Jun 262012
 

Unerwartete und belastende Lebensereignisse können mit seelischen Problemen einhergehen und jeden treffen. Die Folgen sind intensive Emotionen und Gedanken, welche die Psyche stark beeinträchtigen können. In solchen Situationen ist es gut zu wissen, wie und wo man Unterstützung und Hilfe erhalten kann. Die folgende Liste soll die einfachsten und wirksamsten Wege aufzeigen, welche bei seelischen Belastungen und Schmerzen gegangen werden können.

1. Das Gespräch mit einer vertrauten Person suchen

Gerade in Situationen, in denen man sich nicht im Gleichgewicht befindet, kann es hilfreich sein, sich einer nahestehenden Person anzuvertrauen. Im Gespräch mit beispielsweise Freunden, dem Partner oder Familienangehörigen ist es möglich, die Probleme durch die Augen eines anderen zu sehen. Hierbei ergeben sich oft Lösungsvorschläge, die einem alleine verborgen geblieben wären.

2. Die belastende Situation verlassen und vorerst meiden

Bei andauernden seelischen Belastungen ist es ratsam, die stressauslösende Situation zu verlassen und vorerst zu meiden. Gerade bei Liebeskummer, Angst, Trauer und anderen intensiven Gefühlszuständen kann die Distanz zur Problematik helfen, neue Lösungswege zu entdecken.

3. Entspannung & Meditation

In schwierigen Lebenssituationen und bei seelischen Problemen stehen Geist und Körper meist über einen längeren Zeitraum hinweg unter Spannung. Entspannungstechniken oder Meditation können hier helfen, die ständige Anspannung zu mildern. So bekommt man den Kopf klar und kann erforderliche Entscheidungen besser treffen.

4. Einen Selbsthilfe-Ratgeber lesen

Es findet sich fast für jede erdenkliche Lebenssituation ein mehr oder weniger guter Selbsthilfe-Ratgeber. Bei der Auswahl von Selbsthilfeliteratur sollte unbedingt auf Qualität geachtet werden. Aufgrund der Qualifikationen und Erfahrungen des Autors lässt sich die Qualität des Buches meist gut abschätzen. Empfehlungen für gute Ratgeber erhält man außerdem in Foren von Betroffenen.

5. Einen besonderen Ort aufsuchen

Was die einen „Kraftort“ nennen kann für die anderen auch einfach nur eine sichere und vertraute Umgebung, wie zum Beispiel die eigenen vier Wände oder das Elternhaus, sein. Aber auch Urlaub kann bei Seelenschmerz Wunder wirken. Fern von der Heimat kann man sich selbst besser kennenlernen und so neue Wege einschlagen.

6. Eine psychologische Beratung in Anspruch nehmen

Gerade in Situationen, welche seelische Probleme mit sich bringen, ist Orientierung und Klarheit besonders wichtig. Die professionellen Vorgehensweisen von psychologischen Beratern können hier rasch helfen. In den meisten Fällen gelingt dies auch mit nur einer oder wenigen Beratungseinheiten. Psychologische Beratung wird auch telefonisch oder per E-Mail angeboten.

7. Eine Selbsthilfegruppe besuchen

Auch wenn es vielleicht Überwindung kostet, kann der Besuch einer Selbsthilfegruppe bei psychischen Problemen sehr hilfreich und heilsam sein. Aufgrund der Gruppendynamik und des regen Erfahrungsaustausches kann es schneller zur Erarbeitung eines Lösungsansatzes kommen. Selbsthilfegruppen geben Mut, da man erkennt, dass auch andere Menschen ähnliche Probleme haben oder diese bereits bewältigt haben.

8. Notfallnummer anrufen

In schwierigen Lebenskrisen können die erlebten Belastungen zu akuten seelischen Beschwerden führen. Doch ist es gerade in Krisensituationen wichtig, Halt und Orientierung zu erfahren. Erste Hilfe in psychischen Ausnahmesituationen erhält man von Beratern durch den  Anruf einer Notfallnummer. Hier wird man von Profis aufgefangen und wenn nötig weitervermittelt.

9. Coaching oder Seminare besuchen

Seelische Probleme können darauf hinweisen, das wichtige Veränderungen im Leben anstehen. Eine große Unterstützung bei derartigen Veränderungsprozessen können Coachings oder Seminare sein. Hierbei ist es das Ziel, bei der Selbsterfahrung begleitet zu werden, seelische Schmerzen zu lindern und Probleme zu lösen.

10. Psychotherapie beginnen

Seelische Konflikte bestehen meinst nicht seit gestern. Des Weiteren haben sie häufig eine langjährige Entstehungsgeschichte hinter sich. Um die komplexen Mechanismen der Psyche zu durchschauen ist eine Psychotherapie besonders gut geeignet. Wenn seelische Probleme länger als ein halbes Jahr anhalten und die Lebensqualität dadurch eingeschränkt ist, sollte eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut aufgesucht werden.

Die Liste würde sich natürlich noch erweitern lassen. Doch ist sie nur als Anregung zu verstehen um in schwierigen Lebenssituationen auf Lösungsansätze zurückgreifen zu können. Bei der Auswahl der richtigen Hilfestellung sollte man unbedingt auf das Bauchgefühl hören. Menschen haben ihrer Persönlichkeit und Situation entsprechende Probleme und Beschwerden. Deshalb sind keine Einheitsrezepte bei seelischen Problemen möglich. Stattdessen müssen immer individuelle Lösungen gefunden werden, welche dem Betroffenen und der Lebenssituation gerecht werden.

Aug 032011
 

Klassische Symptome der Depression sind das Gefühl der Traurigkeit, Niedergeschlagenheit oder innere Leere. Neben diesen emotionalen Erscheinungen ist die Depression auch an psychophysiologischen Merkmalen wie Schlafstörungen, Appetitminderung oder Gewichtsverlust erkennbar. Genau dieselben Symptome findet man bei der typischen Trauerreaktion nach dem Tod eines geliebten Menschen wieder. Ist also die Trauer der Depression gleichzusetzen oder ist man als Trauernder gefährdet, depressiv zu werden?

Wie lange und in welcher Form jemand trauert ist unter anderem von der Persönlichkeit und dem kulturellen Hintergrund des Betroffenen abhängig. Obwohl sich sehr viele Symptome der Trauer und der Depression gleichen, wird aus psychologischer Sicht auch bei schweren Trauerreaktionen nicht gleich eine Depression angenommen. Erst wenn nach zwei Monaten keine Besserung zu erwarten ist, sollte eine depressionsspezifische Behandlung in Betracht gezogen werden.

Diese Zeitspanne von zwei Monaten soll sicherstellen, dass auch aus gesellschaftlicher Sicht genug Zeit für den so wichtigen Trauerprozess bleibt und die normale Trauerarbeit einer Person nicht als krankhaft angesehen wird.

Komplizierte Trauerreaktionen, welche einen in der Depression mündenden Verlauf haben, sollten keinesfalls verharmlost sondern unbedingt psychotherapeutisch behandelt werden. Studien haben gezeigt, dass bei Personen, welche sehr früh belastenden Lebensereignissen ausgesetzt waren, für eine spätere Entwicklung einer Depression anfälliger sind. In solch einen Fall kann der Tod einer nahestehenden Person als Auslöser für die Depression eine Rolle spielen.

Apr 282011
 

Auf eine Trennung hin folgt meist herzzerreißender Liebeskummer: Hiervon kann sowohl der Verlassene als auch der sich trennende Partner betroffen sein. Trennungsschmerz verursacht nicht nur seelischen Schmerz, sondern bereitet oft auch körperliche Beschwerden wie etwa Migräne, Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen.

Die unter Liebeskummer Leidenden durchlaufen verschiedene Phasen der Trauer, die fließend ineinander übergehen. Das Wissen um die verschiedenen Phasen hilft bei der Bewältigung ungemein.
Kurz nach der Trennung verfallen die Betroffenen in eine Art Schockzustand: Man möchte das Beziehungsende nicht wahrhaben. Auch wenn es anfangs schwerfällt, sollte man Abstand zu seinem verflossenen Partner gewinnen. Orte, an denen man seinen ehemaligen Partner treffen könnte, sollten vorerst gemieden werden; dies macht den Kummer erträglicher.

Je mehr Abstand man zu seinem oder seiner Verflossenen gewinnt, desto schneller wird die zweite Trauerphase erreicht, in der das Beziehungsende bewusst wahrgenommen wird. Aus der Psychologie ist bekannt, dass man seinen Gefühlen freien Lauf lassen soll, da verdrängte Emotionen einen irgendwann wieder einholen.
Diese Phase ist geprägt von Hoffnungslosigkeit, ein Leben ohne den verlorenen Partner ist schwer vorstellbar. Die Psychologie lehrt uns, dass man Tränen freien Lauf lassen soll, um sich hinterher befreiter zu fühlen.

Wer sich vor Augen hält, dass zu einem Beziehungsende immer zwei Menschen beigetragen haben, läuft weniger Gefahr sich die alleinige Schuld am Scheitern zu geben.

Experten aus der Psychologie raten zudem, sich so schnell wie möglich um das eigene Wohl zu kümmern. Wenn Job und Alltag wieder besser gemeistert werden können, fängt die Phase der Neuorientierung an, in der neue Lebensziele definiert werden sollten.

Wer zu sich selber findet und neues Vertrauen aufbaut, ist auf dem besten Wege zu neuem Glück.

Apr 182011
 

Faktoren aus Sicht der Psychologie, die zur Entstehung einer Depression beitragen können, sind beispielsweise schwierige Entwicklungen in der Kindheit. Dazu kann unter anderem ein überfürsorglicher, zu ängstlicher Erziehungsstil der Eltern gehören, welcher zu einer in der Psychologie so genannten „erlernten Hilflosigkeit“ führen kann. Risikofaktoren für die Entstehung einer Depression sind auch mangelnde Stressbewältigungsstrategien. Traumatische Erfahrungen in der frühesten Kindheit wie der Verlust eines Elternteils, eine gestörte Mutter-Kind-Beziehung, ein gestörtes Selbstwertgefühl oder auch Erfahrungen im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch oder Katastrophen können aus Sicht der Psychologie zur Entstehung einer Depression beitragen.

Zwischen depressiven Episoden gibt es bei etwa zwei Drittel der Betroffenen auch Phasen völliger Gesundheit. Bei manchen Depressiven tritt auch eine nur teilweise Besserung ein, 15 % der Depressionen gestalten sich chronisch. Bei einer guten Behandlung dauern depressive Episoden nur einige Monate, 15 – 20 % aber auch länger als ein Jahr. Meist bestehen aber sehr gute Heilungschancen. Die Rückfallquote nach der ersten Episode liegt zwar bei 50 %, dies hängt aber auch von der Behandlung und Prävention ab.

Trotzdem sich die Symptome ähneln, gibt es bereits bei einer groben Einteilung vier Formen der Depression: Bei der endogenen Depression nimmt man an, dass für diese Stoffwechselstörungen im Gehirn und/oder genetische Faktoren wesentlich sind. Somatogene Depressionen haben unmittelbare körperliche Ursachen, während psychogene Depressionen als Folge seelisch belastender Ereignisse auftreten. Bei einer Depression in besonderen Lebenslagen besteht ein konkreter Zusammenhang zwischen dem Auftreten der Depression und den Lebensumständen.

Möglichkeiten, dem Auftreten einer Depression vorzubeugen und die psychologische Gesundheit zu bewahren, sind beispielsweise der verantwortungsvolle Umgang mit Krisen. Um die psychologische Gesundheit zu erhalten, sollten diese angegangen und nicht verdrängt oder schöngeredet werden. Eine sinnvolle Lebensplanung, besonders in Bezug auf tiefgreifende Veränderungen wie beispielsweise den Ruhestand, ist ebenso wichtig für die psychologische Gesundheit.

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