Mrz 292013
 
Nein sagen lernen

Die Wichtigkeit der Abgrenzung – Bild: © DDRockstar – Fotolia.com

Viele von uns ertappen sich immer wieder dabei, wie sie Dinge tun, die sie eigentlich überfordern, die sie nicht machen möchten, für die seine keine Zeit haben oder die sie im schlimmsten Fall sogar erniedrigen oder ihnen körperlich schaden – und das nur, weil sie nicht „Nein“ sagen können. „Ich hätte nein sagen können“, ist ein Gedanke, der diese Personen oft zu spät ereilt und viele geraten in einen Teufelskreis, in dem sie Gefahr laufen ausgenutzt zu werden. Und auch der bekannte Ratschlag “Sag nicht Ja wenn du Nein sagen willst” ist in diesen Situationen nicht wirklich hilfreich. Doch wieso können manche Menschen besser Nein sagen als andere? Und wie kann man lernen, selbst ab und zu auch mal Nein zu sagen?

Warum manche nicht Nein sagen können

Hinter der Eigenschaft nicht Nein sagen zu können, steht oft ein geringes Selbstbewusstsein. Unsichere Personen haben Angst davor, dass ein Nein dazu führt nicht mehr akzeptiert oder gemocht zu werden und versuchen dieser Angst durch häufige Zustimmung und Gefallen aus dem Weg zu gehen. Hinter dieser Einstellung steht häufig die Angst vor Zurückweisung. Auch das schlechte Gewissen ist bei der Fähigkeit Nein zu sagen nicht zu unterschätzen. Menschen, die Schwierigkeiten haben Nein zu sagen, plagen sich oft damit und haben Angst als egoistisch zu gelten.

Viele sind auch nicht selbstbewusst genug um Nein zu sagen, wenn alle Anderen Ja sagen. Die Zustimmung erfolgt dann um nicht negativ aufzufallen oder um sich nicht rechtfertigen zu müssen. So verschieden die individuellen Gründe manchmal sind, die Konsequenzen sind die gleichen: Die Psyche betroffener Personen wird auf Dauer durch die große Unsicherheit und das häufige Ignorieren eigener Bedürfnisse belastet. Betroffene müssen daher lernen, selbstbewusst für ihren Willen einzustehen und verstehen, dass sie dies nicht immer zu einem egoistischen Menschen macht.

Förderliche und hemmende Einstellungen

Menschen, die häufiger Nein sagen können, sind mit einem soliden Selbstbewusstsein gesegnet. Sie wissen, was sie wollen und was ihnen gut tut und kennen ihre eigenen Grenzen. Deshalb sind sie noch lange nicht egoistisch. Denn nur, weil man Nein sagen kann, muss man nicht immer davon Gebrauch machen. Kleine und große Gefallen, die nicht über die eigenen Fähigkeiten und Grenzen hinausgehen, können so sogar mit mehr Energie und Freude gewährt werden. Menschen, die häufiger Nein sagen, lernen außerdem, dass ein einfaches „Nein“ nicht zwangsläufig zu Ablehnung und Zurückweisung führt.

Hemmende Einstellungen, die im Gegenteil dazu führen so gut wie nie Nein sagen zu können, sind Unsicherheit, Angst vor Zurückweisung, ein hoher Altruismus und Helfersyndrom und das Gefühl, selbst nicht besonders wichtig zu sein. Die Konsequenz ist eine starke Belastung der Psyche in Form von Überforderung und chronischer Unzufriedenheit, die in den schlimmsten Fällen in Depression oder Burnout enden kann. Personen, die diese Eigenschaften bei sich bemerken, sollten daher ihr Selbstwertgefühl stärken und sich selbst besser kennenlernen um die eigenen Grenzen erkennen und einfordern zu können.

Tipps zum Nein sagen

Diese Tipps sollen helfen, das Nein sagen leichter zu erlernen. Außerdem dienen die einzelnen Punkte auch als Orientierungshilfe oder Impulse im Rahmen der eigenen Persönlichkeitsentwicklung.

  1. Herausfinden, warum man nicht Nein sagen kann: Betroffene Personen sollten zunächst selbst herausfinden, worin die Gründe für ihre Schwierigkeiten mit dem Nein sagen liegen. Um die Gründe herauszufinden, müssen sich Betroffene Zeit nehmen in sich hineinzuhorchen. Gerade in der konkreten Situation, in der sie um etwas gebeten werden, sollten unsichere Menschen sich trauen sich Zeit zu lassen um über die Bitte und die Konsequenzen nachzudenken. So findet man schneller heraus ob eine Bitte erfüllt werden kann oder aber zu viel für einen ist. Um die eigenen Gründe für das ständige Ja sagen zu finden, hilft es auch Wiederholungen im eigenen Verhalten aufzudecken. Vielleicht erfüllt man die Wünsche einer bestimmten Person immer wieder, obwohl es belastend ist. Diese eine Situation zu analysieren und in Zukunft zu vermeiden, ist schon ein großer Schritt um auch in anderen Situationen Nein sagen zu können.
  2. Das schlechte Gewissen aushalten: Ein schlechtes Gewissen gehört zum Nein sagen dazu. Die eigene Unsicherheit und der Frust des Anderen lösen vor allem bei feinfühligen Menschen schnell ein schlechtes Gewissen aus. Mit der Zeit und mit häufigerem Nein sagen, werden Betroffene jedoch merken, dass sich dieses schlechte Gewissen aushalten lässt und dass selbst eine Zurückweisung des Anderen selten von Dauer ist. Deshalb sollte man lernen, dass der Frust des Anderen nichts mit einem persönlich zu tun hat um sich davon distanzieren zu können.
  3. Das eigene Selbstbewusstsein stärken: Menschen, die selbstbewusst sind, haben weniger Schwierigkeiten Nein zu sagen, da sie in sich selbst ruhen und wissen, was gut für sie ist. Um diese Einstellung zu erreichen, hilft es Zeit mit sich selbst zu verbringen, die eigenen Gefühle wahr und ernst zu nehmen. Auch ein neues Hobby kann helfen, sich abzulenken und den eigenen Wert neu schätzen zu lernen. Personen, die wissen was ihnen gut tut und dafür einstehen, stärken so ihr Selbstbewusstsein. Ab und zu Nein zu sagen ist ein großer Teil davon.

Die Fähigkeit, Nein sagen zu können ist für ein gutes Zusammenleben in jeglicher Beziehung und die Aufrechterhaltung des seelischen Gleichgewichts sehr wichtig und sollte auch deshalb geübt und ernstgenommen werden.

Aug 032012
 
Umgang mit Kritik lernen

Kritik ist nicht zwingend negativ – Bild: © gwt52hkxd8z – Fotolia.com

Niemand wird gern kritisiert und die meisten Menschen wissen nicht, wie sie mit kritischen Worten umgehen sollen. Dabei sollte man sich vor wohlwollender Kritik nicht fürchten, im Gegenteil, konstruktive Kritik kann sogar sehr hilfreich sein. Um dies für sich zu nutzen, muss man aber erst mal lernen mit Kritik umzugehen und sie nicht als Angriff misszuverstehen. Wie man Kritik nicht zu persönlich nimmt, akzeptieren lernt, konstruktiv einsetzt und für das persönliche Wachstum gebraucht soll im Folgenden erklärt und beschrieben werden.

Nicht immer ist Kritik konstruktiv. Manchmal richtet sich ein Angriff direkt gegen die eigene Persönlichkeit und nagt dann ganz schön am Selbstwertgefühl. Diese Art von Kritik sollte man sich allerdings nicht unbedingt zu Herzen nehmen. Die Person, die einen auf beleidigende Weise angreift, tut dies vielleicht nur um sich selbst besser zu fühlen oder aber vergreift sich aus Versehen im Ton. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man das Gespräch mit dieser Person suchen und offen und ehrlich zugeben, dass man die vorgebrachte Kritik nicht versteht, beziehungsweise den Ton unangemessen findet.

Sollte ein offenes Gespräch nicht weiter helfen, kann man auch direkt auf den Angriff reagieren, indem man klar und deutlich zu verstehen gibt, dass man so nicht mit sich umgehen lässt. Dies kann man auch klarstellen, wenn sich zum Beispiel auf der Arbeit noch weitere Kollegen im Raum befinden. Souveränität und Selbstbewusstsein ist hier die beste Verteidigung.

Kritik nicht zu persönlich nehmen

Viele Menschen nehmen selbst konstruktive Kritik als persönliche Kritik auf, die den eigenen Charakter in Frage stellt. Oft hat der Kritiker es jedoch gar nicht so gemeint, wie es beim Kritisierten ankommt. Um das eigene Selbstwertgefühl zu stärken, sollte man daher lernen, Kritik nicht als persönlichen Affront, sondern als Verbesserungsvorschlag zu sehen. Wenn der Chef ein vorgeschlagenes Konzept kritisiert, heißt das nicht, dass man als Mensch nichts wert ist, sondern lediglich, dass es an der eigenen Arbeit noch Dinge zu verbessern gibt. Niemand ist perfekt, die Wahrscheinlichkeit, dass die eigene Arbeit nie kritisiert wird ist daher ohnehin verschwindend gering. Persönliche Kritik kann auch angebracht sein, wenn unser Gegenüber sich falsch behandelt fühlt.

Manchmal sagt und tut man Dinge, die einen Anderen verletzen. Vor allem in einer Partnerschaft wird dann oft Kritik geäußert. Deshalb sollte man seine Beziehung nicht komplett in Frage stellen. Die Kritik sollte lieber ein willkommener Grund sein, an sich und der Beziehung zu arbeiten und Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Wenn man nicht sicher ist, wie eine Kritik genau gemeint ist, sollte man sich nicht scheuen nachzufragen. So entsteht bereits ein Gespräch, das zur Besserung beiträgt.

Ohne Kritik kein Fortschritt

Um mit Kritik richtig umzugehen, kann man sich auch regelmäßig vor Augen führen, dass konstruktive Kritik nichts Negatives ist, sondern im Gegenteil einen positiven Beitrag zur persönlichen Weiterentwicklung leistet. Nur durch Rückmeldungen – positive wie negative – können Leistungen überprüft, geändert und verbessert werden. Dies gilt im beruflichen wie im privaten Bereich gleichermaßen. Wir Menschen lernen aus unseren Fehlern, manchmal jedoch brauchen wir jemanden, der uns auf diese Fehler aufmerksam macht. Auf Kritik sollte man deshalb mit Offenheit reagieren. Konkret nachzufragen hilft, den eigenen Fehler zu finden. Wenn man ihn entdeckt hat, sollte man auch dazu stehen und die Bereitschaft signalisieren etwas zu ändern. Sollte man mit der Kritik ganz und gar nicht einverstanden sein, hat man in einem Gespräch außerdem die Möglichkeit den eigenen Standpunkt deutlich zu machen.

Nicht vorschnell verteidigen

Die meisten reagieren auf Kritik zuerst mit Verteidigung. Dies ist allerdings nicht der richtige Weg um eine konstruktive Diskussion einzuleiten, sondern führt oft dazu, dass der Konflikt eskaliert. Frei nach dem Motto „Getroffene Hunde bellen“, zeigt man seinem Gegenüber mit einer vorschnellen Verteidigung, dass man verletzt und die Kritik möglicherweise berechtigt ist. Die Wahrscheinlichkeit ist außerdem groß, dass man nicht durchdachte Antworten nachher bereut. Der Andere fühlt sich durch die Reaktion vielleicht nicht ernst genommen und wird wütender. Deshalb sollte man sich zunächst in Ruhe anhören, was er zu sagen hat. Möglicherweise kann man die Kritik auch in eigenen Worten wiederholen um zu signalisieren, dass man sie verstanden hat. Dann erst sollte man seine eigene Sicht der Dinge darlegen.

Oft ist es jedoch auch ratsam, die Kritik einfach zu akzeptieren ohne sich groß zu rechtfertigen. Man kann dem Anderen antworten, dass man die Kritik annimmt und darüber nachdenken wird. Wenn man eine Nacht darüber geschlafen hat, sieht die Kritik vielleicht schon ganz anders aus und sollte man dann immer noch das Bedürfnis haben, etwas zu entgegnen, kann man das auch zu einem späteren Zeitpunkt tun.

Jun 192012
 

Angst ist ein grundlegendes Gefühl und gehört wie beispielsweise Freude, Trauer, Wut oder Ärger genauso zum Leben dazu. Im Normalfall tritt die Angst in Situationen auf, in denen man sich bedroht fühlt. Aber auch unbekannte und nicht einschätzbare Lebenssituationen, wie beispielsweise der erste Arbeitstag oder eine Prüfung, können das Gefühl der Angst hervorrufen. Generell ist das nicht schlimm, da die Angst hilft, bedrohlichen Situationen auszuweichen oder nicht einschätzbare Situationen angebracht zu überwinden.

Obwohl Angst als unangenehm empfunden wird, ist sie in vielen Situationen für das Bestehen oder Überleben des Menschen sehr wichtig. Das Gefühl der Angst ist also notwendig, um den Menschen vor bedrohlichen Situationen zu warnen und zu schützen.

Krankhafte Angst

Unter gewissen Umständen ist es aber möglich, dass die Angst ein krankhaftes Ausmaß annimmt. Dies ist dann der Fall, wenn die Angst als ungewöhnlich stark erlebt wird obwohl der Betroffene selbst von einem neutralen Standpunkt aus gesehen die Situation als nicht beängstigend einstufen würde. Ein weiterer Hinweis auf krankhafte Angst ist das Vermeidungsverhalten. Hierbei werden bestimmte Situationen, welche angstauslösend wirken, vollständig vermieden.

Diese krankhafte Angst geht mit einem starken Leidensdruck und mit einer Beeinträchtigung der Lebensqualität einher. Krankhafte Angst kann auch eine Begleiterscheinung von anderen psychischen Problemen oder körperlichen Erkrankungen sein. Aufgrund des anhaltenden Leidensdrucks und den vielen damit verbundenen Einschränkungen im täglichen Leben kommen Betroffene schnell an den Punkt, an dem sie von Gedanken wie beispielsweise „Ich kann nicht mehr!“ tagtäglich begleitet werden. Doch Angst ist nicht gleich Angst. Und so ist es für die erfolgreiche Bewältigung der krankhaften Angst wichtig, sie in ihren verschiedenen Ausprägungen und Formen zu erkennen.

Angst vor Situationen oder Objekten

Krankhafte Angst kann unter anderem auch in Verbindung mit bestimmten Situationen oder Objekten entstehen. In solchen Fällen werden die angstauslösenden Situationen oder Objekte meist vermieden, wodurch die Angst abgeschwächt werden soll.

Ein Beispiel für solch eine Angst ist die sogenannte Agoraphobie, die vermehrt in öffentlichen Verkehrsmitteln oder anderen Menschenmengen auftritt. Der Betroffene hat dabei Angst, durch peinliches Auftreten oder panikähnliches Verhalten unangenehm aufzufallen, jedoch aus der Situation nicht fliehen zu können.

Anders ist es bei spezifischen Ängsten vor bestimmten Objekten. Hier kann es bei befürchteter oder tatsächlicher Konfrontation mit den gefürchteten Objekten zu heftigen Angstreaktionen kommen. Diese Ängste beziehen sich meist auf bestimmte Tiere oder medizinische Utensilien. Die Angst tritt auch dann auf, wenn sich die Betroffenen darüber im Klaren sind, dass die gefürchteten Objekte keine reale Gefahr darstellen.

Doch es gibt auch sogenannte soziale Phobien die in bestimmten Situationen auftreten; beispielsweise beim öffentlichen Sprechen, Essen oder Schreiben. Die Angst hierbei besteht vor einer möglichen negativen Bewertung in leistungsbezogenen Situationen. Diese Angst führt schließlich zur Vermeidung solcher Situationen. Betroffene kennen diese Art von Gedanken gut: „Alle schauen auf mich, ich habe Angst, dass ich versage“.

Die Angst bewältigen

In Situationen, in denen man von der Angst übermannt wird, neigen viele Menschen zu einem ablenkenden Verhalten. Das bedeutet, dass man die aufsteigende und unkontrollierbar erscheinende Angst mit Ablenkungen wie Essen, Menschen beobachten oder Musik hören in den Griff zu bekommen versucht. Diese Art der Bewältigung ist aber letztendlich nicht zielführend, da sie nicht an der wirklichen Ursache der Angst ansetzt.

Wie bereits erwähnt, ist die Angst eine natürliche und notwendige Reaktion der Psyche. Bei der krankhaften Angst sind es aber nicht die Situationen sondern unsere Gedanken, die das Gefühl der Angst auslösen. Diese angstauslösenden Gedanken müssen erkannt und mit der Realität abgeglichen werden. Hierzu bietet es sich an, angstauslösende Situationen nicht mehr zu vermeiden sondern aufzusuchen. Mit der Erkenntnis, dass sich schlimme Befürchtungen nicht bewahrheiten, kann der Teufelskreis der Angst durchbrochen werden.

Außerdem kann es hilfreich sein, eine Entspannungstechnik zu erlernen um bei auftretender Angst die körperlichen Symptome wie Schwitzen oder Zittern abmildern zu können. In vielen Fällen ist es aber auch ratsam, die Hilfe eines Experten in Anspruch zu nehmen. Meist werden nur wenige psychotherapeutische Sitzungen benötigt, um die Angst zu bewältigen. Hierzu eignet sich im Besonderen der Ansatz der Verhaltenstherapie. Dabei erlernt man Schritt für Schritt angstauslösende Gedanken zu erkennen und zu neutralisieren.

Ängste sollten ernst genommen werden – sowohl von Betroffenen als auch von Angehörigen. Gemeinsam ist es leichter, die Angst zu bewältigen und somit einen Schritt hin zu mehr Lebensfreude zu machen.

Apr 242012
 

In einer schnelllebigen Gesellschaft haben sich auch die Wertigkeiten vieler Lebensbereich geändert. Hier gehören definitiv auch die Bereiche Partnerschaft und Beziehung dazu. Althergebrachte Konzepte wie zum Beispiel die Ehe oder das klassische Familienleben haben für viele nicht mehr die Wichtigkeit und Bedeutung wie früher. Stattdessen stehen vielleicht andere Dinge im Mittelpunkt und möchten verwirklicht werden. Es ist also kein Wunder, dass Beziehungen oft nur von kurzer Dauer sind und die Scheidungsrate in die Höhe schnellt.

Doch was bedeutet das nun für das partnerschaftliche Miteinander? Obwohl dieser Wertewandel im ersten Augenblich bedrohlich erscheint, birgt er auch eine Chance in sich. Wer früh genug beginnt, die Muster der eigenen Beziehungen und das damit verbundene Verhalten zu verstehen, hat die Möglichkeit den Partnerschaften eine neue Qualität zu geben. Durch die Betrachtung des Verhaltens innerhalb der Beziehung können Partnerschaftsprobleme aufgedeckt und bearbeitet werden. Ziel ist es, so Partnerschaften im eigenen Ermessen zu gestalten und die Partnerschaftszufriedenheit zu erhöhen. Hierzu ist es vorerst wichtig, festzustellen, in welcher Art von Partnerschaft man sich befindet.

Impulsive Paare

Kommt es bei impulsiven Paaren zu Konflikten in der Partnerschaft, sind meist beide Partner bemüht, den anderen von den eigenen Argumenten zu überzeugen. Dabei kann die Diskussion auch sehr negativ ausfallen obwohl im Großen und Ganzen ein Schlagabtausch bei impulsiven Paaren von positiven Emotionen dominiert wird. Bei Konflikten zwischen impulsiven Persönlichkeiten stehen meist Themen rund um die eigene Individualität und Eigenständigkeit im Mittelpunkt. Generell sind solche Beziehungen aber durch Intensität und Leidenschaftlichkeit gekennzeichnet.

Für impulsive Paare ist es besonders wichtig, für Ruhephasen innerhalb der Beziehung zu sorgen. Die erlebte Leidenschaftlichkeit ist zwar intensiv und positiv, kann aber auch aufreiben und ermüden. Impulsive Paare müssen für Rituale innerhalb der Beziehung sorgen. Beispielsweise könnte man einmal im Monat einen Beziehungsabend speziell für Gespräche einplanen.

Wertschätzende Paare

Derartige Paare führen häufig Konfliktdiskussionen, welche von einem Übermaß an Einfühlungsvermögen und Verständnis getragen werden. Die Ansichten und Gefühle des Partners werden akzeptiert, sogar dann wenn sie nicht geteilt oder direkt nachempfunden werden können. Wertschätzende Paare versuchen auch in schwierigen Konfliktsituationen eine gemeinsame Lösung zu finden und dadurch sind Auseinandersetzungen meist von Ruhe und Mühelosigkeit geprägt. Diese unterstützende Haltung führt zu einer besonders intimen Beziehung.

Wertschätzendes Verhalten kann unter gewissen Bedingungen in ein kontraproduktives Aufopferungsverhalten kippen. Deshalb sollten wertschätzende Paare dafür sorgen, sich bei Entscheidungen innerhalb der Beziehung auch als eigenständiges Individuum gerecht zu werden. Ansonsten droht trotz Übermaß an Verständnis früher oder später das Ungleichgewicht.

Vermeidende Paare

Sind Paare kaum oder nur sehr unengagiert mit der Lösung ihrer Beziehungskonflikte beschäftigt, können sie als vermeidende Paare bezeichnet werden. Differenzen oder Uneinigkeiten in der Beziehung werden anstatt sie zu behandeln lieber als unbedeutend bezeichnet oder einfach abgetan. Nur selten werden Probleme wirklich ausdiskutiert. Außerdem laufen diese Diskussionen sehr emotionsarm ab. Dieses Verhalten setzt sich in der alltäglichen Kommunikation meist fort. So vermeiden die Paare das Aufkommen von Auseinandersetzungen und Konflikten.

Paare, die vermeidendes Konfliktverhalten aufweisen, müssen ähnlich wie die impulsiven Paare für Regelmäßigkeit in der Beziehungsarbeit sorgen. So kann es nicht dazu kommen, dass wichtige Themen vermieden und ausgeklammert werden. Oft kann es helfen, die Gründe, welche die Angst vor der Konfrontation auslösen, näher zu beleuchten.

Feindselige Paare

Bei diesen Paaren ist eine erhöhte Trennungsrate zu beobachten. Diese lässt sich durch die geringe Partnerschaftszufriedenheit, die geringe Konfliktlösefähigkeit und den nicht aufgebrachten Respekt für den Partner erklären. Neben der fehlenden Achtung des Partners ist die Kommunikation von feindseligen Paaren von Kritik, Uneinigkeit, Verächtlichkeit und Abwehr geprägt. Innerhalb der Beziehung von feindseligen Paaren überwiegen generell negative Gefühle.

Durch die permanente Negativität zwischen feindseligen Paaren kann die Beziehung stark auslaugen oder im schlimmsten Fall zu seelischen Verletzungen führen. Hier ist intensive Beziehungsarbeit angesagt, denn sonst bricht eine derartige Beziehung höchstwahrscheinlich bald auseinander.

Feindselig-losgelöste Paare

Hier besteht das Problem, dass zusätzlich zur vermehrten Negativität in der Beziehung eine starke emotionale Distanziertheit hinzukommt. Das bedeutet, dass bei feindselig-losgelösten Paaren bereits Kleinigkeiten reichen, um Konflikte eskalieren zu lassen. Die fehlende Zuneigung und Liebe führt zu einer inneren Distanziertheit und so wird es schwer, bei Uneinigkeiten Konflikte positiv abzufangen.

Beziehungen von feindselig-losgelösten Paaren sind in ihrer Dynamik meist sehr beunruhigend. Durch die vorherrschende Provokation und Kühle zwischen den Paaren sind seelische Verletzungen nicht ausgeschlossen. Das Verhalten ist jedoch für die Beteiligten nur schwer zu durchschauen und zu durchbrechen. In solchen Fällen ist es ratsam, Hilfe in Form von Psycho- oder Paartherapie einzuholen.

Um zufriedene Beziehungen leben zu können ist es wichtig, die typischen Kommunikations- und Verhaltensstile innerhalb der Partnerschaft zu kennen. Hierbei kann es hilfreich sein, zu wissen, ob man zu den impulsiven, wertschätzenden, vermeidenden, feindseligen oder feindselig-losgelösten Paaren gehört. Ist man sich den wiederkehrenden Mustern dieser unterschiedlichen Beziehungstypen bewusst, können auch Veränderungen vorgenommen werden und so die Partnerschaftszufriedenheit angehoben werden. Oft ist es schon hilfreich, regelmäßig das Gespräch mit dem Partner zu suchen. Klappt die Kommunikation können auch Ungereimtheiten in Beziehungen schnell und erfolgreich aus der Welt geschaffen werden.

Nov 242011
 
Verhaltenspsychologie

Verhalten erklären und verstehen – Bild: © raven – Fotolia.com

Immer wieder kann es mal geschehen, dass man im zwischenmenschlichen Kontakt auf Kommunikationsprobleme stößt. Oft hat man einfach das Gefühl, dass das Gesprochene des Gesprächspartners nicht mit seiner Meinung oder mit seinen Gedanken vereinbar ist. In solchen Situationen beginnt man, sowohl bewusst als auch oft unbewusst, anhand der Körpersprache die eigentliche Meinung des anderen herauszufinden. Oder man muss feststellen, dass trotz bester Vorsätze das gewohnte Verhalten nicht so einfach veränderbar ist. Gewohnte Verhaltensweisen sind schwer zu brechen und laufen teilweise automatisch ab. Es stellt sich die Frage, wer oder was bei derartigen Problemen weiterhelfen kann? Was hat es mit nonverbaler Kommunikation und Körpersprache auf sich? Und gibt es Hilfe bei schwer änderbaren und destruktiven Verhaltensweisen?

Menschliches Verhalten besser verstehen

Ein Teilbereich der Psychologie, welcher sich genau mit solchen Fragen auseinandersetzt, ist die Verhaltenspsychologie. Das Bestreben der Psychologie des Verhaltens ist es, Menschliches Verhalten zu erklären, zu beschreiben und vorauszusagen. Die Ursprünge dieser Wissenschaft gehen bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Damals gab es Psychologen, welche sich mit der objektiven Erfassung der Verhaltensweisen von Menschen beschäftigten. Diese psychologische Richtung wird Behaviorismus genannt und in ihrem Zentrum steht die Verhaltensanalyse. Auch damals nahm man bereits an, dass Verhalten aus dem Zusammenspiel von Reizen und Reaktionen resultierte.

Einsatzgebiete der modernen Verhaltenspsychologie

Heutzutage findet man die Verhaltenspsychologie in vielen, oft auch nichtpsychologischen Bereichen wieder. Beispielsweise ist es im Personalwesen besonders wichtig, mithilfe der Verhaltenspsychologie potentielle Mitarbeiter von Beginn an besser kennenzulernen und ihre Arbeitsweise im Berufsalltag vorauszusagen. Aber auch im pädagogischen oder schulischen Bereich leistet die Verhaltenstherapie beste Dienste. Das bekannteste und eingangs bereits genannte Einsatzgebiet der Psychologie des Verhaltens ist wohl das der nonverbalen Kommunikation. Mittels Verhaltensanalyse und einem besseren Verständnis für das Verhalten der Mitmenschen, lassen sich das Zusammenleben und Partnerschaften angenehmer und erfüllender gestalten.

Der besondere Stellenwert der Verhaltenspsychologie

Aus den Theorien der Verhaltenspsychologie hat sich ein psychotherapeutischer Ansatz entwickelt. Gemeint ist die Verhaltenstherapie, deren Wirkweise auf den theoretischen Modellen der Verhaltenspsychologie beruht. Destruktive Verhaltensmuster werden mithilfe spezieller Techniken verändert. Durch diese Umgestaltung des Verhaltens ist es letztendlich möglich, leidbringende Angewohnheiten, Gedanken und Verhaltensformen hinter sich zu lassen. Das Resultat dieses therapeutischen Prozesses ist mehr Lebensqualität und Zufriedenheit.

Jeder sollte sich mindestens einmal mit den Ansätzen der Verhaltenspsychologie auseinandergesetzt haben. Erkennt man erst mal wie menschliches Verhalten zustande kommt, führt dies meist zu mehr Verständnis für das eigene Verhalten und das der anderen.

Jul 282011
 

Die drei folgenden zwischenmenschlichen Aspekte sind der Psychotherapie entliehen: Empathie, Wertschätzung und Echtheit. Diese Aspekte können sich aber auch in alltäglichen Beziehungen als wertvolle und bereichernde Grundpfeiler der Zwischenmenschlichkeit bewähren. Gerade in der Beziehung oder Kommunikation mit Menschen, die man als schwierig, unangenehm oder destruktiv erlebt, kann es von besonderer Bedeutung sein, dem Gegenüber mit der Grundhaltung bestehend aus Empathie, Wertschätzung und Echtheit entgegenzutreten.

Unter Empathie versteht man das Einfühlungsvermögen, welches einem befähigt, die Gefühle des anderen nachzuempfinden. Dabei geht es nicht um die Übernahme dieser fremden Gefühle. Viel wichtiger ist es, dass man seinem Gegenüber durch die eigene einfühlende Haltung vermittelt, dass man versteht, was der andere emotional erlebt. Dies hat einen sehr verbindenden Charakter.

Durch eine gegenseitige Wertschätzung, entsteht zwischen den Gespräch- oder Beziehungspartnern eine Atmosphäre der Akzeptanz. Dabei geht es nicht darum, die Meinung des anderen einfach hinzunehmen. Man kann den anderen niemals zur Gänze verstehen, wenn man ihn oder das Gesagte nicht akzeptiert. Durch diese akzeptierende Haltung gibt man jemanden oder etwas Wert, man wertschätzt somit.

Erst wenn das eigene Auftreten und Verhalten durch Echtheit geprägt ist, kann es zu nahen zwischenmenschlichen Begegnungen kommen. Das Gegenüber erfährt durch diese Haltung, wer man wirklich ist. Man sollte keine Fassade aufbauen oder eine Rolle spielen. Wenn man nicht man selbst ist, macht es auch nur wenig Sinn, sich wertschätzend oder einfühlsam zu zeigen.

Gelingt es die Grundhaltungen der Empathie, Wertschätzung und Echtheit in das persönliche Verhalten zu integrieren, wird dies nicht nur zu mehr positiver Resonanz im Gegenüber führen. Man selbst wird sich durch die adäquaten Reaktionen von außen besser kennenlernen. Die dadurch ausgelöste Selbsterfahrung führt schließlich zu mehr Selbstverwirklichung und Lebenszufriedenheit.

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