Nov 282012
 
Hypochondrie Krankheitsangst

Die Angst vor Krankheiten bereitet Sorgen – Bild: © Rynio Productions – Fotolia.com

Es ist eine den Alltag maßgeblich beeinflussende Belastung, sowohl für Betroffene als auch für Angehörige und Freunde: Hypochondrie, die unbegründete Angst vor ernsthaften Erkrankungen stellt Betroffene und ihr Umfeld, darunter auch Ärzte, vor ungelöste Fragen. Die Signale des Körpers und vor allem auffällige Veränderungen wahrzunehmen ist wichtig, denn nur so können ernsthafte Erkrankungen frühzeitig erkannt und verhindert werden. Für Hypochonder jedoch stellt sich auch nach der Versicherung eines Arztes gesund zu sein, nicht die gewohnte Erleichterung ein. Sie leiden weiter unter einer unbegründeten Krankheitsangst, die zu einer ernsthaften Belastung im Alltag und für die Psyche wird. Dabei muss nicht einmal eine ernsthafte hypochondrische Störung vorliegen. Viele Menschen leiden einfach unter einer von Krankheitsfurcht durchzogenen Beziehung zu ihrem Körper.

Diese Krankheitsfurcht zeigt sich durch eine übertriebene Beobachtung und Deutung von Körpersignalen. Häufige Arztbesuche und wiederholte Vorsorgeuntersuchungen, die negative Befunde ergeben sind die Folge. Dabei sind die Symptome der Hypochonder nicht immer eingebildet. Die Krankheitsangst kann sich in nachweisbaren chronischen Beschwerden, wie zum Beispiel Magen-Darm-Problemen, starken Kopfschmerzen oder Hautausschlägen manifestieren. Hypochonder mit diesem Krankheitsbild haben eine so genannte somatoforme Störung.

Diese Art von psychosomatischer Störung kann jedoch in besonderen Stresssituationen bei jedem Menschen auftreten. Zu einer durch einen Psychotherapeuten zu behandelnden Störung wird das Leiden erst, wenn es chronisch ist und Betroffene ihren Alltag nicht mehr sorgenfrei bestreiten können. Auch für Angehörige kann dieses Ausmaß zu einer ernsthaften Belastung für die Psyche werden. Selbst leichte Formen der Hypochondrie sind bereits ein Problem für Betroffene und ihnen nahe Stehende. Um eine übertriebene Krankheitsangst in den Griff zu bekommen, sollte zunächst herausgefunden werden, was die Ursache für diese Angst ist um das Problem an der Wurzel zu packen.

Mögliche Ursachen der Hypochondrie

Als Hypochonder wird man nicht geboren. Auch wenn es nicht immer eindeutige Erklärungen für die unbegründete Krankheitsfurcht der Betroffenen gibt, finden sich einige Ursachen und Erfahrungen, die diese Angst ausgelöst oder begünstigt haben. Oft ist die frühe kindliche Konfrontation mit ernsthaften Krankheiten und Tod ein Auslöser für ein Leben in Sorge vor einer Erkrankung. Ein Kind, das ein Elternteil an Krebs oder eine andere Krankheit verloren hat oder selbst einmal ernsthaft krank war, hat im weiteren Leben Angst vor einer Wiederholung dieses Traumas. Jedoch kann auch eine überfürsorgliche Erziehung Grund für eine spätere Hypochondrie sein. Ängste der Eltern vor einer ernsthaften Erkrankung des Kindes übertragen sich auch unbewusst und das Kind lernt selbst auf harmlose Signale des Körpers besonders zu achten.

Die Krankheitsangst kann aber auch im Erwachsenenalter ausgelöst werden, zum Beispiel durch eine Falschdiagnose eines Arztes oder eine unentdeckte Krankheit. Menschen, die so ihr Vertrauen in Ärzte verloren haben, neigen dazu negative Befunde ständig in Frage zu stellen – zumal Sie ja reale körperliche Symptome spüren. Auch die Möglichkeiten der heutigen Zeit, Krankheitssymptome im Internet zu suchen, begünstigen die Sorge ernsthaft zu erkranken. Die Ursachen einer Hypochondrie sind vielfältig und individuell, sie zu kennen kann Betroffenen und ihren Angehörigen jedoch helfen, diese Krankheit ernst zu nehmen und richtig damit umzugehen.

Hypochondrie erkennen und richtig damit umgehen

Die Grenzen von einer erhöhten Achtsamkeit bis zu einer übertriebenen Beobachtung des eigenen Körpers sind fließend. Viele merken daher lange Zeit gar nicht, dass ein Betroffener unter Hypochondrie leidet. Erst wenn der Kranke nur noch ein Thema kennt, unter immer neuen Symptomen leidet und oft vage Aussagen zu seinem körperlichen Befinden trifft, obwohl sämtliche Arztbesuche ergebnislos waren, stellt sich der Verdacht der Hypochondrie ein. Hypochonder laufen dann oft Gefahr zu vereinsamen, denn Angehörige und Freunde reagieren häufig mit Unverständnis und Rückzug auf das irrationale Verhalten der Betroffenen.

Auch Ärzte verhalten sich manchmal herablassend und genervt gegenüber den immer wiederkehrenden Patienten. Es hilft daher, sich bewusst zu machen, dass Hypochonder dieses Verhalten nicht kontrollieren können. Auch wenn sie rational wissen, dass sie gesund sein müssen, leiden sie unter Angstzuständen. Angehörige und Freunde sollten daran denken, dass die Symptome des Betroffenen nicht eingebildet sind, sondern er diese tatsächlich spürt und diese ernst nehmen. Gleichzeitig sollte dem Betroffenen dabei geholfen werden seine Angst als das eigentliche Problem zu erkennen und nicht eine ernsthafte körperliche Erkrankung. Ein offenes Ohr und Gespräche, die dem Betroffenen zeigen, dass er ernst genommen wird, sind oft schon eine große Hilfe.

Für Betroffene ist es schwierig, allein einen Ausweg aus der Situation zu finden. Es ist es wichtig, die Krankheitsangst ernst zu nehmen, da sonst die seelische Gesundheit in Gefahr ist. Ablenkung in Form von sportlicher Betätigung oder einer zufrieden stellenden Arbeit und auch die Steigerung der körperlichen Gesundheit durch gesunde Ernährung, können helfen das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Sollte sich der Zustand nicht verbessern, ist eine Psychotherapie und in schweren Fällen auch eine medikamentöse Behandlung ein Weg, die Hypochondrie zu lindern.

Aug 232012
 
Schlafprobleme und Schlaflosigkeit

Schlafprobleme müssen nicht sein – Bild: © Gina Sanders – Fotolia.com

Schlaflose Nächte kennt jeder. Eine Grippe, eine Prüfung am nächsten Tag, die falsche Matratze oder ein schweres Abendessen können schon dazu führen, dass man am Abend mit dem Einschlafen zu kämpfen hat. Von einer wirklichen Schlafstörung, einer so genannten Insomnie, spricht man erst dann, wenn die schlaflosen Nächte zu einem regelmäßigen und im Alltag belastenden Problem werden. Die Ursachen hierfür können ganz unterschiedlich sein. Oft ist das Problem schon damit behoben, dass man eine neue Matratze kauft oder vor dem ins Bett gehen keine schwere Mahlzeit zu sich nimmt. Auch abendliche Rituale, zum Beispiel eine halbe Stunden lesen oder ein gut durchlüftetes Zimmer helfen beim Einschlafen. Sollten sich die Schlafstörungen auch dann nicht beheben lassen, liegt jedoch die Vermutung nahe, dass das Problem des Betroffenen tiefer liegt.

Schlafprobleme spiegeln seelische Probleme wider

In der Nacht werden alltägliche Erlebnisse, aber auch Erinnerungen und private Probleme verarbeitet. Wenn der Alltag von beruflichem Stress, Problemen in der Familie oder einem unzufriedenen Grundgefühl geprägt ist, kann sich das in einem unruhigen Schlaf zeigen. Betroffene plagen sich teilweise unbewusst, teilweise jedoch auch ganz bewusst mit quälenden Gedanken, suchen eine Lösung für ihr Problem oder können einfach nicht abschalten. Der Gedanke „Ich kann nicht mehr so weiter machen wie bisher“ wird im Alltag von vielen verdrängt. Im Schlaf zeigt sich jedoch, dass eine tiefgreifende Veränderung im Leben der Betroffenen angebracht ist. Wenn man zum Beispiel unzufrieden mit seinem Job ist oder sich im Alltag zu viel Arbeit aufhalst, sendet der Körper Warnsignale – eines davon können Schlafstörungen sein.

Psychisch bedingte Schlafstörungen

Ein besonders unruhiger Schlaf, für den man keine Erklärung findet, kann jedoch auch ein Symptom für andere seelische Probleme sein. So ist eine Ein- oder Durchschlafstörung eine typische Begleiterscheinung von Depressionen. Schlafstörungen können aber auch auf internistische Krankheiten wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder Krampfadernleiden hindeuten. Wenn man die Schlafstörung durch einfache Mittel wie Stressreduzierung oder eine gesunde Ernährung nicht in den Griff bekommt, ist ein Gang zum Arzt oder einem Psychologen wahrscheinlich unverzichtbar.

Im Schlaf werden unbewusste alltägliche Probleme, Traumata oder tiefer liegende Störungen verarbeitet. Werden alltägliche Gefühle wie Angst, Sorgen, Schuldgefühle, Überforderung oder Erschöpfung im täglichen Leben verdrängt oder nicht dagegen vorgegangen, kann dies zur Schlafstörungen führen, da diese Gefühle dann besonders intensiv verarbeitet werden, wenn unser Körper zur Ruhe kommt. Die Folge sind nächtliche Angstzustände, unruhiges hin und her wälzen und Schwierigkeiten ein- und durchzuschlafen. Auch die Trauer durch den Verlust eines nahestehenden Menschen kann vorübergehend zu Schlafstörungen führen.

Wenn man die Vermutung hat, dass die eigenen Schlafstörungen auf psychologische Faktoren zurückzuführen sind, sollte man die Hilfe einer psychologischen Beratung oder eines Psychotherapeuten in Anspruch nehmen. Diese können dabei helfen, das Problem genau zu benennen und eine Hilfestellung für mögliche Lösungen sein.

Tipps für einen besseren Schlaf

Mit ein wenig Glück verhelfen schon einfache Lösungen zu einem tieferen und gesünderen Schlaf. Ein abendlicher Spaziergang, ein entspannendes Bad, eine gute Matratze oder warme Milch mit Honig – dies alles sind einfache Mittel, die den Körper entspannen. Abendliche Rituale wie leichte Lektüre oder Aktivitäten wie Yoga können zusätzlich den Kopf von quälenden Gedanken frei machen. Anstrengenden Sport, fettes Essen oder Genussmittel wie Alkohol sollte man vor dem Schlafengehen vermeiden. Auch panische Blicke auf die Uhr oder schnell noch mal die Arbeitsunterlagen für morgen durchzugehen ist keine gute Idee, wenn man ruhig schlafen will. Sollte die Ursache für den Schlafmangel Stress sein, muss man Wege finden, diesen im Alltag zu reduzieren und dafür sorgen, dass man regelmäßig zur gleichen Uhrzeit ins Bett geht und aufsteht.

Wenn all diese Mittel nicht helfen, liegt die Annahme nahe, dass die Schlafstörungen eine organische oder psychische Krankheit zur Ursache haben. In diesem Fall sollte man einen Arzt oder eine psychologische Beratung aufsuchen. Indem man das Problem bei der Wurzel packt, ist ein langfristiger Erfolg wahrscheinlicher. Die Hilfe eines Psychologen kann je nach Erkrankung und Problem einige Zeit in Anspruch nehmen. Oft führt aber allein schon der erste Schritt und die Aussicht auf Hilfe zu einem ruhigeren Schlaf.

Aug 022011
 

In vergangenen Zeiten verschaffte die körperliche Stressreaktion dem Menschen einen Überlebensvorteil. In Gefahrensituationen war man schnell in der Lage sich zur Wehr zu setzten oder zu flüchten. Dieses Verhalten ist aber heutzutage in den wenigsten Fällen angebracht. Die durch die Stressreaktion bereitgestellte Energie für eine Flucht oder einen Kampf wird somit nicht abgebaut. Dies kann zu einer Verstopfung der Blutbahn durch Fett, Zucker oder verklumpende Blutplättchen führen. Es kann zu Arteriosklerose und Infarkten in Herz, Lunge oder Gehirn kommen.

Ungesundes Erholungsdefizit aufgrund von Dauerstress

Leider ist es in der modernen Welt oft der Fall, dass der Mensch diversen Dauerbelastungen und somit auch Dauerstress ausgesetzt ist. Der Körper kann mit Stressreaktionen aber nur eine bestimmte Zeit umgehen. Und so ist es der Fall, dass man bei länger andauernden Stressphasen in ein Erholungs- und Entspannungsdefizit gerät. Derartig langanhaltende Stressphasen können Schäden bei wichtigen Organen aber auch auf neuronaler Ebene anrichten. Außerdem wirkt sich Dauerstress negativ auf die Gedächtnis- und Konzentrationsleistung aus.

Bei kurz andauernden Stressbelastungen kommt es durch das ausgeschüttete Noradrenalin zu immunstimulierenden Effekten und somit kurzfristig zu einem erhöhten Schutz gegen Fremdkörper und Krankheitserreger. Bei länger andauernden Stressbelastungen kommt es jedoch zu einer nachhaltigen Schwächung des Immunsystems. Somit ist der Körper krankheitsanfälliger gegenüber Infektionen. Forschungsergebnisse zeigten, dass es außerdem einen Zusammenhang zwischen psychischen Belastungen, verminderter Immunkompetenz und dem Wachstum von Tumorzellen während einer Krebserkrankung gibt.

Stressprävention hilft Erschöpfung zu vermeiden

Gesundheitliches Risikoverhalten und Stress bedingen sich gegenseitig. Das bedeutet, dass man in Stresssituationen vermehrt zu gesundheitsschädlichen Verhaltensweisen neigt und somit die Stressreaktion zu kompensieren versucht. Gleichzeitig schwächt dieses gesundheitliche Risikoverhalten unseren Körper und verringert folglich die allgemeine Belastbarkeit und trägt zu einer rascheren Erschöpfung der Widerstandskräfte bei.

Chronischer Stress spielt bei einer Vielzahl von Erkrankungen eine große Rolle. Neben den körperlichen Beschwerden kann es auch zu massive Störungen des psychischen Wohlbefindens und der psychischen Gesundheit kommen. Nicht umsonst spricht man in der Depressionsforschung von der sogenannten Stressdepression an der laut Studien ungefähr 20 % der Bevölkerung erkrankt sein sollen. Stressprävention ist daher in der heutigen Zeit für die Aufrechterhaltung der seelischen Gesundheit unumgänglich.

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