Feb 272013
 
Loslassen lernen

Loslassen bedeutet Veränderung – Bild: © Andreas Haertle – Fotolia.com

Der Tod eines geliebten Menschen, die Trennung vom Partner, unerfüllte Berufswünsche – es gibt viele Dinge im Leben, die uns nicht mehr loslassen oder vielmehr: von denen wir nicht loslassen können. Doch wie weit darf man in der Vergangenheit leben ohne die seelische Gesundheit zu beeinflussen? Wann ist loslassen lernen notwendig um in der Gegenwart zu bleiben und den Alltag bestreiten zu können? Viele Menschen haben Probleme mit dem Loslassen. Auf Dauer schädigen Gefühle wie Reue, Trauer, Wut und die mangelnde Akzeptanz von Tatsachen jedoch die körperliche und seelische Gesundheit. Im Folgenden werden die Ursachen der Angst vor dem Loslassen und Möglichkeiten für ein erfolgreiches Loslassen aufgezeigt.

Woran man merkt, dass man nicht loslässt

Viele Personen merken oft erst gar nicht, dass sie in einer bestimmten Situation oder Gefühlslage verharren, Gedankengänge immer von neuem hervor holen und so langsam den Kontakt zur Gegenwart verlieren. Oft müssen sie von Freunden darauf aufmerksam gemacht werden, dass es Zeit ist weiterzuziehen, dass sie das Loslassen lernen müssen. Verschiedene Symptome können ein Zeichen dafür sein, dass der Tod eines geliebten Menschen, eine Trennung oder andere traurige Ereignisse, Schuldgefühle oder unerfüllte Sehnsüchte nicht verarbeitet worden sind. Auch das Verharren in einer unangenehmen Situation, einer unglücklichen Beziehung oder einem unerfüllten Arbeitsplatz, ist ein Zeichen von nicht loslassen können.

Wenn Symptome wie ständige Anspannung, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Depression, Panikattacken, das Abgleiten in eine Sucht oder ständiges Gedankenkreisen auch lange Zeit nach bestimmten Erlebnissen beobachtbar sind, ist das häufig ein Zeichen dafür, dass wir unbewusst an etwas nagen. Manche Menschen sind sich ihrer Lage auch bewusst, holen unangenehme Gefühle stets wieder hervor, weil sie nicht abschließen können – oder wollen. Spätestens, wenn nicht nur die seelische Gesundheit, sondern auch die körperliche unter den ständigen negativen Gefühlen leidet, ist es jedoch Zeit das Trauma zu bearbeiten.

Warum man nicht loslässt

Jeder Mensch hat andere, individuelle Gründe, warum er ein Ereignis, einen Fehler in der Vergangenheit oder bestimmte Gedanken nicht loslassen kann. Grundsätzlich haben aber alle Menschen ein elementares Gefühl gemeinsam: Angst. Diese Angst lähmt uns, lässt uns in unangenehmen Situationen verharren, weil loslassen lernen auch bedeutet von vorne zu beginnen. Der einfachere Weg ist oft der Bekannte, daher wählen ihn viele Menschen aus Angst vor dem Unbekannten.

Häufig sind auch Schuldgefühle der Grund dafür, dass jemand nicht loslassen kann – zum Beispiel, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist und die Verbliebenen Angst haben ihr Loslassen würde bedeuten diesen Menschen zu vergessen. Es gibt viele einzelne Gründe, warum ein Mensch nicht loslassen kann, Hauptauslöser ist jedoch meistens die Angst, die es zu überwinden gilt.

Loslassen lernen

Loslassen kann gelernt werden, denn es ist reine Kopfsache. Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist und auch prägende Erfahrungen in der Kindheit – die Scheidung der Eltern zum Beispiel – die Angst vor Trennung und Unbekanntem schüren können, gehört zum loslassen lernen jedoch auch viel Geduld. Wenn man es jedoch schafft, auf einen inneren Leidensdruck zu reagieren und die Angst vor einem Neustart überwindet, kann eine seelische Gesundheit wieder hergestellt werden.

Um das Loslassen zu lernen, sollte man sich zunächst ein paar grundlegende Dinge bewusst machen:

  • Wir können bestimmte Ereignisse und die Gefühle anderer Menschen nicht beeinflussen
  • Wir können uns Fehler erlauben – das macht uns nicht zu einem schlechteren Menschen
  • Wir verdienen es gut behandelt zu werden
  • Wenn wir verzeihen, helfen wir damit auch uns selbst
  • Loslassen bedeutet nicht aufgeben, sondern einen Neuanfang wagen

Auch wenn diese Aussagen rational verarbeitet werden können, ist es oft schwierig danach zu handeln. Mit Geduld und auch etwas Übung können sie jedoch nach einer Zeit verinnerlicht werden. Wichtig ist zunächst, sich ständig wiederholende, kontraproduktive Gedankengänge zu unterbrechen. Ein inneres Stopp sollte trainiert werden, entweder indem man sich obige Aussagen vor Augen führt, laut vorliest oder aber Ablenkung sucht: Eine Runde Joggen oder Schwimmen, ein beruhigendes Musikstück anhören, ein Buch lesen, kochen – je nachdem, welche Tätigkeit einen auf andere Gedanken bringt.

Auch rationale Pro-/Kontra-Listen können helfen, eine Situation wieder realistisch einzuschätzen. Wenn man sich ehrlich vor Augen führt, welche Vor- und welche Nachteile das Loslassen einer Situation mit sich bringt, stellt man sich der Angst und merkt vielleicht auch, dass diese unbegründet ist.

Den Weg loszulassen muss man nicht allein gehen. Wenn man sich mit Menschen umgibt, die einem gut tun und die vielleicht selbst schon ähnliche Erfahrungen gemacht haben, fällt der Prozess leichter. Außerdem sollte man gütig mit sich selbst sein: Loslassen lernen bedeutet zunächst auch Trauer und Unsicherheit – ist der Weg jedoch gegangen wird man erleichtert sein.

Jun 262012
 

Unerwartete und belastende Lebensereignisse können mit seelischen Problemen einhergehen und jeden treffen. Die Folgen sind intensive Emotionen und Gedanken, welche die Psyche stark beeinträchtigen können. In solchen Situationen ist es gut zu wissen, wie und wo man Unterstützung und Hilfe erhalten kann. Die folgende Liste soll die einfachsten und wirksamsten Wege aufzeigen, welche bei seelischen Belastungen und Schmerzen gegangen werden können.

1. Das Gespräch mit einer vertrauten Person suchen

Gerade in Situationen, in denen man sich nicht im Gleichgewicht befindet, kann es hilfreich sein, sich einer nahestehenden Person anzuvertrauen. Im Gespräch mit beispielsweise Freunden, dem Partner oder Familienangehörigen ist es möglich, die Probleme durch die Augen eines anderen zu sehen. Hierbei ergeben sich oft Lösungsvorschläge, die einem alleine verborgen geblieben wären.

2. Die belastende Situation verlassen und vorerst meiden

Bei andauernden seelischen Belastungen ist es ratsam, die stressauslösende Situation zu verlassen und vorerst zu meiden. Gerade bei Liebeskummer, Angst, Trauer und anderen intensiven Gefühlszuständen kann die Distanz zur Problematik helfen, neue Lösungswege zu entdecken.

3. Entspannung & Meditation

In schwierigen Lebenssituationen und bei seelischen Problemen stehen Geist und Körper meist über einen längeren Zeitraum hinweg unter Spannung. Entspannungstechniken oder Meditation können hier helfen, die ständige Anspannung zu mildern. So bekommt man den Kopf klar und kann erforderliche Entscheidungen besser treffen.

4. Einen Selbsthilfe-Ratgeber lesen

Es findet sich fast für jede erdenkliche Lebenssituation ein mehr oder weniger guter Selbsthilfe-Ratgeber. Bei der Auswahl von Selbsthilfeliteratur sollte unbedingt auf Qualität geachtet werden. Aufgrund der Qualifikationen und Erfahrungen des Autors lässt sich die Qualität des Buches meist gut abschätzen. Empfehlungen für gute Ratgeber erhält man außerdem in Foren von Betroffenen.

5. Einen besonderen Ort aufsuchen

Was die einen „Kraftort“ nennen kann für die anderen auch einfach nur eine sichere und vertraute Umgebung, wie zum Beispiel die eigenen vier Wände oder das Elternhaus, sein. Aber auch Urlaub kann bei Seelenschmerz Wunder wirken. Fern von der Heimat kann man sich selbst besser kennenlernen und so neue Wege einschlagen.

6. Eine psychologische Beratung in Anspruch nehmen

Gerade in Situationen, welche seelische Probleme mit sich bringen, ist Orientierung und Klarheit besonders wichtig. Die professionellen Vorgehensweisen von psychologischen Beratern können hier rasch helfen. In den meisten Fällen gelingt dies auch mit nur einer oder wenigen Beratungseinheiten. Psychologische Beratung wird auch telefonisch oder per E-Mail angeboten.

7. Eine Selbsthilfegruppe besuchen

Auch wenn es vielleicht Überwindung kostet, kann der Besuch einer Selbsthilfegruppe bei psychischen Problemen sehr hilfreich und heilsam sein. Aufgrund der Gruppendynamik und des regen Erfahrungsaustausches kann es schneller zur Erarbeitung eines Lösungsansatzes kommen. Selbsthilfegruppen geben Mut, da man erkennt, dass auch andere Menschen ähnliche Probleme haben oder diese bereits bewältigt haben.

8. Notfallnummer anrufen

In schwierigen Lebenskrisen können die erlebten Belastungen zu akuten seelischen Beschwerden führen. Doch ist es gerade in Krisensituationen wichtig, Halt und Orientierung zu erfahren. Erste Hilfe in psychischen Ausnahmesituationen erhält man von Beratern durch den  Anruf einer Notfallnummer. Hier wird man von Profis aufgefangen und wenn nötig weitervermittelt.

9. Coaching oder Seminare besuchen

Seelische Probleme können darauf hinweisen, das wichtige Veränderungen im Leben anstehen. Eine große Unterstützung bei derartigen Veränderungsprozessen können Coachings oder Seminare sein. Hierbei ist es das Ziel, bei der Selbsterfahrung begleitet zu werden, seelische Schmerzen zu lindern und Probleme zu lösen.

10. Psychotherapie beginnen

Seelische Konflikte bestehen meinst nicht seit gestern. Des Weiteren haben sie häufig eine langjährige Entstehungsgeschichte hinter sich. Um die komplexen Mechanismen der Psyche zu durchschauen ist eine Psychotherapie besonders gut geeignet. Wenn seelische Probleme länger als ein halbes Jahr anhalten und die Lebensqualität dadurch eingeschränkt ist, sollte eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut aufgesucht werden.

Die Liste würde sich natürlich noch erweitern lassen. Doch ist sie nur als Anregung zu verstehen um in schwierigen Lebenssituationen auf Lösungsansätze zurückgreifen zu können. Bei der Auswahl der richtigen Hilfestellung sollte man unbedingt auf das Bauchgefühl hören. Menschen haben ihrer Persönlichkeit und Situation entsprechende Probleme und Beschwerden. Deshalb sind keine Einheitsrezepte bei seelischen Problemen möglich. Stattdessen müssen immer individuelle Lösungen gefunden werden, welche dem Betroffenen und der Lebenssituation gerecht werden.

Apr 242012
 

In einer schnelllebigen Gesellschaft haben sich auch die Wertigkeiten vieler Lebensbereich geändert. Hier gehören definitiv auch die Bereiche Partnerschaft und Beziehung dazu. Althergebrachte Konzepte wie zum Beispiel die Ehe oder das klassische Familienleben haben für viele nicht mehr die Wichtigkeit und Bedeutung wie früher. Stattdessen stehen vielleicht andere Dinge im Mittelpunkt und möchten verwirklicht werden. Es ist also kein Wunder, dass Beziehungen oft nur von kurzer Dauer sind und die Scheidungsrate in die Höhe schnellt.

Doch was bedeutet das nun für das partnerschaftliche Miteinander? Obwohl dieser Wertewandel im ersten Augenblich bedrohlich erscheint, birgt er auch eine Chance in sich. Wer früh genug beginnt, die Muster der eigenen Beziehungen und das damit verbundene Verhalten zu verstehen, hat die Möglichkeit den Partnerschaften eine neue Qualität zu geben. Durch die Betrachtung des Verhaltens innerhalb der Beziehung können Partnerschaftsprobleme aufgedeckt und bearbeitet werden. Ziel ist es, so Partnerschaften im eigenen Ermessen zu gestalten und die Partnerschaftszufriedenheit zu erhöhen. Hierzu ist es vorerst wichtig, festzustellen, in welcher Art von Partnerschaft man sich befindet.

Impulsive Paare

Kommt es bei impulsiven Paaren zu Konflikten in der Partnerschaft, sind meist beide Partner bemüht, den anderen von den eigenen Argumenten zu überzeugen. Dabei kann die Diskussion auch sehr negativ ausfallen obwohl im Großen und Ganzen ein Schlagabtausch bei impulsiven Paaren von positiven Emotionen dominiert wird. Bei Konflikten zwischen impulsiven Persönlichkeiten stehen meist Themen rund um die eigene Individualität und Eigenständigkeit im Mittelpunkt. Generell sind solche Beziehungen aber durch Intensität und Leidenschaftlichkeit gekennzeichnet.

Für impulsive Paare ist es besonders wichtig, für Ruhephasen innerhalb der Beziehung zu sorgen. Die erlebte Leidenschaftlichkeit ist zwar intensiv und positiv, kann aber auch aufreiben und ermüden. Impulsive Paare müssen für Rituale innerhalb der Beziehung sorgen. Beispielsweise könnte man einmal im Monat einen Beziehungsabend speziell für Gespräche einplanen.

Wertschätzende Paare

Derartige Paare führen häufig Konfliktdiskussionen, welche von einem Übermaß an Einfühlungsvermögen und Verständnis getragen werden. Die Ansichten und Gefühle des Partners werden akzeptiert, sogar dann wenn sie nicht geteilt oder direkt nachempfunden werden können. Wertschätzende Paare versuchen auch in schwierigen Konfliktsituationen eine gemeinsame Lösung zu finden und dadurch sind Auseinandersetzungen meist von Ruhe und Mühelosigkeit geprägt. Diese unterstützende Haltung führt zu einer besonders intimen Beziehung.

Wertschätzendes Verhalten kann unter gewissen Bedingungen in ein kontraproduktives Aufopferungsverhalten kippen. Deshalb sollten wertschätzende Paare dafür sorgen, sich bei Entscheidungen innerhalb der Beziehung auch als eigenständiges Individuum gerecht zu werden. Ansonsten droht trotz Übermaß an Verständnis früher oder später das Ungleichgewicht.

Vermeidende Paare

Sind Paare kaum oder nur sehr unengagiert mit der Lösung ihrer Beziehungskonflikte beschäftigt, können sie als vermeidende Paare bezeichnet werden. Differenzen oder Uneinigkeiten in der Beziehung werden anstatt sie zu behandeln lieber als unbedeutend bezeichnet oder einfach abgetan. Nur selten werden Probleme wirklich ausdiskutiert. Außerdem laufen diese Diskussionen sehr emotionsarm ab. Dieses Verhalten setzt sich in der alltäglichen Kommunikation meist fort. So vermeiden die Paare das Aufkommen von Auseinandersetzungen und Konflikten.

Paare, die vermeidendes Konfliktverhalten aufweisen, müssen ähnlich wie die impulsiven Paare für Regelmäßigkeit in der Beziehungsarbeit sorgen. So kann es nicht dazu kommen, dass wichtige Themen vermieden und ausgeklammert werden. Oft kann es helfen, die Gründe, welche die Angst vor der Konfrontation auslösen, näher zu beleuchten.

Feindselige Paare

Bei diesen Paaren ist eine erhöhte Trennungsrate zu beobachten. Diese lässt sich durch die geringe Partnerschaftszufriedenheit, die geringe Konfliktlösefähigkeit und den nicht aufgebrachten Respekt für den Partner erklären. Neben der fehlenden Achtung des Partners ist die Kommunikation von feindseligen Paaren von Kritik, Uneinigkeit, Verächtlichkeit und Abwehr geprägt. Innerhalb der Beziehung von feindseligen Paaren überwiegen generell negative Gefühle.

Durch die permanente Negativität zwischen feindseligen Paaren kann die Beziehung stark auslaugen oder im schlimmsten Fall zu seelischen Verletzungen führen. Hier ist intensive Beziehungsarbeit angesagt, denn sonst bricht eine derartige Beziehung höchstwahrscheinlich bald auseinander.

Feindselig-losgelöste Paare

Hier besteht das Problem, dass zusätzlich zur vermehrten Negativität in der Beziehung eine starke emotionale Distanziertheit hinzukommt. Das bedeutet, dass bei feindselig-losgelösten Paaren bereits Kleinigkeiten reichen, um Konflikte eskalieren zu lassen. Die fehlende Zuneigung und Liebe führt zu einer inneren Distanziertheit und so wird es schwer, bei Uneinigkeiten Konflikte positiv abzufangen.

Beziehungen von feindselig-losgelösten Paaren sind in ihrer Dynamik meist sehr beunruhigend. Durch die vorherrschende Provokation und Kühle zwischen den Paaren sind seelische Verletzungen nicht ausgeschlossen. Das Verhalten ist jedoch für die Beteiligten nur schwer zu durchschauen und zu durchbrechen. In solchen Fällen ist es ratsam, Hilfe in Form von Psycho- oder Paartherapie einzuholen.

Um zufriedene Beziehungen leben zu können ist es wichtig, die typischen Kommunikations- und Verhaltensstile innerhalb der Partnerschaft zu kennen. Hierbei kann es hilfreich sein, zu wissen, ob man zu den impulsiven, wertschätzenden, vermeidenden, feindseligen oder feindselig-losgelösten Paaren gehört. Ist man sich den wiederkehrenden Mustern dieser unterschiedlichen Beziehungstypen bewusst, können auch Veränderungen vorgenommen werden und so die Partnerschaftszufriedenheit angehoben werden. Oft ist es schon hilfreich, regelmäßig das Gespräch mit dem Partner zu suchen. Klappt die Kommunikation können auch Ungereimtheiten in Beziehungen schnell und erfolgreich aus der Welt geschaffen werden.

Mrz 202012
 
Meditation und Psyche

Meditation: Balance für die Seele – Bild: © Tran-Photography – Fotolia.com

Jeder kennt solche Tage – man fühlt sich schlapp, ausgelaugt, leicht reizbar und möchte sich am liebsten zu Hause verkriechen und nichts hören, nichts sehen. Diese Gefühle sind bis zu einem gewissen Grad normal, wenn sie aber regelmäßig wiederkehren, haben sie Auswirkungen auf den Alltag und man gerät in einen Teufelskreis negativer Gedanken. „Positiv denken“ ist ein Mantra, das nicht einfach umzusetzen ist, dies weiß jeder, der einen stressigen Alltag bewältigen muss und nicht viel Zeit hat, seine eigene Psyche zu pflegen.

Die Psychologie greift daher oft auf eine Methode zurück, die vermutlich so alt ist wie die Menschheit selbst und Sie kann helfen, positive Gefühle und Entspannung zurückzuholen: die Meditation.

Ursprünge der modernen Meditation

Die Meditation ist dem fernöstlichen Buddhismus und Hinduismus als spirituelle Praxis entsprungen. Im westlichen Gebrauch wird sie dagegen nicht zwingend religiös, sondern auch als Methode zur Ruhe zu kommen und im Rahmen der Psychotherapie genutzt. Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass regelmäßige Meditation Einfluss auf die Gehirnstrukturen des Menschen nehmen kann. Es handelt sich also keineswegs um Hokuspokus, sondern um eine wirksame Form der Vorsorge und Therapie. Der Vorteil einer solchen Therapie ist, dass man sie allein zu Hause ohne Hilfsmittel ausüben kann. Der Schlüssel dafür ist, sich frei von seinen Gedanken zu machen und einen Zustand der absoluten Entspannung zu erreichen und dies am besten einmal täglich.

Auch wenn es sich einfach anhört – sich frei von Gedanken zu machen und einen Zustand innerer Ruhe durch das Aufsagen von Mantras zu erreichen ist leider nicht so einfach. Damit die Meditation Resultate zeigt, ist viel Übung und Konzentration nötig. Um Meditationen für sich zu nutzen und in das eigene Leben zu integrieren, lohnt sich daher die Einarbeitung in verschiedene Methoden.

Verschiedene Meditationen und ihre Wirkung

Es gibt viele unterschiedliche Techniken der Meditation. Ganz grob lässt sich jedoch eine Einteilung in zwei Überbegriffe machen: die Kontemplation oder auch passive Meditation und die aktive Meditation. Bei der ersten, der kontemplativen Variante, nimmt man die Haltung ein, die den meisten bei dem Gedanken an Meditation sofort in den Sinn kommt: stilles Sitzen, oftmals im Schneidersitz. Aktives Meditieren erfolgt durch Bewegungen oder auch lautes Sprechen. Dazu werden auch bestimmte Sportarten, zum Beispiel Yoga, Tanz und die fernöstliche Kampfkunst gezählt. Es ist allgemein bekannt, dass Sport oder lange Spaziergänge einen positiven Effekt auf die Seele haben. Zur Einarbeitung in die Meditation als seelische Hilfe ist es aber auch ratsam die stille Meditation in Betracht zu ziehen.

Im Westen sind vor allem drei Methoden der stillen Meditation verbreitet: Vipassana, Zazen und Samatha. Vipassana und Zazen stammen aus dem Buddhismus. Bei dieser Meditation wird eine aufrechte Haltung im Sitzen, die nicht zu entspannt aber auch nicht zu anstrengend ist, eingenommen. Dann versucht man, seine Gedanken fließen zu lassen, darauf zu achten was in einem passiert ohne bewusst an einem Gedanken festzuhalten. Der zentrale Gefühlszustand, der bei dieser Meditation erreicht werden soll, ist im Hier und Jetzt zu verweilen. Bei der ebenfalls sehr bekannten Samatha-Meditation konzentriert sich der Meditierende auf ein bestimmtes Objekt, er sagt im Inneren ein Mantra auf, konzentriert sich auf seinen Atem oder fixiert einen Gedanken. Es ist möglich die verschiedenen Meditationen miteinander zu verbinden.

Meditation kann jedem helfen

Meditation ist nicht nur für esoterisch angehauchte Menschen geeignet. Bei Alltagsstress bis hin zu einer schweren Depression kann Meditation der richtige Weg sein um den inneren Seelenfrieden zu finden oder wiederherzustellen. An der Universität Wisconsin untersuchten amerikanische Forscher den Zusammenhang zwischen Meditation und Psyche, indem sie die Gehirnströme von Mönchen aus Tibet untersuchten. Es wird seither davon ausgegangen, dass regelmäßige und langfristige Meditation Einfluss auf das Gehirn und die Persönlichkeit nehmen kann. Natürlich kann man nicht so intensiv meditieren wie ein tibetischer Mönch, dennoch kann man durch Meditationsübungen bereits großen Einfluss auf den Stress und die negativen Gedanken, die einen bisweilen plagen, nehmen.

Beim Meditieren ruht man ganz in sich selbst und ist gezwungen die Außenwelt für mindestens zehn Minuten auszublenden und Kraft aus sich selbst zu schöpfen. In einem Moment der Ruhe können dem Meditierenden auch regelrechte Geistesblitze in den Sinn kommen. Menschen, die zu Depressionen und Burnout neigen oder mit einem Problem nicht weiterkommen, da die Gedanken zu sehr kreisen, wird in der Psychotherapie daher oftmals die Meditation empfohlen.

Mit der Meditation gleich beginnen

Mit dem Meditieren kann jeder direkt beginnen, es werden keine Hilfsmittel benötigt. Für den Anfang reicht es, sich täglich zu einer bestimmten Uhrzeit – am besten immer zur selben – mindestens zehn bis zwanzig Minuten frei zu nehmen um das Meditieren zu üben. Möglicherweise hilft dabei ein abgedunkelter Raum und Entspannungsmusik, dies muss jeder für sich selbst herausfinden. Am Anfang fällt es nicht leicht, die Gedanken fließen zu lassen oder sich im Gegenteil auf nur einen zu konzentrieren. Mit der Zeit jedoch wird es einfacher und man gelangt schneller in einen Zustand der Ruhe. Das Resultat größerer Ausgeglichenheit und Entspannung kann schon nach wenigen Tagen spürbar sein.

Okt 232011
 

Sehr oft ist die Rede von Ganzheitlichkeit; zum Beispiel gibt es die ganzheitliche Medizin oder Psychotherapie. All diese ganzheitlichen Ansätze haben eines gemeinsam: das ganzheitliche Denken. Doch was bedeutet es eigentlich im Ganzen zu denken und was ist das Besondere daran? Im Folgenden soll der Frage auf den Grund gegangen werden, ob es sich beim ganzheitlichen Denkansatz vielleicht nur um einen Trend handelt oder doch um einen bereichernden Ansatz, der die Sicht auf die Dinge verändert und somit die Persönlichkeitsentwicklung fördert.

Mehr als die Summe der Dinge

Unter Ganzheit versteht man im Allgemeinen die Summe aller Dinge. Doch bereits Aristoteles stellte damals fest, dass es mehr als nur die Menge von Dingen ist, welche die Ganzheitlichkeit ausmacht. Es ist die sogenannte „Gestaltqualität“ von Dingen, welche diese übersummative Eigenart des Ganzen ausmacht. Die Lehre der Ganzheit wird auch Holismus (holos, altgriechisch: das Ganze) genannt. Die Anordnung von einzelnen Elementen zu einem Ganzen wird als System bezeichnet.

Daraus folgt, dass ganzheitliches oder holistisches Denken der Versuch ist, das Ganze eines Gegenstandes zu erfassen. Hierfür ist es aber notwendig, den Gegenstand als verflechtet in einem System und nicht als Einzelnes zu erkennen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn man grenzenlos und übergreifend denkt. In diesem Moment fallen alle gedanklichen Beschränkungen ab und ein holistisches – also ganzheitliches – Bild der Wirklichkeit kann entstehen.

Ganzheitlichkeit wirkt heilsam

In einer von der Naturwissenschaft geprägten Welt fällt es schwer, feste Grenzen und Regeln über Bord zu werfen. Gerade in der westlichen Gesellschaft hat man sich angewöhnt, die Dinge durch Analyse, also durch die Zerlegung eines Gegenstandes in seine Einzelteile, zu erklären. Doch gerade durch das Auseinandernehmen verliert ein System von Einzelteilen an Gestalt. Durch das ganzheitliche Denken versucht man dies zu vermeiden indem man anerkennt, dass alles in ständiger Veränderung sowie Bewegung und miteinander verbunden ist.

Ganzheitliches Denken bedeutet von größeren Zusammenhängen und vielen Einflussfaktoren auszugehen. Dieses umfassende Denken beruht auf einem breiteren Horizont und hat letztendlich Auswirkungen auf die gesamte Psyche. Erfährt man Gedanken, Gefühle oder Gegebenheiten nicht als Einzelnes sondern als Teil eines Ganzen, tut sich oft ein anderes, oft heilsames Bild auf. Denn der ganzheitliche Ansatz befindet sich jenseits von richtig oder falsch, gut oder böse. Im Ganzen wird nicht differenziert und alles hat seine Berechtigung.

Neue Erkenntnisse & Lösungswege

Für das emotionale Erleben bedeutet dass, das auch negative Gefühle oder Trauer sein dürfen und ihren Platz haben. Im Zwischenmenschlichen ermöglicht uns die ganzheitliche Sichtweise Einblicke in tiefere Zusammenhänge. Dies kann zu mehr Akzeptanz und Verständnis in Beziehungen führen. Und auch die Eigenbeziehung und das Selbstbild werden durch einen ganzheitlichen Denkansatz geklärt und gestärkt. Ganzheitliches Denken ermöglicht ein Loslösen von starren, oft auch destruktiven oder unpassenden Denkmustern.

Ganzheitliches Denken kann also mit einer Veränderung der persönlichen Sichtweise einhergehen und somit die Persönlichkeitsentwicklung durch die beschriebenen Erkenntnisse beeinflussen. Der Ansatz ermöglicht einen Perspektivenwechsel und damit eine Ressourcenentwicklung und Potentialentfaltung. Denn eine nachhaltige Problemlösung und Lebensgestaltung wird erst durch das Aufgeben des einseitigen Denkens möglich.

Okt 052011
 
Flow Erlebnis

Flow: ein Gefühl der Leichtigkeit – Bild: © Pakhnyushchyy – Fotolia.com

Wenn man derartig stark in eine Aufgabe vertieft ist, dass man alles um sich herum vergisst, dann wird dies in der Psychologie als „Flow“ bezeichnet. Der Name leitet sich von dem Gefühl her, wie in einem Fluss treibend von einer Tätigkeit getragen zu werden und sich im Einklang mit ihr zu befinden. Man hat das Gefühl, als ob man mit dem Moment oder der aktuellen Tätigkeit verschmelzen würde. Kinder befinden sich oft in einem Flow-Zustand. Sie haben im Vergleich zu Erwachsenen weniger Schwierigkeiten, sich beim Spielen oder bei anderen Aktivitäten, die sie gerne ausüben, vollkommen darin zu vertiefen. Doch können natürlich auch Erwachsene das Gefühl eines Flows erleben. Auf der Basis der folgenden Grundvoraussetzungen stellt sich schnell ein Flow-Erlebnis ein.

Der Psychologe Dr. Mihály Csíkszentmihályi legt die folgenden typischen Kennzeichen für den Flow fest:

  1. Das Verhältnis zwischen Anforderung und Fähigkeiten ist ausgewogen. Das Flow-Erleben stellt sich ein, wenn ein Mensch sich bei der Ausführung einer Aufgabe weder über- noch unterfordert fühlt.
  2. Durch das Ausführen der Aufgabe kann ein vorher gesetztes Ziel erreicht werden.
  3. Vollkommene Konzentration auf die Aktivität und das Gefühl, die Kontrolle über die Situation oder Aktion zu haben. Die Rückmeldung, ob die Aufgabe richtig ausgeführt wird, erfolgt sofort.
  4. Das subjektive Zeitgefühl verändert sich, die Zeit „verfliegt“ scheinbar. Manchmal werden auch körperliche Bedürfnisse wie Hunger oder Müdigkeit einfach nicht wahrgenommen.
  5. Die Ausführung der Aktion erfolgt nahezu mühelos und sorgt für ein intrinsisches, also aus dem Innern heraus entstehendes Glücksgefühl. Die Ausführung der Aufgabe ist Belohnung genug.

Das Flow-Erleben kann sich bei nahezu allen Tätigkeiten einstellen, die uns in ihren Bann ziehen, beispielsweise beim Sport oder Musizieren, beim Lernen, Arbeiten oder Spielen. Auch wenn das Flow-Erleben sich nicht erzwingen lässt, können günstige Voraussetzungen dazu geschaffen werden. Denn je mehr Flow-Erlebnisse wir haben, umso wohltuender wirkt sich das auf unsere Psyche und allgemeine Zufriedenheit aus.

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