Dez 132012
 
Wertschätzung Anerkennung

Wertschätzung bedeutet anerkennen – Bild: © Robert Kneschke – Fotolia.com

Grundsätzlich bezeichnet Wertschätzung die positive Bewertung eines anderen Menschen, und zwar weitestgehend unabhängig von seinem Verhalten. Diese positive Grundeinstellung gegenüber anderen kann auch allgemein als Respekt bezeichnet werden. Wertschätzung eines Menschen bedeutet, den ihm innewohnenden Wert anzuerkennen und zu respektieren. Es ist dabei davon auszugehen, dass jeder Mensch in seinem individuellen Menschsein wertvoll ist und daher Respekt und Wertschätzung verdient. Dies setzt auch immer eine gewisse Bedingungslosigkeit voraus. Nun ist eine grundlegende und bedingungslose Anerkennung eines anderen Menschen nicht immer einfach.

Viele Personen haben Schwierigkeiten andere Menschen wertzuschätzen oder ihre Wertschätzung zu zeigen. Diese Schwierigkeit liegt oft darin begründet, dass viele Menschen nicht gelernt haben sich selbst wertzuschätzen. Selbstachtung und ein stabiles Selbstwertgefühl ist oftmals die Voraussetzung dafür auch einen anderen Menschen so akzeptieren zu können wie er ist und ihn dafür zu respektieren. Die Wertschätzung eines Menschen und auch sich selbst ist aber keine angeborene Tugend, sondern kann durchaus erlernt oder verbessert werden. Personen, die Schwierigkeiten haben anderen Menschen bedingungslosen Respekt zu zollen, sollten versuchen zunächst ihre Selbstwertschätzung zu verbessern.

Selbstwertschätzung – sich selbst als wertvoll erachten

Ein stabiler Selbstwert zeichnet sich durch eine gesunde Wertschätzung der eigenen Persönlichkeit aus. Der Selbstwert sollte dabei nicht von den Extremen Narzissmus oder Selbstverachtung geprägt sein. Ein positiver Selbstwert ist die grundlegende Gewissheit, dass man wertvoll ist, unabhängig vom eigenen Verhalten und persönlichen Fehlern. Menschen mit mangelndem Selbstwertgefühl sehen ihren Selbstwert oft an Taten gebunden, das heißt sie empfinden sich nur dann als wertvoll, wenn sie erfolgreich sind oder Lob und Anerkennung von anderen erhalten. Der Grund für das mangelnde Selbstwertgefühl liegt oft schon in der frühen Kindheit begraben. Ein Mensch kann aus verschiedenen Gründen lernen, sich selbst als wertlos zu erachten oder den eigenen Wert an Taten zu knüpfen.

Sich als wertvoll zu erachten bedeutet sich mit all seinen Stärken und Schwächen anzunehmen – erst in dieser Bedingungslosigkeit kann man lernen andere Menschen ebenso mit ihren Fehlern anzunehmen. Um sich selbst besser wertzuschätzen, muss man lernen sich objektiv zu beobachten. Menschen mit geringem Selbstwertgefühl konzentrieren sich auf ihre Schwächen und bagatellisieren ihre Stärken. Auf dem Weg zur Selbstwertschätzung sollten Stärken herausgestellt und gelobt, Schwächen aber auch nicht ignoriert, sondern konstruktiv genutzt werden. Dabei können die eigenen Stärken und Schwächen auch auf einem Blatt Papier gegenüber gestellt werden um sie sich vor Augen zu führen. Auch die Verstärkung eines Hobbys kann helfen, den eigenen Selbstwert zu verbessern. Menschen, die gelernt haben sich selbst mit allen Stärken und Schwächen anzunehmen, können schließlich auch lernen dasselbe für andere zu tun.

Wertschätzung eines Menschen durch Kommunikation ausdrücken

Einem Menschen Wertschätzung entgegen zu bringen bedeutet ihm vorurteilsfrei und respektvoll zu begegnen. Auch die Stärke Menschen ihre Fehler zu verzeihen und ihre Stärken gesondert anzuerkennen ist eine Form der Wertschätzung. Andere Menschen wertzuschätzen erweist sich im Alltag immer wieder als notwendig. Beruflich wie privat wird eine positive Stimmung durch einen wertschätzenden Umgang miteinander erzeugt. Jeder Mensch, ob Freund oder Fremder, hat grundsätzlich Anerkennung und Respekt verdient, auch dann, wenn er einen Fehler begeht. Auf dieser Basis kann auch Kritik geübt und ein Streit geführt werden, ohne dass eine Situation eskaliert.

Um einem Freund, einem Verwandten, einem Kollegen oder Untergebenen Wertschätzung zu zeigen, sollte man ihm also immer auf gleicher Ebene begegnen. Auch dann, wenn die Hierarchien klar geordnet sind, zum Beispiel zwischen Chef und Angestellten oder Eltern und Kind, sollte man sich nicht über die andere Person stellen, sondern durch Einfühlungsvermögen und höfliche Umgangsformen Respekt zeigen. Schon die Körpersprache zeigt einem Menschen, ob er wertgeschätzt wird. Ein Lächeln, ein Händedruck und Blickkontakt signalisieren Interesse und Sympathie. Der Verzicht auf Körperkontakt oder ausweichende Blicke geben dem Gegenüber dagegen das Gefühl, nicht wichtig zu sein. Auch ein aufrichtiges Lob, das nicht an eine Bitte oder Forderung geknüpft ist, vermittelt ernst gemeinte Anerkennung. Freunden und Verwandten kann man Wertschätzung außerdem in Form von besonderer Aufmerksamkeit durch Geschenke, tröstende Worte, Glückwünsche und auch durch die direkte Bekundung der Wertschätzung entgegen bringen.

Ein wertschätzender Umgang mit anderen Menschen macht sich bezahlt, denn die Freundlichkeit und Anerkennung, mit der man andere behandelt, wird oft genug zurück gegeben. Wer andere mit Respekt behandelt wird in den meisten Fällen ebenfalls mit Respekt behandelt. Die Wertschätzung eines anderen Menschen hat also wiederum eine Rückwirkung auf die eigene Persönlichkeit – und damit auch den eigenen Selbstwert.

Apr 062012
 
Burnout Prävention

Viele Faktoren beeinflussen das Burnout – Bild: © DOC RABE Media – Fotolia.com

Die Anforderungen an die Menschen im Berufs- und Familienleben steigen in unserer heutigen Welt immer weiter an. Die Aufgabengebiete und der Leistungsdruck wachsen stetig und bringen die Menschen an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Erschöpfung, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen sind das Ergebnis dieser Entwicklung. Die Menschen fühlen sich einfach nicht mehr den einfachsten Anforderungen des Tages gewachsen und erkranken an einem Burnout. Doch wie erkennt man, dass man unter Burnout leidet und wie kommt es eigentlich dazu? In unserer Gesellschaft ist es wichtiger denn je zu wissen, wie man das Burnout verhindern kann oder an wen man sich wendet, wenn bereits alles für ein sogenanntes Burnout-Syndrom spricht.

Was ist Burnout und welche Symptome machen es erkennbar?

Betroffene, die am Burnout-Syndrom erkrankt sind, leiden an einer starken körperlichen, geistigen und seelischen Erschöpfung. Erkrankte können ihre Aufgaben nicht erfüllen, sie fühlen sich einfach leer und kraftlos und können ihrem Wunsch zu arbeiten nicht mehr nachkommen. Burnout trifft Menschen, die in ihrem Alltag stark eingespannt sind und eine hohe Verantwortung tragen. Dazu gehören nicht nur Manager, sondern auch Angestellte in der Medizin und Pflege oder in pädagogischen Berufen. Aber auch Angestellte aller anderen Berufszweige können gefährdet sein.

Es gibt ganz typische Symptome für das Burnout-Syndrom. Sie müssen nicht alle sofort vorliegen, sondern entwickeln sich mit dem Krankheitsverlauf. Viele Erkrankte leiden an Lustlosigkeit und dem Gefühl des Versagens. Die Angst, die gestellten Aufgaben und Anforderungen nicht mehr erfüllen zu können, begleitet sie ständig. Alles wird sinnlos und das Interesse am Beruf oder den Aufgaben nimmt ab. Sie leiden an einer ständigen Müdigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung und an Konzentrationsstörungen. Depressionen entwickeln sich und Stimmungsschwankungen bestimmen den Alltag der Betroffenen. Nicht selten klagen Burnout-Erkrankte über körperliche Beschwerden wie Kopf-, Rücken- oder Magenschmerzen.

Die Erkrankung der Psyche erfolgt langsam

Der Zeitpunkt des Beginns der Erkrankung mit Burnout ist nicht einfach zu definieren. Das Burnout-Syndrom ist eine Krankheit, die schleichend beginnt. Stress ist ein Auslöser der Krankheit. Der Erkrankte hat das Gefühl, nicht mehr nachzukommen und die gestellten Anforderungen nicht mehr erfüllen zu können. Um Anerkennung und Erfolg für seine Arbeit zu bekommen, übernimmt er immer mehr Aufgaben. Er hat das Gefühl zu arbeiten und nie fertig zu werden, einfach nur zu funktionieren. Er erledigt die Aufgaben mechanisch und gerät zunehmend unter Stress. Hinzu kommen dann die typischen Symptome des Burnouts: ständige Müdigkeit und Schlafstörungen, Angstgefühle und Stimmungsschwankungen. Alles wird auf den Stress geschoben, die eigentliche Ursache bleibt unerkannt. Emotionale Erschöpfung macht sich breit, die Psyche erkrankt. Es beginnt ein Kreislauf aus Selbstzweifeln, Unzufriedenheit und Angst. Betroffene des Burnout-Syndroms erkennen häufig nicht, dass sie erkrankt sind.

Nicht nur Stress und Termindruck begünstigen Burnout

Die Anforderungen an die Menschen im Beruf und im Alltag steigen immer weiter an. Ein Termin jagt den Nächsten, der Erfolgsdruck wächst und der Arbeitstag dauert oft bis in den Abend. Viele Aufgaben können in der normalen Arbeitszeit nicht mehr erledigt werden. Durch Internet und Telefon ist man für Kunden ständig erreichbar und eine kontinuierliche Arbeitsweise ist nur noch selten möglich. Stress gehört dazu und ist ein ständiger Begleiter. Betroffene erkranken durch Überforderung, Überreizung und der Überlastung der Psyche am Burnout.

Die eigene Persönlichkeit spielt ebenfalls eine Rolle beim Burnout und kann den Ausbruch der Krankheit begünstigen. Perfektionismus und Ehrgeiz ergänzen sich häufig. Aufgaben können von diesen Menschen schlecht delegiert werden. Alles soll perfekt sein und daher erledigen sie die Aufgaben lieber selbst. Dieses andauernde Streben führt bei Überforderung der Psyche schnell zum Burnout. Sie übernehmen zusätzliche Aufgaben, nur weil sie nicht nein sagen können und gehen an ihre psychischen und körperlichen Belastungsgrenzen. Bleibt nicht mehr genug Raum zu Erholung ist die Erkrankung am Burnout vorprogrammiert.

Es gibt kein Muster zur Behandlung

Die Behandlung der Betroffenen erfordert zunächst einen Aufenthalt in einer psychosomatischen Einrichtung. Die körperliche Erholung geht mit einer psychischen Erholung Hand in Hand. Die Betroffenen müssen lernen, auf ihren Körper zu hören und Leistungsgrenzen neu zu definieren. Mit Hilfe einer Psychotherapie werden Ursachen aufgearbeitet und Lösungswege gesucht. Dies ist ein langer und individueller Weg zurück zu alten Kräften.

Prävention bevor es zu spät ist

Einem Burnout kann vorgebeugt werden. Zur Prävention gehört es den Alltag zu betrachten. Wer ständig unter Anspannung und Stress steht, sollte unbedingt einen Ausgleich schaffen. Konzertbesuche, Sport oder Spaziergänge sollten fest eingeplant und auch eingehalten werden. Und zwar nicht mit schlechtem Gewissen, sondern im Bewusstsein abschalten zu wollen. Entspannungsübungen lassen sich gut im Alltag unterbringen und helfen gegen Burnout. Yoga oder andere Entspannungsprogramme helfen Ruhe zu finden und den Stress bewusst außen vor zu lassen. Ein fester Feierabend gehört ebenso zur Prävention gegen Burnout. Feste Zeiten für Mahlzeiten und bestimmte Rituale am Abend geben dem Tag einen Rahmen und helfen die gesetzten Prioritäten einzuhalten.

Eine geordnete Terminplanung und Zuteilung von Aufgaben und Zuständigkeiten helfen im Beruf Stress zu vermeiden. Nur wenn ausreichend Zeitpuffer vorhanden ist, können zusätzliche Aufgaben übernommen werden.

Burnout ist eine ernsthafte Erkrankung, die immer mehr Menschen betrifft. Solange noch keine ernsthafte Erkrankung vorliegt, kann mit Prävention gegengesteuert werden. Gerade Menschen, die immer unter Stress stehen, sollten sich Auszeiten schaffen und gut auf ihren Körper hören. Wer mit sich selbst sorgsam umgeht und die Symptome rechtzeitig erkennt und etwas dagegen tut, wird nicht so schnell am Burnout erkranken.

Okt 232011
 

Sehr oft ist die Rede von Ganzheitlichkeit; zum Beispiel gibt es die ganzheitliche Medizin oder Psychotherapie. All diese ganzheitlichen Ansätze haben eines gemeinsam: das ganzheitliche Denken. Doch was bedeutet es eigentlich im Ganzen zu denken und was ist das Besondere daran? Im Folgenden soll der Frage auf den Grund gegangen werden, ob es sich beim ganzheitlichen Denkansatz vielleicht nur um einen Trend handelt oder doch um einen bereichernden Ansatz, der die Sicht auf die Dinge verändert und somit die Persönlichkeitsentwicklung fördert.

Mehr als die Summe der Dinge

Unter Ganzheit versteht man im Allgemeinen die Summe aller Dinge. Doch bereits Aristoteles stellte damals fest, dass es mehr als nur die Menge von Dingen ist, welche die Ganzheitlichkeit ausmacht. Es ist die sogenannte „Gestaltqualität“ von Dingen, welche diese übersummative Eigenart des Ganzen ausmacht. Die Lehre der Ganzheit wird auch Holismus (holos, altgriechisch: das Ganze) genannt. Die Anordnung von einzelnen Elementen zu einem Ganzen wird als System bezeichnet.

Daraus folgt, dass ganzheitliches oder holistisches Denken der Versuch ist, das Ganze eines Gegenstandes zu erfassen. Hierfür ist es aber notwendig, den Gegenstand als verflechtet in einem System und nicht als Einzelnes zu erkennen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn man grenzenlos und übergreifend denkt. In diesem Moment fallen alle gedanklichen Beschränkungen ab und ein holistisches – also ganzheitliches – Bild der Wirklichkeit kann entstehen.

Ganzheitlichkeit wirkt heilsam

In einer von der Naturwissenschaft geprägten Welt fällt es schwer, feste Grenzen und Regeln über Bord zu werfen. Gerade in der westlichen Gesellschaft hat man sich angewöhnt, die Dinge durch Analyse, also durch die Zerlegung eines Gegenstandes in seine Einzelteile, zu erklären. Doch gerade durch das Auseinandernehmen verliert ein System von Einzelteilen an Gestalt. Durch das ganzheitliche Denken versucht man dies zu vermeiden indem man anerkennt, dass alles in ständiger Veränderung sowie Bewegung und miteinander verbunden ist.

Ganzheitliches Denken bedeutet von größeren Zusammenhängen und vielen Einflussfaktoren auszugehen. Dieses umfassende Denken beruht auf einem breiteren Horizont und hat letztendlich Auswirkungen auf die gesamte Psyche. Erfährt man Gedanken, Gefühle oder Gegebenheiten nicht als Einzelnes sondern als Teil eines Ganzen, tut sich oft ein anderes, oft heilsames Bild auf. Denn der ganzheitliche Ansatz befindet sich jenseits von richtig oder falsch, gut oder böse. Im Ganzen wird nicht differenziert und alles hat seine Berechtigung.

Neue Erkenntnisse & Lösungswege

Für das emotionale Erleben bedeutet dass, das auch negative Gefühle oder Trauer sein dürfen und ihren Platz haben. Im Zwischenmenschlichen ermöglicht uns die ganzheitliche Sichtweise Einblicke in tiefere Zusammenhänge. Dies kann zu mehr Akzeptanz und Verständnis in Beziehungen führen. Und auch die Eigenbeziehung und das Selbstbild werden durch einen ganzheitlichen Denkansatz geklärt und gestärkt. Ganzheitliches Denken ermöglicht ein Loslösen von starren, oft auch destruktiven oder unpassenden Denkmustern.

Ganzheitliches Denken kann also mit einer Veränderung der persönlichen Sichtweise einhergehen und somit die Persönlichkeitsentwicklung durch die beschriebenen Erkenntnisse beeinflussen. Der Ansatz ermöglicht einen Perspektivenwechsel und damit eine Ressourcenentwicklung und Potentialentfaltung. Denn eine nachhaltige Problemlösung und Lebensgestaltung wird erst durch das Aufgeben des einseitigen Denkens möglich.

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