Jan 272012
 

Bei körperlichen Beschwerden vertrauen viele ihre Symptome zuallererst der Suchmaschine an. Doch auch bei seelischen Problemen ist es sehr einfach, mehr Informationen und Tipps von Dr. Google zu erhalten. Schnell sind die Symptome eingegeben und augenblicklich sind eine Vielzahl von Informationen und Ratschläge verfügbar. Doch ist es überhaupt ratsam gerade bei seelischen Problemen und psychologischen Fragen Dr. Google zu konsultieren? Eine zu rasch gestellte Selbstdiagnose kann besonders bei seelischen Leiden negative Folgen haben. Jedoch bietet das Internet auch viel Hilfreiches für die Selbsthilfe und Ratsuchende können schnell Unterstützung erhalten. Dabei ist es aber wichtig zu wissen, wie man mit dem enormen Informationsangebot richtig umgeht.

Informationssuche im Netz ersetzt nicht den Experten

Wer bei seelischen Problemen auf Ratschläge oder Beratungsangebote im Internet zurückgreift muss sich in erster Linie bewusst machen, dass diese den Gang zum Mediziner, Psychologen oder Psychotherapeuten nicht ersetzen können. Besonders bei komplizierten oder akuten Problemen ist auf die Hilfe aus dem Netz kein Verlass. Leider ist es aber auch oft der Fall, dass aufgrund von Scham oder Angst die Unterstützung aus dem Netz der Hilfe von Experten vor Ort vorgezogen wird. Man sollte sich bei der Heranziehung von Hilfe aus dem Netz Folgendes bewusst machen: Informationen und psychologische Beratungsangebote aus dem Internet sollen nur der ersten und allgemeinen Orientierung oder der zusätzlichen Unterstützung einer professionellen Begleitung dienlich sein.

Der richtige Umgang mit Informationen verhindert Cyberchondrie

Bei Problemen seelischer Natur spricht nichts gegen eine Informationssuche im Internet. Dabei sollte man aber den Informationsgehalt immer kritisch hinterfragen. Problematisch kann es auch sein, wenn dem Internet mehr Glauben geschenkt wird als dem Experten vor Ort. Besonders wichtig ist dies bei seelischen Beschwerden. Hier ist es aufgrund der komplexen Zusammenhänge für den Betroffenen oft schwer, sich ein objektives Bild über seinen Zustand zu verschaffen. Im schlimmsten Fall kann es durch die vermehrte Beschäftigung mit den eigenen Problemen und emotionalen Thematiken zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes kommen. Besonders ängstliche Menschen, die zur Hypochondrie neigen, finden bei der Informationssuche im Netz schnell den passenden Beweis für ihre schlimmsten Vermutungen. So ist es nicht selten der Fall, dass sich diese Personen nach der Befragung von Dr. Google schlechter fühlt als zuvor. Für dieses Phänomen benutzt man in Expertenkreisen bereits das neu erfundene Fachwort „Cyberchondrie“.

Besonderes Augenmerk auf Seriosität setzen

Bei der Auswahl von Informationen im Internet sollte deshalb immer darauf geachtet werden, dass man es mit einem seriösen Anbieter zu tun hat. Ob es sich um ernstzunehmende und hilfreiche Inhalte handelt, merkt man beispielsweise daran, dass sich Online-Anbieter bemühen, einem bestimmten seelischen Thema sensibel zu nähern. Stehen lediglich plakative Versprechen, unglaubwürdige Erfolgsgeschichten oder Kaufaufforderungen im Vordergrund, sollte von dem entsprechenden Informationsanbieter im Netz Abstand gehalten werden.

Vor- und Nachteile von Foren, Communities und der Online-Beratung

Neben dem klassischen Angebot von Informationen zur Bewältigung besonderer Lebenssituationen, beispielsweise in Fachlexika oder auf Gesundheitsportalen, bietet das Internet außerdem zahlreiche Communities zu den unterschiedlichsten Themen und Problembereichen. Neben klassischen Foren bestehen auch professionell moderierte Selbsthilfegruppen im Netz. Einen besonderen Mehrwert bilden sogenannte Ratgeber-Communities. In diesen Communities kann jeder seine Fragen stellen und von der Lebenserfahrung und dem Wissen der anderen profitieren. So entsteht eine Wissensbasis, die auch für andere nützlich sein kann. Abseits dieser Communities besteht auch die Möglichkeit der persönlichen Online-Beratung. Diese Angebote der psychologischen Lebensberatung werden je nach Anbieter kostenfrei, zum Teil aber auch kostenpflichtig angeboten.

Wie sich gezeigt hat, sollte man verantwortungsvoll mit den Informationen zur Bewältigung seelischer Probleme von Dr. Google umgehen. Jedoch ist es unumstritten, dass das Internet viele wertvolle Quellen, die Menschen bei der Überwindung ihrer Probleme und Sorgen unterstützen können, bietet. Das reichliche Angebot an Informationen ermöglicht Betroffenen einen selbstverantwortlichen und selbstfürsorglichen Umgang mit ihrer Situation. Die zusätzliche Unterstützung durch Communities kann sich positiv auf die Problembewältigung auswirken. Somit ist das Internet eine wichtige und unabdingbare Quelle der Hilfe zur Selbsthilfe.

Sep 142011
 

Die moderne Gesellschaft verlangt jedem Menschen sehr viel ab. Sie gibt sich nur mit einer ständigen Steigerung der Leistung zufrieden und dies führt nur zu oft zu einer chronischen Selbstüberforderung. Daraus resultiert früher oder später ein Ungleichgewicht zwischen Arbeitszeit und Freizeit.

Doch ist es nicht nur die gesellschaftliche Überbetonung von Arbeit, Leistung und Produktivität, welche das Bewusstsein für regelmäßige Erholung trübt. Es ist primär die verlernte Fähigkeit zu genießen. Nur durch wahren Genuss kann Erholung stattfinden. Die acht Genussregeln sollen helfen, das Genießen wieder zu erlernen.

Genuss braucht Zeit

Wenn man wirklich genießen will, muss man der Entwicklung positiver Gefühle Zeit geben. Zeitdruck und Genuss sind unvereinbar.

Genuss muss erlaubt sein

Sich selbst etwas Gutes zu tun sollte nicht mit Hemmungen oder schlechtem Gewissen einhergehen. Genuss ist Lebensfreude.

Genuss geht nicht nebenbei

Beim Genießen muss die Aufmerksamkeit fokussiert werden. Denn durch Ablenkung geht Genuss verloren. Deshalb sollte beim Genießen alles andere kurz zur Seite gelegt werden.

Wissen was gut tut

Genuss ist individuell und jeder hat andere Vorstellungen vom Genießen. Doch sollte dies auch als Aufforderung verstanden werden, Neues zu entdecken.

Weniger ist mehr

Ein großes Missverständnis ist zu glauben, dass derjenige der mehr konsumiert, mehr genießt. Für den Genuss zählt nicht die Menge sondern die Qualität.

Ohne Erfahrung kein Genuss

Beim Genießen kommt es auf die Wahrnehmung der einzelnen Nuancen an. Dieses Differenzieren der feinen Unterschiede bringt die Erfahrung mit sich.

Genuss ist alltäglich

Es bedarf keiner außergewöhnlichen Ereignisse um genießen zu können. Genuss ist im alltäglichen Leben realisierbar und erfahrbar.

Planen schafft Vorfreud

Neben den alltäglichen Genussmomenten sollte man Momente des Genusses ein- und vorplanen. Das hat den Effekt, dass man sich auf diese besonderen Momente schön länger vorher freuen kann.

Durch das Genusstraining ist es möglich, das Denken wieder auf die positiven Dinge des Lebens zu richten. Mittels dieser Selbstfürsorge werden persönliche Ressourcen freigelegt und Bedürfnisse erkannt. Dieser achtsame Umgang mit sich selbst fördert letztendlich das psychische Wohlergehen und beugt Burnout vor.

Mai 052011
 

Oft stellt sich die Frage, was man auf der psychisch-emotionalen Ebene benötigt, um zufrieden zu sein und um sich positiv entwickeln zu können. Dabei stellt sich heraus, dass es nicht darum geht, dass alles perfekt abläuft. Viel wichtiger ist es, dass die folgenden psychologischen Grundbedürfnisse gestillt werden.

Grundsicherheit: Dieses Bedürfnis ist unverzichtbar um sich sicher fühlen zu können. Man erhält sie durch seine Familie und die engsten Angehörigen. Als Kind ist sie so wichtig, dass sie über Leben und Tod entscheiden kann.

Verbundenheit mit anderen: Dieses Gefühl äußert sich entweder durch Vertrautheit oder Zugehörigkeit. Es gedeiht in Verbindung mit Liebe, Aufmerksamkeit, Respekt, Zuneigung und Verständnis.

Autonomie: Durch eine Trennung von den Eltern im jungen Erwachsenenalter erlernt man Unabhängigkeit und man beginnt, seine Identität aufzubauen. Diese Trennung führt dazu, dass man ein „Selbst“ entwickelt.

Selbstachtung: Jeder Mensch braucht das Gefühl, dass er im privaten, gesellschaftlichen oder beruflichen Leben von Wert ist. Wenn man sich von seiner Umwelt respektiert und geliebt fühlt, erfährt man das Gefühl der Selbstachtung.

Selbstausdruck: Indem man seine Gefühle und Bedürfnisse ausdrückt und seinen persönlichen Neigungen nachgeht, drückt man das, was man ist aus. Dafür muss man es als wichtig erachten, dass die eigenen Bedürfnisse genauso wichtig sind, wie die der anderen.

Realistische Grenzen: Jemand, der seine Grenzen nicht kennt, wird oft als egoistisch, anspruchsvoll oder kontrollbesessen erlebt. Es ist wichtig seine inneren und äußeren Grenzen kennenzulernen. Durch das Kennen seiner Grenzen kann man bei seinen eigenen Aktivitäten rücksichtsvoll die Bedürfnisse anderer einbeziehen.

Viele psychische Probleme entwickeln sich oft bereits im Laufe der Kindheit aufgrund der mangelhaften Befriedigung der genannten psychischen Grundbedürfnisse. Durch das Erkennen solcher Mangelerscheinungen kann auch noch im Erwachsenenalter gegengesteuert werden und so die psychologische Gesundheit und Zufriedenheit erhöht werden.

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