Okt 112012
 
Shiatsu: Geist & Körper in Einklang

Shiatsu bringt Geist & Körper in Einklang – Bild: © kristin kreet – Fotolia.com

Die Körpertherapie Shiatsu verdankt ihren Namen dem japanischen Wort für Fingerdruck. Shiatsu arbeitet zwar auch, aber nicht nur mit den Fingern, sondern mit dem ganzen Körper. Das Schlüsselelement dieser Körpertherapie ist die Berührung, der Shiatsu-Praktiker stellt mittels seines Körpergewichts eine energetische Beziehung zum Patienten her, der Patient erfährt während der Behandlung durch die klar definierten Berührungen des Shiatsu-Praktiker seine eigene Körperlichkeit und auch deren Grenzen. Shiatsu ist aus der traditionellen chinesischen Massage entstanden und kann zur Behandlung unterschiedlicher körperlicher Beschwerden, wie Magen- oder Gelenkschmerzen und andere schmerzhafte Einschränkungen des Körpers eingesetzt werden.

Das Hauptaugenmerk des Shiatsu liegt allerdings nicht auf den körperlichen Symptomen, sondern auf den seelischen Ursachen, die diese Symptome zur Folge haben. Der Shiatsu-Praktiker möchte also im Sinne einer ganzheitlichen Genesung vor allem die Seele des Patienten berühren, heilen und bei der Ganzwerdung begleiten. Der Begriff Seele wird heutzutage häufig mit Psyche gleichgesetzt, dabei ist allerdings wichtig zu beachten dass der Begriff Psyche, wenn er den Begriff Seele mit einschließt, nicht nur mentale, sondern vor allem auch emotionale Aspekte mit einbeziehen muss.

Wie Shiatsu funktioniert

Shiatsu arbeitet mit Qi, dem chinesischen Wort für Energie. Diese Energie repräsentiert das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele im menschlichen Körper und kann vom Shiatsu-Praktiker als Vibrationen im energetischen Raum im und um den Körper des Patienten wahrgenommen werden. Die einzelnen Kanäle oder Felder, durch welche das Qi fließt, werden im Shiatsu als Meridiane bezeichnet. Durch die Berührung der verschiedenen Meridiane, mit denen zum Beispiel auch die Akupunktur arbeitet, können einzelne Funktionen aktiviert werden. Der Unterschied des Shiatsu zur Akupunktur und Akupressur ist jedoch, dass nicht nur einzelne Punkte im Körper stimuliert werden, sondern die Behandlung verbindend zwischen den einzelnen Meridianen erfolgt.

Die zwölf Hauptmeridiane sind nach den Organen benannt, welche einen Kreislauf bilden. Durch Massieren und Drücken der Meridiane kann durch den Shiatsu-Praktiker Energie freigesetzt werden, die das individuelle Anliegen, zum Beispiel mehr Antrieb und Mut durch Stimulierung des Nieren-Meridians, fördern. Eine Shiatsu-Sitzung erfolgt meist auf einer Matte auf dem Fußboden. Der Shiatsu-Praktiker setzt für seine Berührungen nicht nur die Finger und Hände, sondern mitunter auch Ellbogen und Knie ein. Auch Dehnungen und Rotationen des Körpers sind Techniken im Shiatsu.

Psychosomatische Störungen

Leiden der Seele oder allgemeiner ausgedrückt der Psyche drücken sich nicht selten durch körperliche Beschwerden aus. Vor allem Verdauungsbeschwerden sind oft ein Zeichen eines tiefer liegenden, seelischen Problems. Bevor man die körperlichen Symptome als psychosomatisch anerkennt, sollte man jedoch jegliche physischen Krankheiten von einem Arzt ausschließen lassen. Stellen sich die Probleme schließlich als psychosomatisch heraus, ist die Körpertherapie Shiatsu eine Möglichkeit, womöglich begleitend zu einer Psychotherapie, die Schmerzen und Beschwerden zu lindern und letztendlich zu heilen.

Körper und Psyche sind untrennbar miteinander verbunden – Probleme des einen beeinflussen das andere. Tiefer liegende Beschwerden ergeben sich meist aus einem komplexen Zusammenspiel zwischen Umwelt, Seele, körperlicher Gesundheit, Genetik und erfahrenen Traumata. Zur Heilung körperlicher Symptome bietet sich daher, auch wenn die Ursache seelischer Art ist, eine körperliche Therapie wie Shiatsu an.

Störungen des Energiefluss

Die Entwicklung von körperlichen, psychosomatischen oder rein psychischen Beschwerden, wie Depressionen, Einsamkeit oder Angstzustände weisen laut Shiatsu auf eine Disharmonie im menschlichen Energiefluss hin, die ausgeglichen werden muss um wieder eine innere Balance herzustellen. Indem der Shiatsu-Praktiker während der Behandlung durch körperliche Berührung mit dem Patienten in einen Dialog tritt, erfährt der Patient ungeteilte Aufmerksamkeit und Berührung als wohltuende und entspannende Erfahrung.

Ein der Sitzung vorangehendes Gespräch kann außerdem Aufschluss darüber gehen, welche Aspekte des Patienten aus dem Gleichgewicht geraten sind und wo der Shiatsu-Praktiker ansetzen muss um den Energiefluss zu harmonisieren. Auf diese Weise kann Shiatsu unterschiedlichen seelischen Problemen, die den Energiefluss stören wie Stress, Angst, Liebeskummer, Traumata, Trauer oder andere emotionale Beschwerden, entgegenwirken.

Mit Shiatsu an seelischen Problemen arbeiten

Die bekannteste Therapieform um psychische, beziehungsweise seelische Probleme aufzuspüren und zu heilen, ist die Psychotherapie. Es ist jedoch bekannt, dass emotionale Blockaden auch auf körperlicher Ebene aufgespürt und gelöst werden können ohne den Aspekt der verbalen Kommunikation. Berührungen wie Druck, Dehnung oder Belastung setzen nicht nur körperliche Empfindungen, sondern auch seelische Prozesse in Gang. Das begleitende Gespräch im Shiatsu hilft dem Patienten, die Prozesse zu benennen und zu verstehen.

Die seelischen Probleme, wegen derer Patienten einen Shiatsu-Praktiker aufsuchen sind unterschiedlich. Schon geringeren Belastungen der Seele, die im Alltag jedoch zu einer größeren Belastung für den Patienten werden können, wie zum Beispiel Prüfungsangst, beruflichen Problemen oder allgemeinem Stress kann mit Shiatsu bereits entgegen gewirkt werden. Auch Patienten mit tieferen Störungen wie Depressionen und Angstzuständen, womöglich ausgelöst durch ein frühkindliches Trauma oder einen Todesfall in der Familie, können durch diese Körpertherapie Linderung erfahren.

Es muss jedoch nicht zwingend eine tiefe seelische Störung vorliegen um Shiatsu in Anspruch zu nehmen. Auch allgemeine Energielosigkeit oder der Wunsch nach einer optimal entwickelten seelischen und körperlichen Gesundheit sind Gründe für eine Shiatsu-Behandlung.

Shiatsu als Begleitung zur Psychotherapie

Die meisten Patienten, welche Shiatsu in Anspruch nehmen, berichten von einer nachhaltigen Veränderung des Wohlbefindens vor allem in Bezug auf ihr Selbstwertgefühl, innere Ruhe und Zuversicht. Shiatsu bietet sich daher auch als ideale Begleittherapie zu einer Psychotherapie an. Patienten mit einer schwerwiegenden Störung der Psyche, wie einer schweren Depression, wird nach wie vor zu einer Psychotherapie geraten.

Die Körpertherapie Shiatsu kann jedoch unterstützend zu dieser Psychotherapie andere, auch körperliche, Areale ansprechen, die den Prozess innerhalb der Psychotherapie wirksam verbessern, indem sie die Zuversicht und die Selbstwahrnehmung des Patienten stärken und diesen für die angestrebte Selbsterkenntnis und die zu erlangende innere Sicherheit öffnen.

Sep 102012
 
Panikattacken und allgemeine Angst

Wenn ständige Angst zum Begleiter wird – Bild: © Picture-Factory – Fotolia.com

Angst ist ein Grundgefühl, welches im Alltag im Falle einer befürchteten Bedrohung auftritt. Somit handelt es sich bei der Angst um einen evolutionär verankerten Schutzmechanismus, der in vermeintlichen Gefahrensituationen die Flucht einleiten kann und so die Unversehrtheit des Individuums wahrt. Kommt es jedoch zu klar abgrenzbaren Episoden starker Angst, die sich auch meist immer wieder wiederholen, spricht man von sogenannten Panikattacken.

Diese treten meist plötzlich und anfallsartig in Verbindung mit spezifischen Begleiterscheinungen auf; beispielsweise Schwitzen, Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Zittern, Hitzewallungen oder Erstickungsgefühlen. Außerdem haben die Betroffenen das Gefühl der Unwirklichkeit oder sie befürchten, die Kontrolle oder den Verstand zu verlieren.

Wenn plötzlich die Angst kommt

Für die Betroffenen ist die Panikattacke sehr beunruhigend und belastend. Diese intensiven Angstzustände sind meist an keine erkennbare Ursache oder Situation gebunden. Nachdem die Panikattacke abgeklungen ist, bleibt bei vielen Betroffenen die Angst, dass sie wieder auftreten könnte. Man spricht hier von der „Angst vor der Angst“. Dies führt meist zu einem Vermeidungsverhalten, welches die Lebensqualität drastisch verschlechtern kann.

Wenn Sorgen zur generalisierten Angst werden

Personen mit allgemeinen Ängsten machen sich meist monatelang übertriebene und anhaltende Sorgen in ganz normalen Situationen und bei harmlosen Alltagsproblemen. Eine der typischen Fragen, welche Betroffenen sich immer wieder stellen ist beispielsweise “Was wäre, wenn…”. Die damit verbundene Angst ist unkontrollierbar und führt zu der permanenten Befürchtung, die eigene Person beziehungsweise Angehörige seien bedroht. Beispielsweise werden ohne konkreten Hinweis Unglücksfälle oder schwere Erkrankungen befürchtet.

Diese Ängste gehen mit einer andauernden muskulären Verspanntheit, Ruhelosigkeit, Schlafproblemen und Konzentrationsproblemen einher. Problematisch ist auch, dass Personen, welche unter generalisierten Ängsten leiden, stundenlang mit Grübelei verbringen und diese nur sehr schwer stoppen können. Die Sorgen und das Gefühl der Angst sind somit ein ständiger Begleiter und können kaum beiseitegeschoben werden. Viele Betroffene berichten, dass sie sich ihren Ängsten und Sorgen ausgeliefert fühlen. Sie seien unkontrollierbar und kaum ist eine Sorge vorbei, käme schon wieder die nächste.

Ursachen für krankhafte Angst

Trotz des Forschungsbemühens ist es bis heute nicht gelungen, die genauen Ursachen für krankhafte Angst zu bestimmen. Das mag wohl an der komplexen Entstehung dieser Problematik und den vielen möglichen Einflüssen liegen.

Sicher ist, dass hier sowohl biologische als auch psychologische Faktoren eine große Rolle spielen. Es konnte gezeigt werden, dass genetische wie auch familiäre und erzieherische Einflüsse die Entstehung von krankhafter Angst begünstigen können.

Angst & Panik bewältigen

Immer wiederkehrende und anhaltende Angstzustände sind sowohl für die Psyche als auch für den Körper eine große Belastung. Ein Betroffener berichtet: „Zu Beginn habe ich die Phasen der plötzlichen Angst nicht ernst genommen. Erst als ich aufgrund der immer wiederkehrenden Angst, die Kontrolle zu verlieren, zum Arzt ging, wurde mir klar, dass ich unter Panikattacken leide. Mir war schnell klar: Ich kann nicht mehr so weitermachen. Deshalb habe ich Hilfe bei einem Psychologen gesucht.“

Meist ist es nur schwer möglich, den Teufelskreis der Angst mit eigenen Kräften zu durchbrechen. Wenn die Angst ein krankhaftes Ausmaß angenommen hat, ist es sehr ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Verhaltenstherapeutische Verfahren haben bei der Bewältigung von krankhaften Ängsten die besten Resultate gezeigt.

Wege aus der Angst

Um die Angst zu besiegen, ist es wichtig, zuerst zu verstehen, wie Angst entsteht. Die Aufklärung über die Entstehung der Angst ist hierbei wichtig. So können bei zukünftigen Panikattacken die typischen Aufschaukelungsprozesse vermieden werden. Denn krankhafte Angst entsteht immer durch eine gedankliche Fehlinterpretation von harmlosen Empfindungen. Mit dem Wissen, das Angst eigentlich eine natürliche und harmlose Reaktion ist, können infolgedessen mittels Einstellungsänderungen angstfördernde Gedanken neutralisiert werden.

Dazu muss man sich aber erst mal mit den angstauslösenden Gedanken konfrontieren. Dies ist für viele Betroffene mit sehr viel Überwindung verbunden. Doch nur so ist es möglich, die angstfördernden Gedanken zu durchbrechen und durch positive Einstellungen zu ersetzen. Danach ist es möglich, Schritt für Schritt die Ungefährlichkeit der gefürchteten Situationen oder Objekte zu erfahren und die Angst hinter sich zu lassen. So kann schließlich auch das kontraproduktive Vermeidungsverhalten abgelegt werden und eine Teilnahme am Alltagsleben wird wieder möglich.

Krankhafte Angst und Panik kann überwunden werden. Es ist auf jeden Fall ratsam hierbei Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine psychologische Beratung kann helfen, die verlorene Lebensqualität zurückzugewinnen.

Apr 062012
 
Burnout Prävention

Viele Faktoren beeinflussen das Burnout – Bild: © DOC RABE Media – Fotolia.com

Die Anforderungen an die Menschen im Berufs- und Familienleben steigen in unserer heutigen Welt immer weiter an. Die Aufgabengebiete und der Leistungsdruck wachsen stetig und bringen die Menschen an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Erschöpfung, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen sind das Ergebnis dieser Entwicklung. Die Menschen fühlen sich einfach nicht mehr den einfachsten Anforderungen des Tages gewachsen und erkranken an einem Burnout. Doch wie erkennt man, dass man unter Burnout leidet und wie kommt es eigentlich dazu? In unserer Gesellschaft ist es wichtiger denn je zu wissen, wie man das Burnout verhindern kann oder an wen man sich wendet, wenn bereits alles für ein sogenanntes Burnout-Syndrom spricht.

Was ist Burnout und welche Symptome machen es erkennbar?

Betroffene, die am Burnout-Syndrom erkrankt sind, leiden an einer starken körperlichen, geistigen und seelischen Erschöpfung. Erkrankte können ihre Aufgaben nicht erfüllen, sie fühlen sich einfach leer und kraftlos und können ihrem Wunsch zu arbeiten nicht mehr nachkommen. Burnout trifft Menschen, die in ihrem Alltag stark eingespannt sind und eine hohe Verantwortung tragen. Dazu gehören nicht nur Manager, sondern auch Angestellte in der Medizin und Pflege oder in pädagogischen Berufen. Aber auch Angestellte aller anderen Berufszweige können gefährdet sein.

Es gibt ganz typische Symptome für das Burnout-Syndrom. Sie müssen nicht alle sofort vorliegen, sondern entwickeln sich mit dem Krankheitsverlauf. Viele Erkrankte leiden an Lustlosigkeit und dem Gefühl des Versagens. Die Angst, die gestellten Aufgaben und Anforderungen nicht mehr erfüllen zu können, begleitet sie ständig. Alles wird sinnlos und das Interesse am Beruf oder den Aufgaben nimmt ab. Sie leiden an einer ständigen Müdigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung und an Konzentrationsstörungen. Depressionen entwickeln sich und Stimmungsschwankungen bestimmen den Alltag der Betroffenen. Nicht selten klagen Burnout-Erkrankte über körperliche Beschwerden wie Kopf-, Rücken- oder Magenschmerzen.

Die Erkrankung der Psyche erfolgt langsam

Der Zeitpunkt des Beginns der Erkrankung mit Burnout ist nicht einfach zu definieren. Das Burnout-Syndrom ist eine Krankheit, die schleichend beginnt. Stress ist ein Auslöser der Krankheit. Der Erkrankte hat das Gefühl, nicht mehr nachzukommen und die gestellten Anforderungen nicht mehr erfüllen zu können. Um Anerkennung und Erfolg für seine Arbeit zu bekommen, übernimmt er immer mehr Aufgaben. Er hat das Gefühl zu arbeiten und nie fertig zu werden, einfach nur zu funktionieren. Er erledigt die Aufgaben mechanisch und gerät zunehmend unter Stress. Hinzu kommen dann die typischen Symptome des Burnouts: ständige Müdigkeit und Schlafstörungen, Angstgefühle und Stimmungsschwankungen. Alles wird auf den Stress geschoben, die eigentliche Ursache bleibt unerkannt. Emotionale Erschöpfung macht sich breit, die Psyche erkrankt. Es beginnt ein Kreislauf aus Selbstzweifeln, Unzufriedenheit und Angst. Betroffene des Burnout-Syndroms erkennen häufig nicht, dass sie erkrankt sind.

Nicht nur Stress und Termindruck begünstigen Burnout

Die Anforderungen an die Menschen im Beruf und im Alltag steigen immer weiter an. Ein Termin jagt den Nächsten, der Erfolgsdruck wächst und der Arbeitstag dauert oft bis in den Abend. Viele Aufgaben können in der normalen Arbeitszeit nicht mehr erledigt werden. Durch Internet und Telefon ist man für Kunden ständig erreichbar und eine kontinuierliche Arbeitsweise ist nur noch selten möglich. Stress gehört dazu und ist ein ständiger Begleiter. Betroffene erkranken durch Überforderung, Überreizung und der Überlastung der Psyche am Burnout.

Die eigene Persönlichkeit spielt ebenfalls eine Rolle beim Burnout und kann den Ausbruch der Krankheit begünstigen. Perfektionismus und Ehrgeiz ergänzen sich häufig. Aufgaben können von diesen Menschen schlecht delegiert werden. Alles soll perfekt sein und daher erledigen sie die Aufgaben lieber selbst. Dieses andauernde Streben führt bei Überforderung der Psyche schnell zum Burnout. Sie übernehmen zusätzliche Aufgaben, nur weil sie nicht nein sagen können und gehen an ihre psychischen und körperlichen Belastungsgrenzen. Bleibt nicht mehr genug Raum zu Erholung ist die Erkrankung am Burnout vorprogrammiert.

Es gibt kein Muster zur Behandlung

Die Behandlung der Betroffenen erfordert zunächst einen Aufenthalt in einer psychosomatischen Einrichtung. Die körperliche Erholung geht mit einer psychischen Erholung Hand in Hand. Die Betroffenen müssen lernen, auf ihren Körper zu hören und Leistungsgrenzen neu zu definieren. Mit Hilfe einer Psychotherapie werden Ursachen aufgearbeitet und Lösungswege gesucht. Dies ist ein langer und individueller Weg zurück zu alten Kräften.

Prävention bevor es zu spät ist

Einem Burnout kann vorgebeugt werden. Zur Prävention gehört es den Alltag zu betrachten. Wer ständig unter Anspannung und Stress steht, sollte unbedingt einen Ausgleich schaffen. Konzertbesuche, Sport oder Spaziergänge sollten fest eingeplant und auch eingehalten werden. Und zwar nicht mit schlechtem Gewissen, sondern im Bewusstsein abschalten zu wollen. Entspannungsübungen lassen sich gut im Alltag unterbringen und helfen gegen Burnout. Yoga oder andere Entspannungsprogramme helfen Ruhe zu finden und den Stress bewusst außen vor zu lassen. Ein fester Feierabend gehört ebenso zur Prävention gegen Burnout. Feste Zeiten für Mahlzeiten und bestimmte Rituale am Abend geben dem Tag einen Rahmen und helfen die gesetzten Prioritäten einzuhalten.

Eine geordnete Terminplanung und Zuteilung von Aufgaben und Zuständigkeiten helfen im Beruf Stress zu vermeiden. Nur wenn ausreichend Zeitpuffer vorhanden ist, können zusätzliche Aufgaben übernommen werden.

Burnout ist eine ernsthafte Erkrankung, die immer mehr Menschen betrifft. Solange noch keine ernsthafte Erkrankung vorliegt, kann mit Prävention gegengesteuert werden. Gerade Menschen, die immer unter Stress stehen, sollten sich Auszeiten schaffen und gut auf ihren Körper hören. Wer mit sich selbst sorgsam umgeht und die Symptome rechtzeitig erkennt und etwas dagegen tut, wird nicht so schnell am Burnout erkranken.

Nov 282011
 
Verlassenheit

Die Angst vor dem Verlassenwerden und Verlust – Bild: © BeTa-Artworks – Fotolia.com

Menschen, deren Leben vom Gefühl der Verlassenheit dominiert wird, glauben, dass sie alle Menschen, die sie lieben, verlieren werden. Sie haben das Gefühl, dass es ihr Schicksal ist, alleine gelassen zu werden und alleine zu bleiben. Dies geht soweit, dass diese Personen auch in gut funktionierenden Beziehungen davon überzeugt sind, dass auch diese Verbindung scheitern wird. Sogar kurze und zeitlich begrenzte physische Trennungen vom Partner werden als problematisch erlebt und von der Überzeugung begleitet, dass der Partner möglicherweise nicht zurückkehren könnte. Diese Menschen klammern sich sehr an jene, die ihnen wichtig sind und machen sich dadurch von ihren Partnern oft emotional abhängig. Letztendlich mündet diese Einstellung im Gefühl der Verzweiflung.

Wie die Angst vor dem Verlassenwerden entsteht

In den meisten Fällen entwickelt sich die Angst vor dem Verlassenwerden bereits im frühen Kindesalter, häufig in der Zeit vor dem Spracherwerb. Dies ist auch der Grund, warum Menschen, welche an dieser Angst leiden, keine Erklärung für diese finden. In Situationen, in denen sie mit ihren Befürchtungen konfrontiert werden, reagieren sie völlig kindlich und sind davon überzeugt, dass sie völlig alleine sind und niemand für sie da ist.

Personen, die von der Befürchtung des Verlassenwerdens ständig begleitet werden, wurden als Kind oft vernachlässigt oder auch schlecht behandelt. In der Psychologie wird heute angenommen, dass sich Menschen in der Art des Umgangs mit Trennungen unterscheiden. Der Stand der Forschung lässt vermuten, dass es eine biologische Anlage für die Entwicklung solcher Verlustängste gibt. Erlebt ein solches Kind jedoch eine stabile Beziehung zur Mutter und anderen Bezugspersonen, sinkt die Wahrscheinlichkeit, solch starke Verlustängste und Gefühle der Verlassenheit im Erwachsenenalter zu entwickeln.

Das Gefühl der Verlassenheit in intensiven Beziehungen

Derartig starke Gefühle der Verlassenheit treten in der Regel nur in intensiven und intimen Beziehungen auf. Menschen mit solchen Ängsten haben diese Probleme auch in Freundschaften. Natürlich treten dann die Ängste meist in einer weniger starken Form als in intensiven Beziehungen auf. Doch das Verlaufsmuster ist in Freundschaften sowie in Beziehungen sehr ähnlich. Personen, welche das starke Gefühl der Verlassenheit in sich tragen, haben meist emotional unruhige und unbeständige Beziehungen oder vermeiden diese ganz. Schon die kleinste Veränderung beim Partner wird dramatisiert und schürt den Gedanken, verlassen zu werden. Gerade zu Beginn der Beziehung wird oft geklammert und im Laufe der Zeit spielen auch Eifersucht und Besitzgier eine große Rolle. So oder so steht die Gefahr, vom Partner verlassen zu werden, im Mittelpunkt des emotionalen Geschehens.

Aus gewohnten emotionalen Mustern ausbrechen

Auffällig ist, dass Menschen mit derartigen Verhaltensmustern, nach Partnern Ausschau halten, bei denen die Hoffnung auf eine stabile Beziehung zwar gerechtfertigt ist, jedoch nicht zwingend in Erfüllung gehen muss. Zweifel sind weiterhin angebracht und es macht oft den Anschein, als ob sich die gemeinten Personen von instabilen Liebesbeziehungen angezogen fühlen. Der Zustand der Instabilität ist ihnen seit der Kindheit bekannt und vertraut. Paradoxerweise ermöglichen sich die Betroffenen durch derartige Beziehungen, dass aus der Kindheit stammende Gefühl, immer wieder zu erleben. Dieses immer wiederkehrende Muster hat eine starke Anziehungskraft auf die Betroffenen und wird als sehr leidenschaftlich erlebt. Doch diese Leidenschaft wird mit dem erfüllenden Gefühl der Liebe verwechselt.

Die Bewältigung von nicht förderlichen emotionalen Mustern

Personen, welche oft mit dem Gefühl der Verlassenheit konfrontiert werden, müssen verstehen lernen, dass die Ursache dieses Gefühls weit zurück liegt. Wahrscheinlich ist es wie bereits erwähnt in der Kindheit entstanden. Es kann helfen, zu versuchen, sich diese vergangenen Bilder ins Bewusstsein zu rufen. Gleicht man das Vergangene mit aktuellen, vom Gefühl der Verlassenheit geprägten Ereignissen ab, wird man eine Verbindung herstellen können. Durch die Bewusstwerdung eines immer wiederkehrenden Musters, ist man letztendlich in der Lage, derartige Lebenssituationen besser zu erkennen und zu ändern. Auch bei der Wahl des Partners sollte auf Stabilität und Zuversicht Wert gelegt werden. So kann sich der Glaube, nicht mehr verlassen zu werden, mehr und mehr festigen.

In den meisten Fällen wird es hilfreich sein, sich bei der Bewältigung des Gefühls der Verlassenheit durch einen Psychotherapeuten begleiten zu lassen. Macht es den Anschein, dass sich bestimmte nicht förderliche Muster immer wieder wiederholen, sollte man das Angebot psychologischer Hilfe nicht ausschließen. Ein Therapeut kann diesen Veränderungsprozess unterstützen, der schließlich zu emotionaler Stabilität und Sicherheit sowie erfüllten Beziehungen führt.

Nov 242011
 
Verhaltenspsychologie

Verhalten erklären und verstehen – Bild: © raven – Fotolia.com

Immer wieder kann es mal geschehen, dass man im zwischenmenschlichen Kontakt auf Kommunikationsprobleme stößt. Oft hat man einfach das Gefühl, dass das Gesprochene des Gesprächspartners nicht mit seiner Meinung oder mit seinen Gedanken vereinbar ist. In solchen Situationen beginnt man, sowohl bewusst als auch oft unbewusst, anhand der Körpersprache die eigentliche Meinung des anderen herauszufinden. Oder man muss feststellen, dass trotz bester Vorsätze das gewohnte Verhalten nicht so einfach veränderbar ist. Gewohnte Verhaltensweisen sind schwer zu brechen und laufen teilweise automatisch ab. Es stellt sich die Frage, wer oder was bei derartigen Problemen weiterhelfen kann? Was hat es mit nonverbaler Kommunikation und Körpersprache auf sich? Und gibt es Hilfe bei schwer änderbaren und destruktiven Verhaltensweisen?

Menschliches Verhalten besser verstehen

Ein Teilbereich der Psychologie, welcher sich genau mit solchen Fragen auseinandersetzt, ist die Verhaltenspsychologie. Das Bestreben der Psychologie des Verhaltens ist es, Menschliches Verhalten zu erklären, zu beschreiben und vorauszusagen. Die Ursprünge dieser Wissenschaft gehen bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Damals gab es Psychologen, welche sich mit der objektiven Erfassung der Verhaltensweisen von Menschen beschäftigten. Diese psychologische Richtung wird Behaviorismus genannt und in ihrem Zentrum steht die Verhaltensanalyse. Auch damals nahm man bereits an, dass Verhalten aus dem Zusammenspiel von Reizen und Reaktionen resultierte.

Einsatzgebiete der modernen Verhaltenspsychologie

Heutzutage findet man die Verhaltenspsychologie in vielen, oft auch nichtpsychologischen Bereichen wieder. Beispielsweise ist es im Personalwesen besonders wichtig, mithilfe der Verhaltenspsychologie potentielle Mitarbeiter von Beginn an besser kennenzulernen und ihre Arbeitsweise im Berufsalltag vorauszusagen. Aber auch im pädagogischen oder schulischen Bereich leistet die Verhaltenstherapie beste Dienste. Das bekannteste und eingangs bereits genannte Einsatzgebiet der Psychologie des Verhaltens ist wohl das der nonverbalen Kommunikation. Mittels Verhaltensanalyse und einem besseren Verständnis für das Verhalten der Mitmenschen, lassen sich das Zusammenleben und Partnerschaften angenehmer und erfüllender gestalten.

Der besondere Stellenwert der Verhaltenspsychologie

Aus den Theorien der Verhaltenspsychologie hat sich ein psychotherapeutischer Ansatz entwickelt. Gemeint ist die Verhaltenstherapie, deren Wirkweise auf den theoretischen Modellen der Verhaltenspsychologie beruht. Destruktive Verhaltensmuster werden mithilfe spezieller Techniken verändert. Durch diese Umgestaltung des Verhaltens ist es letztendlich möglich, leidbringende Angewohnheiten, Gedanken und Verhaltensformen hinter sich zu lassen. Das Resultat dieses therapeutischen Prozesses ist mehr Lebensqualität und Zufriedenheit.

Jeder sollte sich mindestens einmal mit den Ansätzen der Verhaltenspsychologie auseinandergesetzt haben. Erkennt man erst mal wie menschliches Verhalten zustande kommt, führt dies meist zu mehr Verständnis für das eigene Verhalten und das der anderen.

Aug 032011
 

Klassische Symptome der Depression sind das Gefühl der Traurigkeit, Niedergeschlagenheit oder innere Leere. Neben diesen emotionalen Erscheinungen ist die Depression auch an psychophysiologischen Merkmalen wie Schlafstörungen, Appetitminderung oder Gewichtsverlust erkennbar. Genau dieselben Symptome findet man bei der typischen Trauerreaktion nach dem Tod eines geliebten Menschen wieder. Ist also die Trauer der Depression gleichzusetzen oder ist man als Trauernder gefährdet, depressiv zu werden?

Wie lange und in welcher Form jemand trauert ist unter anderem von der Persönlichkeit und dem kulturellen Hintergrund des Betroffenen abhängig. Obwohl sich sehr viele Symptome der Trauer und der Depression gleichen, wird aus psychologischer Sicht auch bei schweren Trauerreaktionen nicht gleich eine Depression angenommen. Erst wenn nach zwei Monaten keine Besserung zu erwarten ist, sollte eine depressionsspezifische Behandlung in Betracht gezogen werden.

Diese Zeitspanne von zwei Monaten soll sicherstellen, dass auch aus gesellschaftlicher Sicht genug Zeit für den so wichtigen Trauerprozess bleibt und die normale Trauerarbeit einer Person nicht als krankhaft angesehen wird.

Komplizierte Trauerreaktionen, welche einen in der Depression mündenden Verlauf haben, sollten keinesfalls verharmlost sondern unbedingt psychotherapeutisch behandelt werden. Studien haben gezeigt, dass bei Personen, welche sehr früh belastenden Lebensereignissen ausgesetzt waren, für eine spätere Entwicklung einer Depression anfälliger sind. In solch einen Fall kann der Tod einer nahestehenden Person als Auslöser für die Depression eine Rolle spielen.

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