Nur wenige Menschen reagieren der Musik gegenüber gleichgültig. Für die meisten, die Musik hören, hat sie entweder eine aktivierende oder eine entspannende Wirkung. Außerdem sagt man der Musik nach, dass sie das Sozialverhalten verbessern kann sowie die Konzentrationsfähigkeit und die Gedächtnisleistung erhöht. Ist es also wahr, dass Musik uns schlauer macht?

In Studien konnte gezeigt werden, dass Personen, welche vor einer Gedächtnisaufgabe klassische Musik hörten bei der Aufgabe besser abschnitten, als jede die keine klassische Musik gehört hatten. Dieses Phänomen ist auch als sogenannter “Mozart-Effekt” bekannt. Es konnte während des Hörens der als angenehm empfundenen Musik eine erhöhte Durchblutung in bestimmten Gehirnarealen beobachtet werden.

Besonders das limbische System, welches auch bei gutem Essen oder Drogeneinfluss aktiv ist, reagierte mit stärkerer Durchblutung. Im Gegensatz dazu waren bei unangenehmer Musik die Bereiche, die auch bei Angst aktiviert sind, stärker durchblutet. Bei angenehmer Musik werden Regionen, welche für Angst- und Alarmreaktionen zuständig sind abgeschaltet und dies wirkt sich positiv auf das Lernen und Einprägen aus. Durch die Musikstimulation kommt es zu einer erhöhten neuronalen Verschaltung und somit zu einer verbesserten Aktivierbarkeit bestimmter Gehirnregionen.

Bei vielen neurologischen und psychischen Erkrankungen wird die positive Wirkung der Musik therapeutisch eingesetzt. Bei Schlaganfallpatienten führt Musikhören zu einer Verbesserung des Sprachgedächtnisses und zu einer Verringerung von Depressionen und Verwirrtheit. Bei Patienten mit Alzheimer hat Musik eine Art Trainingseffekt und beugt dem Abbau des Gehirns vor. Auch bei Personen mit Multipler Sklerose, welche Lern- und Gedächtnisschwierigkeiten entwickeln, kann Musik als Gedächtnisstütze genutzt werden.

Auch bei Gesunden wirkt sich Musik positiv aus. Insbesondere das Spielen eines Instrumentes hat eine lernverbessernde Wirkung. Dies kann gerade bei musikalischen Kindern beobachtet werden. Auch ruft Musik autobiografische Erinnerungen hervor, welche vorwiegend als positiv empfunden werden.

Doch welche Musik ist nun förderlich? Diese Frage kann für jeden anders beantwortet werden. Empfehlenswert ist speziell für den therapeutischen Zweck komponierte Entspannungsmusik oder klassische Musik. Aber auch Popmusik, Schlager und Volksmusik können sich leistungssteigernd auswirken. Dabei ist Instrumentalmusik der Vokalmusik immer vorzuziehen.

Als Faustregel gilt jedoch: Schnelles Tempo und häufiger Tempowechsel wirken anregend. Gleichmäßiges Tempo unterhalb der Herzfrequenz wirkt hingegen beruhigend. Laute Musik mit starken Akzenten stimuliert und sanft pulsierende Musik in geringer Lautstärke wirkt entspannend. Hell strahlende Klangfarben aktivieren, weiche Klangfarben haben harmonisierende Wirkung. Und aufwärts gerichtete melodische Sprünge aktivieren, wohingegen abwärtsgerichtete Tonschritte eher dämpfen.

Die Wirkung von Musik auf unser Gehirn ist somit nicht zu unterschätzen und stellt einen wichtigen Beitrag, nicht nur für die Gedächtnisleistung, sondern auch für das allgemeine psychische Wohlbefinden dar.

Mai 182011
 
Gedächtnisleistung einfach steigern

Gedächtnisleistung einfach steigern – Bild: © adimas – Fotolia.com

Wenn wir heute lernen, dann wird uns meist das „Was“ vermittelt – das „Wie“ des Lernens kommt immer noch zu kurz. Dabei könnten wir alle viel effektiver und mit mehr Spaß lernen, wenn wir uns nur einige der neueren Erkenntnisse der Psychologie zu Nutze machen würden: Lern- und Lehrprozesse könnten nämlich viel schneller, leichter und wirkungsvoller ablaufen, wenn sie gedächtnisgerechter gestaltet würden.

Praktische und effektive Merkhilfe

Lernmethoden sind Werkzeuge, mit denen man effizienter lernen kann. Um größtmöglichen Erfolg zu garantieren, sollten Lern- als auch Lehrmethoden auf den Erkenntnissen der Lernpsychologie beziehungsweise der Pädagogischen Psychologie fußen. Die in der Pädagogischen Psychologie oft angewandte Technik des Gedächtnistrainings, die sogenannte Mnemonik, entwickelt Merkhilfen in Form von Merksätzen, Reimen, Schemata oder Grafiken. Zu den Mnemotechniken gehören aber auch komplexe Systeme, mit deren Hilfe man sich ganze Bücher, lange Listen mit Wörtern oder aber auch hundert- oder tausendstellige Zahlen sicher merken kann.

Eine effektive Mnemotechnik ist es, die zu merkenden Dinge an sogenannten „Merkplätzen“ im Geist abzulegen. Bei diesen Plätzen sollte es sich um unveränderliche Orte in der Vorstellung handeln. Also beispielsweise die eigene Straße oder gut bekannte Plätze eignen sich besonders gut. Dort sollen nun die Merkinhalte platziert werden. Es gilt, je kreativer und ungewöhnlicher die Platzierung, desto besser die spätere Erinnerungsfähigkeit.

Einfallsreichtum hilft beim Lernen

Zum Beispiel kann man die Inhalte einer Einkaufsliste in die eigene Straße legen. Die benötigte Milch verschüttet man vor dem Hauseingang, das Salz wird über die Häuser gestreut oder der Käse blockiert die Einfahrt zum Haus. Natürlich eignet sich diese Merktechnik nicht nur für Einkaufslisten.

Auch Gedanken oder Argumente können mental an Orten platziert werden. Wurde man beispielsweise in einer Gesprächsrunde unterbrochen, verknüpft man das noch nicht geäußerte Argument an einen im Raum vorhandenen Gegenstand. Ist man wieder an der Reihe, kann das noch nicht Gesagte leicht abgerufen und wiedergegeben werden.

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